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Für den geographiſchen Unterricht: Bamberg, Wandkarten der öſtlichen und weſtlichen Halbkugel.
An Geſchenken ſind außerdem eingegangen: Von N. N.: Bildnis des um unſere Schule hochverdienten langjährigen Schulrats Herrn Adolph S. Maas. Daſſelbe hat im Konferenz⸗Zimmer einen ange⸗ meſſenen Platz gefunden.— Herr Adolph Teblée bereicherte die Sammlung für die Geſchichte der Schule durch ein koſtbares Album mit den Photographieen einer großen Zahl der früheren Lehrer unſerer Schule.
Für alle dieſe Gaben ſagen wir namens der Schule verbindlichſten Dank.
VI. Stiftungen und Interſtützungen von Schülern.
1. Die Jarques Lauterbach genannt Schoenemald'ſche Stiftung. Üüber dieſe Stiftung iſt bereits in dem Programm unſerer Schule vom Jahre 1879 S. 33 und 34 eine vorläufige Mitteilung gemacht worden. Die Wirkſamkeit der Stiftung hat in dieſem Schuljahre begonnen. Indem über dieſelbe an dieſer Stelle zum erſten Male vorſchriftsmäßig berichtet wird, iſt es erforderlich, das früher Mitgeteilte der Hauptſache nach zu wiederholen und zu ergänzen.
Der ehemals in Paris wohnhafte Kaufmann Jacques Lauterbach genannt Schoenewald, geboren zu Schoenewald(Großherzogtum Baden) am 10. Januar 1803, geſtorben zu Paris am 25. Auguſt 1878, hat in ſeinem am 22. Juni 1876 in Paris errichteten Teſtamente unſerer Schule eine Jahresrente von 2000 Francs vermacht, von welcher jedoch ſeine Witwe die lebenslängliche Nutznießung haben ſollte¹²). Nachdem nun Frau Lauterbach⸗Schoenewald, Eliſa geborene Otterburger im vorigen Jahre zu Paris geſtorben iſt, i*ſt die Jahresrente rechtskräftig dem Schulrat unſerer Schule zur ſtiftungsmäßigen Verfügung anheimgefallen, und hat die Wirkſamkeit der Stiftung begonnen.
Üüber den Anlaß und die Beſtimmung ſeiner unſerer Schule gemachten Schenkung drückt ſich der Stifter in dem obenerwähnten, eigenhändig von ihm in franzöſiſcher Sprache niedergeſchriebenen Teſtamente folgendermaßen aus:
„Ich habe in den Jahren 1812²) bis 1819 in der„Philanthropin oder Real⸗ und Volks⸗ ſchule“ genannten israelitiſchen Schule zu Frankfurt a. M. unentgeltkichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand geſetzt worden, auf anſtändige Weiſe mein Brot zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beiſtand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute beſitze. Deshalb beſtimme und vermache ich dieſer Schule eine Jahresrente von 2000 Francs, zu nutzungs⸗
loſem Eigentum(en nue propriété), deren Genuß jedoch meiner Frau lebenslänglich verbleiben ſoll.“
²) Die betreffenden Stellen des Teſtamentes ſind in dem Programm unſerer Schule von 1879 im Urtext mitgeteilt.
²) Hier irrt der Teſtator: er wurde nicht 1812, ſondern bereits am 25. Februar 1810 in das Philanthropin aufgenommen. Dieſes ergiebt ſich aus dem Protokollbuch der Vorſteher des Philanthropin No. 163, Seite 162 vom 25. Januar 1810. Es waren damals ſieben, im Protokoll namentlich aufgeführte auswärtige arme Kinder für das Philanthropin angemeldet. Da aber nur zwei Zöglinge aufgenommen werden konnten, ſo mußte gemäß dem§ 4 des „Proſpektus zum Philanthropin für arme Kinder jüdiſcher Nation“(S. meine Geſchichte der Schule im Programm von 1869, S. 29) das Los entſcheiden. Es wurde in der Sitzung der Vorſteher vom 25. Februar 1810 gezogen und entſchied für zwei arme Knaben, deren einer Jacob Moſes Schoenewald war, ſür welchen ſein Onkel(der Bruder ſeiner Mutter) Joſeph Simon Rindskopf die Garantie übernommen hatte. Jacob Moſes Schoenewald findet ſich denn auch in dem älteſten, von dem Stifter der Schule eigenhändig geſchriebenen Schülerverzeichnis des Philanthropin, als am 25. Februar 1810 eingetreten.


