der Schulandachten am Wochenschlass übertragen. Denselben legte er das Evangelium des folgenden Sonntags zu Grunde und zeigte hierbei gründliche Kenntnis der Bibel- kunde und Exegese, welche den Jubilar im Verein mit einem reichen, festen christlichen Glaubensleben wohl befähigten als erfahrener Lehrer diejenigen Stellen der Perikopen hervorzuheben, deren Kenntnis und Befolgung einen heilsamen Einfluss auf das Denken und Thun unserer Schüler auszuüben und somit eine christliche Erziehung wirksam zu fördern vermochten. Der Unterzeichnete sprach nun im Namen der seiner Leitung seit dem Jahre 1867 anvertrauten Anstalt dem Herrn Jubilar den tiefgefühltesten Dank für die lange und überaus segensreiche Thätigkeit an derselben aus, sowie auch dafür, dass zwischen dem Jubilar und ihm stets ein echt freundschaftliches und herzliches Einvernehmen bestanden habe. Zu ganz besonderer Freude gereiche ihm nun, dem Jubilar mit diesem schuldigen Dank die herzlichsten Glückwünsche zum 50 jährigen Amtsjubiläum von ganzem Herzen darzubringen und mit denselben den innigsten Wunsch zu verbinden, dass Gottes Gnade dem Herrn Jubilar noch lange volle Rüstigkeit verleihen möge, damit sein erfolgreiches Wirken unserer Anstalt noch länger erhalten bleibe.—
Die Reihe der zahlreichen dem Jubilar dargebrachten Gratulationen eröffnete nun für den amtlich verhinderten Herrn Oberbürgermeister, Herr Vicebürgermeister Geh. Mediz.-Rat Prof. Schmidt-Rimpler, indem derselbe im Namen des Provinzial- Schulkollegiums, des Kuratoriums und der städt. Behörden mit freundlichen anerkennen- den Worten für die 35 jährige, sehr erfolgreiche Lehrerthätigkeit des Jubilars in hiesiger Stadt dankte und sodann in Anerkennung dieser seiner Verdienste den von Sr. Majestät dem Kaiser dem Gefeierten verliehenen roten Adlerorden IV. Klasse mit der Jahreszahl 50 überreichte. Hierauf sprach Herr Stadtschulinspicient Pastor Bernhard die herz- lichsten Gratulationen aus, und erwähnte insbesondere die verdienstvolle 12jährige Wirk- samkeit des Jubilars als 2. und 1. Lehrer an der Knabenbürgerschule. Herr Direktor Dr. Buchenau überbrachte die besten Glückwünsche des Lehrerkollegiums des hiesigen Königlichen Gymnasiums und gedachte insbesondere auch der beiden älteren Söhne des Jubilars, früheren Schülern des hiesigen Gymnasiums, welche sich nun schon seit vielen Jahren in geachteten Stellungen als Schuldirektoren zur Freude des Vaters befänden.
Im Namen und Auftrag des anwesenden Vorstandes des Elisabethhauses beglück- wünschte Herr Pfarrer Heermann den Herrn Jubilar und dankte ihm in warmempfun- denen Worten für die viele Mühewaltung und Sorge, welche derselbe dem Institut, das sich die Pflege und Erziehung armer, hilfsbedürftiger Kinder zur Aufgabe gestellt hat, neben den vielen Berufsgeschäften noch zugewandt habe.
Hieran schlossen sich nun die herzlichsten Gratulationen der anwesenden zahl- reichen Verwandten und Freunde; viele frühere Schüler übergaben dem Jubilar mit den herzlichsten Dankesworten für den empfangenen Unterricht ein wertvolles Geschenk zur freundlichen Erinnerung.
Es trat nun das Lehrerkollegium des Realprogymnasiums zum Herrn Jubilar heran und der Unterzeichnete wandte sich an denselben mit folgenden warm empfundenen Worten:„Auch das Lehrerkollegium wollte an diesem Ihrem Ehrentag, hochgeehrter Herr Jubilar und Kollege, nicht mit leeren Händen kommen. Es hat sich erlaubt zur Feier des heutigen Tages und zum Andenken an diesen, sowie an die lange Zeit, welche die meisten Kollegen in steter Freundschaft und gegenseitiger Kollegialität in gemeinsamer Arbeit mit ihnen verlebt haben, Ihnen ein Werk zu übergeben, von welchem es hofft, dass dasselbe geeignet sein wird, Ihnen am Abend Ihres thätigen Lebens eine angenehme und erbauliche Beschäftigung und Unterhaltung zu bieten. Ihre Kollegen glaubten nämlich, dass die beiden Bilderwerke von H. Hoffmann:„Kommet zu mir“


