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Am 20. und 21. März wurden für die katholischen Schüler des Ober- gymnasiums und am 21. und 22. März für die des Untergymnasiums die österlichen Andachtsübungen abgehalten.
Am 28., 30. und 31. April unterzog der k. k. Fachinspektor Schulrat Professor Hermann Lukas den Zeichenunterricht an der h. o. Anstalt einer eingehenden Inspektion, an deren Schlusse(12. April) er seine Wahrnehmungen in einer Konferenz mitteilte.
Am 9. Mai, 9 Uhr vormittags, wurde im festlich geschmückten land- schaftlichen Rittersaale, dessen kostenlose Überlassung die Anstalt dem liebenswürdigen Entgegenkommen des steiermäürkischen Landesausschusses zu danken hat, im Beisein zahlreicher geladener Gäste und sämtlicher Lehrer und Schüler der Anstalt die Erinnerung an die 100. Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers mit folgender Vortragsordnung gefeiert:
1. Festprolog, verfaßt von Sophie von Khuenberg, gesprochen vom Abiturienten Otto Kleinert.
Von allen Dächern flattern frohe Fahnen
Und alle Stimmen preisen segnend laut
Des großen Dichters ewigen Genius!
Doch nicht ein Todestag ist'’s, den wir feiern, s ist ein Tag des Lebens und der Freude. Denn ob auch längst in Weimars Fürstengruft Zu Staub zerfiel bei andern, ewig Großen,
Das bleichende Gebein von Priecrich Schiller, Er lebt und ist so jung, wie einst er war. Denn wo ein junges Herz in Idealen
Nach Mlerhöchsten Ausdruck sehnend sucht, Wo goldner Freiheit sonnige Verheißung
In jungen Köpfen wundersam sich spiegelt,
Und wo zu schönstem Klang die deutsche Sprache Sich aufschwingt, Allerherrlichstes zu sagen,
Da braucht man dich, den vielgeliebten Dichter!
2. Largo für Streichorchester von C. Reinecke.
3. Hirtenlied aus„Wilhelm Tell“ von F. Wittmann, gesungen vom Schülerchor.
4. Festrede, gehalten von Herrn Professor Reis.
„Verehrte Festversammlung!
Klar in dem bleichen Schein der Mitternacht Erstrahlen weiße Gipfel; weit hinein Ins Land und weit hinaus und— weit hinauf.
Und aus der dunklen Reinheit niederwärts Quellen die gold'nen Brunnen uns: die Sterne! Kommt, die ihr nach dem TPrunke durstig seid Und nach der Berge mitternächtigem Glanz!
Erhebt die Herzen zum Heroendienst,
So wird der Heros euer Herz erheben,
Der uns von dem Himmel als ein Sternbild grübßt. Uns! Uns! Denn er war unser!
So sprach ein Freund, ein Stadtgenosse sprach Dereinst dies Wort. Der milde Seelenlaut,
Aus seines Schöpfers Mund hervorgegangen,
Ist nicht mehr sein. Er wuchs und schwoll zum Sturm, Miniionenstimmig wiederhallend
Und weiter rollend in die Ewigkeit.


