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Rede und umgekehrt. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. Die Aufgaben bleiben wesentlich erzühlen- der Natur, namentlich im Anschluss an die Lectüre, aber auch die Uebungen in Schilderungen werden fortgesetzt. Vorübung zu eigentlichen Beschreibungen nach angegebenem Schema.
Obertertia., 3 St. w. a. Grammatik: Wiederholung und Erweiterung des vorigen Pensums, namentlich
aber wie b. Orthographie und Interpunction im Anschluss an Lectüre und Aufsatz.— c. Lectüre. Prosa: Abschnitte aus Schiller's dreissigjährigem Krieg und aus Goethe's Wahr- heit und Dichtung(Buch 1 z. gr. Th., Buch 2 bis zum Abschluss des Märchens vom neuen Paris. Buch 3 Graf Thorane, Schlacht bei Bergen. Buch 5 die Krönung Joseph's zum römischen König).— Poetische Lectüre aus Hopf und Paulsiek für Tertia, ausserdem Schiller's Glocke, Hermann und Dorothea, Wallenstein's Lager und Wilhelm Tell.— Er- weiterung der Lehre von den Dichtungsarten und in Bezug auf das Metrum. Dactylus. Anapäst. Hexameter und Pentameter. Hauptgrundsätze antiker Vermessung. S. Latein.— Uebungen im Wiedererzühlen.— d. Erlernen von Gedichten(Glocke) und Abschnitten aus Dichtungen.— e. Alle 4 Wochen ein Aufsatz ähnlich wie in Untertertia. Die poetische Lectüre bietet reichen Stoff z. Th. in Verbindung mit eigenen Erfahrungen der Schüler; auch bildet die Zusammenfassung mehrerer Dichtungen den Gegenstand, z. B. Schiller's Wilhelm Tell und Tell's Tod von Uhland. Kraniche des Ibycus und Arion.— f. Vorübungen zu freien Vorträgen.
Untersecunda. 3 St. w. a. Grammatik und b. Orthographie und Interpunction nur im Anschluss an
Obersecunda.
Mustersckule 1878.
Aufsatz und Lectüre.— c. Lectüre wesentlich epischer Gattung. Abschnitte aus der Ilias und Odyssee nach der Uebersetzung von Joh. Heinr. Voss. Das Nibelungenlied nach Sim- rock's Uebersetzung. Abschnitte aus der Gudrun ebenso. Herder's Cid, wenn nicht in der Schule wenigstens privatim zu lesen. Im Anschluss an die homerischen Dichtungen Schiller's bezügliche Gedichte: Hektors Abschied, Siegesfest, Kassandra(Schiller's Uebersetzungen aus der Aeneis(zur Verauschaulichung der Stanze); im Anschluss an das Nibelungenlied Abschnitte aus Wilhelm Jordan's Nibelungen. Nibelungenstrophe, Alliteration. Grundzüge deutscher Mythologie.— d. Erlernen poetischer Abschnitte.— e. Alle 4 Wochen ein Aufsatz, namentlich im Anschluss an die Lectüre. Zusammenfassende Erzählung grösserer Abschnitte der gelesenen Dichtungen, z. B. Odysseus bei den Cyclopen, bei den Phäaken, Siegfrieds Tod, die Ueberfahrt der Nibelungen über die Donau, Don Sancho vor Zamora, Cid's Tod; Schilderungen: Eine Versammlung des griechischen Heeres, die Unterwelt, ein Turnier zu Worms, Leichenspiele zu Ehren des Patroclus; andere an die Lectüre anknüpfende Auf- gaben: Odysseus und Eumäos, Achill und Patroklos, Hagen und Volker; die Gast- freundschaft nach Homer. Ebenso Aufsätze geschichtlichen Inhalts, z. B. nationale Bedeutung der Spiele bei den Griechen, Festzug der Panathenäen, die Erziehung der spartanischen Jugend, Karls des Grossen Verdienste um die Bildung der Franken.— Aufgaben in unmittelbarer Beziehung auf Umgebung und Erlebnisse der Schüler.— f. Regelmässige Vorträge der Schüler nach vorhergegangener schriftlicher Ausarbeitung über ähnliche Gegenstände wie bei den Aufsätzen, aber auch nach freier, vom Lehrer genehmigter Wahl der Schüler aus anderen Gebieten.
3 St. w. a. Lectüre wesentlich aus dem dramatischen Gebiete: Ein Drama des Sophokles (Antigone, Philoktet), ein Drama Shakspere's(Julius Cäsar, Coriolan, Richard III.), Schiller's Wallenstein, Goethe’s Iphigenie, Lessing's Minna von Barnhelm. Ergänzung durch Privat- lectüre.(Es ist vorauszusetzen, dass der Obersecundaner mit den Schillerschen Dramen (ausser den drei ersten) vertraut ist oder sich vertraut macht, ebenso mit Götz von Ber-
lichingen, wünschenswerth ist auch die Lectüre von Euripides Iphigenie in Tauris.)— 2


