— 28—
für die Schreibhilfe, sowie die Schülerbibliothek untergebracht. Die im 2. Obergeschoß liegende Aula ist an einer Längs- und OQuerwand mit Empore versehen und bietet, mit dem anschließenden Singsaal, Raum für ca. 650 Sitzplätze und eine Reihe von Steh- plätzen. Im Dachgeschoß befinden sich noch 2 Zeichensäle mit Modellraum und die Mehrzahl der Räume für den Handarbeitsunterricht.
Der Handarbeitsunterricht wird an der Liebig-Oberrealschule i. E. schon seit einer Reihe von Jahren erteilt und erfreut sich dort eines sehr regen Zuspruches, so daß es sich als notwendig erwies, der Schule im Neubau geeignetere, auskömmliche Räume ein- zurichten. Nunmehr hat die Schule besondere Räume für Modellieren, für Anfertigung von Papparbeiten, einen Hobelsaal und im Kellergeschoß eine Schmiede. Diese ist ausge- stattet mit einer Schmiedeesse, einem Ambos, einem Feuerschraubstock. Außerdem sind vier Arbeitstische mit 6 Parallelschraubstöcken und einem Schmiedeschraubstock vorhan- den. Das Werkzeug ist in 4 an der Wand befestigten Schränken untergebracht. Für Mechanikerarbeiten steht eine Präzisionsdrehbank zur Verfügung. Im Kellergeschoß befinden sich noch die Räume für die Heizungs- und Lüftungsanlage, die Bedürfnisanstal- ten für die Schüler, Fahrradraum und Milchküche mit Milchausgabe.
Das Gebäude ist in großzügiger, schlichter Architektur gehalten und zeigt deutlich die Bestimmung des Hauses als Schule. Die Fassade wird besonders belebt durch die Zusammenstellung von rotem Sandstein und gelb getönten putzflächen.
Im Inneren des Hauses ist durch kräftig farbige Behandlung einzelner Decken- und Wandflächen der Flure eine vorzügliche Wirkung erreicht worden. Es ist überhaupt über- all im Gebäude eine satte Farbentönung durchgeführt, die den Räumen insbesondere den Fluren, einen stimmungsvollen, behaglichen Eindruck verschafft. Die in einfacher Technik ausgeführten Malereien sind außerdem geeignet, mit wenig Kosten eine anheimelnde Wir- kung bei den Schülern zu erzielen, außerdem aber erzieherisch auf die Jugend einzuwirken und auf diese Weise die künstlerische Kultur zu heben, wozu die Schule schon ein gutes Teil beitragen kann.
Uber die innere Ausstattung sei erwähnt, daß die Fußböden der Korridore und der Kleiderablagen mit grauen und roten Steinzeugplatten belegt sind. Die Wände dieser Räume haben im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß gelbrote, mattglasierte Platten, im 2. Obergeschoß kräftig bemalten Preßputz erhalten. Die darüber befindlichen Wand- und Deckenflächen sind in Naturputz ausgeführt.
Die Klassen, Aula und Verwaltungsräume haben Linoleumbelag auf Gipsestrichunter- boden, die Turnhalle eichenen Riemenboden auf Lagerhölzern; die Chemieräume erhielten einen säurefesten Steinholzboden. 3
Klassen und Lehrsäle haben am unteren Teil der Wände Wandverkleidung bestehend aus Holzleistenteilung mit dazwischengeklebtem, gemustertem Wandlinoleum, darüber einen Anstrich mit Salzkalkfarbe. In den Klassen, Lehrsälen, Korridoren und Kleiderablagen sind Bilderleisten angebracht.
Die Unterrichtsräume sind mit Wandklapptafeln neuester Art ausgestattet, die in den unteren Klassen als Schiebetafeln ausgebildet sind, um auch den kleineren Schülern 2u ermöglichen, ohne Benutzung von Stufenleitern an der Tafel zu arbeiten.
Bei Ausstattung der Amtsräume wurde besonderer Wert auf wohnliche, praktische und dabei einfache Ausführung gelegt. Die Schränke wurden eingebaut und fest mit den Wänden verbunden. Die Lehrerbibliothek ist durch Einfügung eines Zwischenge- schosses in der Höhe geteilt und hat fest eingebaute Büchergestelle erhalten.


