— 27—
Der Neubau der Liebig-Oberrealschule i. E.
(nach den Mitteilungen des Hochbauamtes).
Das Grundstück stößt mit seiner nordöstlichen Grenze an die Georg Speuerstraße, mit der südwestlichen Grenze auf die Sophienstraße. Von beiden Straßen aus sind Zu- gänge zum Schulgrundstück und Gebäude angeordnet. Schulgebäude und Dienstgebäude umrahmen in einheitlicher Baugruppe hufeisenförmig einen größeren Schulhof, der sich nach der Ginnheimer Höhe zu öffnet, als Turnplatz und Tummelplatz für die oberen Klassen dient und mit festen Turngeräten versehen ist. Ein zweiter kleinerer Schulhof nach der Sophienstraße ist für die unteren Klassen vorgesehen. An der Südostseite des Grundstückes ist ein geräumiger, botanischer Garten angeordnet, der mit Terrassen und einem Wasserbecken für Sumpf- und Wasserpflanzen ausgestattet ist. In dem botanischen Garten ist eine offene überdachte Gartenhalle errichtet, um auch bei ungünstiger Witte- rung Unterricht im Freien abhalten zu können.
Der Haupteingang zum Gebäude liegt an der Sophienstraße und führt zunächst zu dem Vorraum, in dessen Achse sich der Zugang zur Turnhalle bezw. zu dem Ankleideraum befindet. Von dem Vorraum aus betritt man durch einen Glasverschlag das eigentliche Vestibül, an dessen einer Längswand eine Bronzetafel mit dem Relief Liebigs angebracht ist.
Den Verkehr zwischen den einzelnen Stockwerken vermitteln 2 Haupttreppen und ferner eine Nebentreppe, die als Notausgang für die Aula und als Zugang für Singsaal und Aula-Empore dient.
Das Gebäude enthält 18 Klassen, außerdem eine größere Kombinationsklasse, zu- gleich für geographischen Unterricht, und eine Religionsklasse, die auf die verschiedenen Stockwerke verteilt sind und sich zu beiden Seiten des Korridors befinden. Zur besseren Belichtung des Mittelganges ist in jedem Stockwerk eine geräumige Korridorerweiterung eingefügt, die als Kleiderablage für die Schüler dient.
Im 1. Obergeschoß ist über der Turnhalle ein zweischiffiger Flur angeordnet, der als Wandelgang benutzt werden soll, um den Schülern bei ungünstiger Witterung Gelegen- heit zu geben, sich in den Pausen zu ergehen. Neben dem Wandelgang befinden sich die Sammlungen für den naturkundlichen Unterricht, die nach dem Wandelgang verglaste Schränke erhalten haben, sodaß die Schüler während der Pausen die ausgestellten Samm- lungen besichtigen können.
Besonders reichlich sind die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht vor- gesehen. Das Gebäude enthält je einen Hörsaal für Naturkunde, Phüsik und Chemie, ferner die dazu gehörigen Vorbereitungs- und Sammlungszimmer. Die Abteilungen für Phy- sik und Chemie haben außerdem je ein geräumiges Arbeitszimmer für die Schüler er- halten. Für den naturkundlichen Unterricht ist im Dachgeschoß ein Biologie-Arbeits- zimmer eingerichtet, vor dem sich eine Terrasse zur Aufstellung von Aquarien und der- gleichen befindet. Der Dachaufbau über dem Hauptflügel hat eine leicht zugängliche plattform erhalten, von wo aus astronomische Beobachtungen vorgenommen werden sollen.
Außer den bereits genannten Räumen enthält die neue Schule im Erdgeschoß die Turnhalle mit Ankleideraum, Geräteraum, Raum für den Turnlehrer und einer Empore. Ferner liegen in dem gleichen Geschoß das Lehrer- und Konferenzzimmer mit Vorzimmer und Eltern-Sprechzimmer, die Lehrerbibliothek und Räume für den Schuldiener und den Heizer. Im ersten Obergeschoß sind noch das Direktorzimmer mit Vorzimmer und Raum


