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der Kürze, durch die kürzere erſetzt wurde, und das um ſo vollſtändiger, je häufiger in den An⸗ nalen bei der beſonderen Art des Stoffes und der Verſchiedenheit der Quellen der Verfaſſer Ge⸗ legenheit nimmt, mit ſeiner Perſon hervorzutreten. Tacitus folgt, indem er vorwiegend von ſich in der Einzahl ſpricht, dem faſt allgemeinen Gebrauch der römiſchen Hiſtoriker, ſo daß dieſes Moment nicht zum Beweiſe dienen kann, daß die Sonderart des Tacitus in den Annalen vor⸗ züglich zu Tage trete. Wir finden zur Selbſtbezeichnung des Schriftſtellers gebraucht
bei Salluſt. Catilina 30 mal Sing., 5 mal Plur. bei Livius, 4. Dekade, 10 mal Sing., 3 mal Plur.
7„ Jugurtha 24„„ T,,„ Curtius Rufus 18„„ 6„„ 5„ frgm. hist. 4„ 9 9,.,„Cornel. Nepos 29„„ 42„„ „Livius, 1. Dekade, 95„„ 10 V„ Vellej. Patercul. 33„„ 38„„
Bei Hirtius findet ſich ausſchließlich der Singular; dagegen wendet Cäſar faſt nur die Mehr⸗ zahl an, wenn er auf ſeinen früheren Bericht hinweiſt, und zwar in den vier erſten Büchern vom galliſchen Kriege 10 mal neben 4 Singularformen verſchiedener Zeitwörter; in den folgenden 3 Büchern leſen wir einmal den Sing. video(6,24), 25 mal den Plural und zwar nicht weniger als 16 demonstravimus. In bellum civile finden wir dasſelbe Verhältniß: 20 Plurale und 2 Sing.; das ſubjective credo und ein demonstravi neben 13 demonstravimus, 3 docuimus u. ſ. w. In Salluſts Jugurtha überwiegt in der erſten Hälfte der Sing., in der zweiten der Plural. Bei Vellejus iſt die überwiegende Mehrzahl der Stellen, welche eine Singularform bieten, der Art, daß die ſubjective Anſicht des Schriftſtellers hervortritt, während der Plural zum einfachen Hin⸗ weis auf Erzähltes angewandt iſt; unter den 38 Fällen allein 22 mal prædiximus, welches bei andern Autoren ſehr ſelten(Sall. hist. fr. 2,1 quum prædixero positum insulae) vorkommt. Während Cäſar im erſten Theil des bell. gall. öfters diximus gebraucht, dann aber— zuerſt 5,2— faſt nur die Wendung ut demonstravimus, quem demonstravimus u. a. häufig kurz nacheinander folgen läßt, bemühen ſich andere Geſchichtſchreiber um eine möglichſt reiche Abwechs⸗ lung in dieſen Ausdrücken. Was im Dialogus, 21, über die Redekunſt des großen Juliers geſagt iſt: concedamus sane C. Cæsari, ut propter magnitudinem cogitationum et occupationes rerum minus in eloquentia effecerit quem divinum ejus ingenium postulabat, das kann füglich auch für die diligentia et elegantia scribendi gelten.
Mit der Anwendung des Sing. oder Plur., wenn der Autor von ſich redet, hängt die Be⸗ tonung ſeiner Perſönlichkeit in der Regel wohl nicht zuſammen; denn wir finden die Formen der Ein- und Mehrzahl promiscue in derſelben Satzperiode, z. B. Sall. Cat. 7 memorare possem
.ni ea res nos longius ab incepto traheret; Corn. Nep. praef. 8 ut ea explicem quæ exorsus sum. Quare ad propositum veniemus et in hoc exponemus libro.. Vell. Pat. 2,114 narrabimus, ut spero.. Tacit. Agr. 43 nobis nihil comperti,[ut] adfirmare ausim. hist. 3,51 zu Anfang habeo, zum Schluß narrabimus. Ann. 4,32 u. 33: rettuli... referam... nescius sum
nobis.. nos conjungimus... ad inceptum redeo. Aehnliches auch bei Cicero. Allerdings iſt vorwiegend die Form der Einzahl gebraucht, wenn eine Reflexion oder ſubjective Anſicht des Schriftſtellers zu dem ſachlichen Bericht beigefügt wird; daher faſt nur opinor, existimo, æstumo, dissentio, scio, credo, aber diximus, memoravimus, ostendimus u. ſ. w. Sehr ſelten findet ſich


