Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier der Großh. Realschule und des Progymnasiums zu Alzey
Entstehung
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seinen Dienst an. Mit der Direktion Beckers ist ein neuer Aufschwung unserer Sehnle enge ver- knüpft. Er war ein genauer Kenner des preussischen höheren Schulwesens, dessen Vorzüge er in einer Reihe gediegener Programmabhandlungen zum Gegenstande eingehender Erörterungen macht: Er bespricht in seinen Arbeiten ferner die Frage, in welcher Weise die Realschulen Hessens und im:besondern die von ihm geleitete Realschule zu Alzey zeitgemäss umzugestalten seien, um sich die einjährige Berechtigung erwerben zu können.* Auch auf die Notwendigkeit der Weiterbildung der Realschulen zu Realgymnasien weist er hin. Wenn er auch Organisationsfragen von allgemeiner Art und von weitgehenderer Bedeutung in den Kreis seiner Betrachtungen zog, so lag doch bei allen Vorschlägen, die er machte, die Nutzanwendung auf die von ihm geleitete Schule immer nahe, Das her wirkten seine Arbeiten aufklärend und'ermutigend, und die Schritte, die er dann zur Erweite: rung und zeitgemässen Umgestaltung der Alzeyer Realschule unternahm, fanden bereitwillige Unter: stützung, weil sie mit der. Feder gehörig vorbereitet waren. So kam es, dass damals die Alzeyer Realschule den übrigen Realschulen in den kleineren Städten Hessens weit vorauseilte.

Als Direktor Becker sein Amt antrat, musste er sich nach genauer Prüfung des Bodens, auf dem er zu stehen hatte, sagen, dass die Schule, deren Leitung ihm übertragen worden war, im Ver- trauen des Publikums gesunken war. Andererseits bewies ihm aber auch das Gutachten der Stadt- ratskommission, dass die massgebenden Kreise der Stadt der Realschule zugethan waren und alles daransetzen wollten, sie in den Augen des Publikums wieder zu heben. Es war für ihn also die erste Pflicht, der Schule in den Elternkreisen wieder Vertrauen zu erwecken. Darum stellte er sicli ganz auf den Standpunkt der Stadtratskommission, die für ihn die Vertreterin der öffentlichen Meinung war und. sein musste. Die ihm und den Lehrern angesonnene höhere Stundenzahl wird bereitwilligst übernommen. Ein neuer Erziehungs- und Unterrichtsplan wird auf Grund eingehender Beratungen des Lehrerkollegiums ausgearbeitet und Herbst 1866 auf Kosten der Stadt gedruckt; er war von den Eltern gewünscht und gab über die von der Schule zu lösenden Aufgaben die nötige Klarheit. Unsere Anstalt wird sich dann sicher entwickeln und heben können, wenn die Bewohner der Stadt und. Umgegend die Anstalt suchen, fördern und ehren, für den Unterricht und die Erziehung ihrer Kinder die notwendige Anzahl von Jahren gern in Ansatz bringen und die nötigen Opfer nicht scheuen. Auch auf die Aufhebung der fünften Lehrerstelle ging er ein, obwohl gerade an das Ein- gehen dieser fünften Stelle ernste Meinungsverschiedenheiten im Schosse der Lokalkommission sich knüpften. Wusste er doch, dass im Falle einer günstigen Entwickelung der Schule der Stadtrat be- reit war, die vorerst aufgehobene Stelle wieder neu zu gründen. Er beginnt also getrost mit vier Lehrern und den Hilfslehrern für Religion, Schreiben, Gesang und Turnen. Bald war der Nachweis erbracht, dass die fünfte Lehrerstelle unentbehrlich sei, und der Stadtrat sieht sie nun aus eigenem Antriebe für 1867 wieder vor.

Der eingeschlagene Weg findet in einer an die Lokalkommission gerichteten Verfügung der Oberstudiendirektion vom 7. Juni 1866, den Lektionsplan der Realschule zu Alzey betreffend, eine den neuen Gang der Schule günstig einleitende Beurteilung. Es wird darin gesagt, vier Haupt- lehrer und einige Hilfslehrer seien bei einem rüstigen Zusammengehen ausreichend, solange die ge- ringe Frequenz der Schule die Verwendung eines weiteren Lehrers unthunlich mache.Nachdem nun, heisst es weiter,durch die Ernennung des neuen Direktors und durch die Verwilligungen des Gemeinderates die Mittel geschaffen sind, um die Realschule einem neuen Aufblühen entgegen- zuführen, so wollen Sie dem Gemeinderate mit dem Ausdrucke unserer Anerkennung für seine der Schule bewiesene Fürsorge Mitteilung machen, wie seinen in(den beiden Protokollen vom 30. No=' vember 1865 und 30. April 1866 enthaltenen Wünschen und Bestimmungen entsprechend die Umge-| staltung. der Realschule vorgenommen worden sei.

Während die ersten Schritte zur neuen Organisation der Schule gethan wurden, und sieh