Aufsatz 
Über die Behandlung einiger Abschnitte der deutschen Grammatik auf der unteren Stufe höherer Lehranstalten / von Ludwig Tachau
Entstehung
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Dieſe Schenkung ſoll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitiſche Knaben auf Grund einer Beratung und eines Beſchluſſes der Verwaltung der erwähnten Schule das Schulgeld, die Bücher ec., ferner einfache aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköſtigung zu beſchaffen, ſowohl während der Zeit ihres Schulbeſuches als auch, um ihnen nachher während ihrer ganzen Lehrzeit, ſei es, daß ſie ſich einem Handwerk, einer Kunſt oder dem Kaufmannsſtande widmen, die für ihre Verpflegung und ſonſtigen Bedürfniſſe unumgänglich erforder⸗ lichen Bedürfniſſe darzubieten. Die Verwaltung der Schule hat nach ihrem beſten Ermeſſen voll⸗ kommen freie Verfügung. In erſter Reihe ſollen ſofern die betreffenden Eltern es beantragen die Descendenten der beiden hier genannten Familien berückſichtigt werden, die Descendenten nämlich der Frau Wwe. Henriette Fürth geb. Rindskopfl) und des verſtorbenen Jacob Salomon Katz²). Wenn von dieſen mehr Bewerber angemeldet werden, als aufgenommen werden können, ſo ſoll das Los entſcheiden. Wenn in dieſen beiden Familien Knaben, für welche ein Anſpruch auf dieſes Vermächtnis erhoben wird, nicht vorhanden ſind, ſo können, vorkommenden Falls, Mädchen aus dieſen Familien aufgenommen werden. Die Zöglinge ſollen immer unter der BezeichnungZöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'ſchen Stiftung in die Schule aufgenommen werden; denn es iſt mein Wunſch, daß mein Name immer in den Schriften der Schulverwaltung vorkomme; das dient vielleicht auch ſonſt zum guten Beiſpiel.

Am Schluß des Teſtaments findet ſich noch folgenderNachtrag:Die auf Koſten meines der israelitiſchen Schule zu Frankfurt vermachten Legates zu erziehenden jungen Leute ſollen israelitiſchen Religionsunterricht erhalten.

J. Lauterbach. Nachdem der Schulrat im Einverſtändnis mit dem Gemeinde⸗Vorſtande ſich zur Annahme des Legats bereit erklärt hatte, und die nachgeſuchte landesherrliche Genehmigung hiezu durch Allerhöchſte Cabinets⸗ Ordre d. d. Bad Ems, 23. Juni 1879 erfolgt war, bewirkte die Witwe des Teſtators, indem ſie zu⸗ gleich bereitwillig alle dadurch entſtandenen Koſten beſtritt, die Eintragung der Jahresrente von 2000 Francs in das große franzöſiſche Staatsſchuldenbuch auf den Namen der Real⸗ und Volksſchule der israelitiſchen Gemeinde zu Frankfurt am Main als Stiftung des Jacques Lauterbach gen. Schoene⸗ wald. Der Schulrat hat, ſobald die erſte Rate der Rente von ihm erhoben werden konnte, ein den Be⸗

ſtimmungen des Teſtamentes entſprechendes Regulativ für die Verwaltung der Stiftung feſtgeſtellt. Nach demſelben unterliegt die Aufnahme eines Zöglinges und deſſen Entlaſſung ausſchließlich dem Beſchluſſe des Schulrats; die Verwaltung der Stiftung im einzelnen iſt einer aus drei Mitgliedern be⸗ ſtehenden Kommiſſion des Schulrats übertragen; ſie beſteht gegenwärtig aus dem Mitglied des Schulrats, Herrn Victor Ullmann, dem Aktuar des Schulrats, Herrn Rechtsanwalt Dr. Rieſſer und dem Direktor der Schule. Dieſe Kommiſſion, zu welcher immer dasjenige Schulratsmitglied gehört, welches Kaſſier des Schulrats iſt, hat die jeweils erforderlichen Vorſchläge behufs Aufnahme eines Zöglings dem Schulrat zu unterbreiten; ſie hat die Beſtimmung über die Art und den Umfang der den einzelnen Zög⸗ lingen zu gewährenden Unterſtützungen, wacht über deren ordnungsmäßige Verwendung und führt die Auf⸗

¹) Frau Wwe. Henriette Fürth war die Tochter jenes Joſeph Simon Rindskopf, des Oukels des Stifters, welcher für ſeinen armen Neffen Jacob Schoenewald bei der Anmeldung für das Philanthropin die Garantie übernommen hatte.

¹) Die Mutter des Stifters Jacob(Jacques) Schoenewald und die Mutter von Jacob Salomon Katz waren Schweſtern. Jacob Salomon Ka t war mit der Hebamme Schwarzſchild verheiratet.