Gründung einer weiteren Lehrerstelle erreicht. Mit diesem Zeitpunkte zählte die Anstalt wie auch noch heute sechs einjährige Realklassen und zwei zweijährige Vorbereitungsklassen.
Nachdem wir nun den vollständigen Ausbau der Schule geschildert haben, empfiehlt es sich, ihre Budgetverhältnisse einer zusammenhängenden Betrachtung zu unterziehen. Von 1839 bis 1868 einschliesslich gab der Staat jährlich 600 Gulden. Die zweite Einnahmequelle bildete das Schul- geld. Was noch fehlte, legte die Stadt zu. In den Erläuterungen zum Voranschlage für die Finanz- periode 1869/71 betonte Direktor Becker zur Begründung seines Antrags auf einen weiteren Staats- zuschuss von 1500 Gulden ausdrücklich, die Anstalt: habe die Organisation der drei grösseren Real- schulen zu Darmstadt, Mainz und Offenbach. Sie habe zugleich aber auch unter allen Realschulen die umfangreichste und komplizierteste Einrichtung, da ein Progymnasium mit ihr verbunden sei. Daraufhin erhöhten die Stände den früheren Staatsbeitrag um 900 Gulden, also auf 1500 Gulden. Dieser Ansatz blieb bis zum Jahre 1872 einschliesslich. Eine im August 1871 von der Stadt Alzey und ungefähr 36 Gemeinden aus der nächsten Umgebung von Alzey an die beiden Ständekammern eingereichte Petition, in der um weitere Erhöhung des Staatsbeitrags von 1500 auf 3000 Gulden gebeten worden war, hatte den Erfolg, dass 2714 Gulden für 1873 eingestellt wurden."Trotz dieser Erhöhungen aber überstieg der Beitrag der Stadt den Beitrag des Staates immer noch bedeutend. Von 1841 bis 1873 einschliesslich, also volle 32 Jahre lang trug die Stadt den weitaus grösseren Teil der Kosten für die Realschule.
In dem sogenannten Nachtragsbudget für 1874 trat eine durchgreifende Änderung der seit- her eingehaltenen Verwaltungsgrundsätze ein. Die Regierung gab die Erklärung ab:„Ist auch die Stadt, in welcher eine Realschule ihren Sitz hat, zunächst bei dieser Anstalt interessiert, so ist es
doch— zumal bei der besonderen Wichtigkeit, welche die realistischen Fächer in der Neuzeit ge- wonnen haben— klar, dass diese so wohlthätig‘ wirkenden Anstalten erhalten und gefördert wer-
den.“ Der jährliche Beitrag der Stadt Alzey wurde in Übereinstimmung mit den beiden Kammern und mit dem Stadtvorstande im Nachtragsbudget von 1874 auf 5000 Gulden oder 8570 Mark in runder Summe festgesetzt. Vom Rechnungsjahre 1884'85 an wurde dieser Betrag auf.8600 Mark abgerundet. Dieser Ansatz ist heute noch gültig.‘Auch hat die Stadt die Verpflichtung das Real- schulgebäude zu unterhalten und überhaupt die zu:Unterrichtszwecken nötigen Räumlichkeiten zu stellen. Während also bis zum Jahre 1873 einschliesslich der Staat den kleineren Beitrag leistete, und die Stadt diejenige Summe zuzulegen hatte, die ausser dem Staatsbeitrage und den Schulgeld- einnahmen noch zu decken blieb, ist seit 1874 das Verhältnis gerade umgekehrt. Seit diesem Jahre leistet die Stadt den kleineren Zuschuss von bestimmt festgesetztem Betrage, und der Staat legt die- jenige Summe zu, die ausser dem städtischen Beitrage und den Schulgeldeinnahmen noch zu decken ist. Als Beispiel diene das Budget des Jahres 1891/92. In ihm ist das Schulgeld mit 13000 Mark ‚angesetzt, und dem ständigen Beitrage aus der Stadtkasse mit 8600 Mark steht ein staatlicher Zu- schuss von 21050 Mark gegenüber.
Die Rechnung der Realschule hatte bis Ende des Jahres 1875 einen Posten des städtischen Budgets gebildet. Vom 1. Januar 1876 erhielt die Realschule ihren eigenen Schulfonds, dessen lo- kale Verwaltung dem jeweiligen Direktor zusteht. Im städtischen Budget erscheint daher nur noch der ständige Beitrag der Stadt Alzey sowie die für die Unterhaltung des Realschulgebäudes ange- setzte Summe. Dem jeweiligen Stadtrechner wurde seither auch die Rechnung der Realschule gegen Remuneration übertragen. Der städtische Kontroleur:ist auch zugleich Kontroleur des Realschulfonds.
Die vierklassige Realschule hatte unter Direktor Winterstein ausser der Direktorstelle fünf Lehrerstellen. Als im Sommer 1867 die Erweiterung der Schule nach oben vorgenommen wurde, wurden zwei neue Lehrerstellen gegründet. Dazu kamen im Schuljahre 1868/69 bei Gelegenheit der
Trennung der Vorschule wieder zwei neue Lehrerstellen. Als die seither zweijährige erste Klasse y%*


