immer noch bleiben empfindliche Lücken, besonders in dem Büchervorrat für die Mittelklassen. Bei der Bedeutung, die eine reichhaltige gute Schülerbücherei gerade auch in dem gegenwärtig so lebhaft geführten Kampf gegen die Schund- literatur hat, wäre es dringend zu wünschen, daß an allen höheren Schulen endlich der Grundsatz zur Durchführung käme, den Direktor Dr. G. Ellendt, einer der erfahrensten und verdienstvollsten Vorkämpfer auf diesem Gebiete, schon vor Jahrzehnten vertrat:
„Jede höhere Lehranstalt ist zur Unterhaltung einer wohlgeordneten Schülerbibliothek aus etats- mäßigen Mitteln(im Durchschnitt pro Schüler und Jahr 1 Mark) verpflichtet.
Es mag Schulen geben, die weniger aufzuwenden brauchen. Das wird sich nach mancherlei Umständen, vor allem nach dem Lesebedürfnis der Schüler und ihrer Familien richten. Wo dasselbe, wie bei uns, aus den verschiedensten Gründen sehr groß ist, ist natürlich auch der Verschleiß der Bücher viel größer als an anderen Schulen, und unter solchen Um- ständen dürfte in der Tat der Ansatz von 1 Mark für das Jahr auf jeden Schüler erst einen ausreichenden Mindest- betrag für höhere Schulen darstellen. Soviel aber wird uns die Stadt voraussichtlich noch lange nicht gewähren, und wir sind daher auch weiterhin für Geschenke doppelt dankbar, solange wir unseren dringendsten Bedarf noch nicht aus regel- mäßigen Mitteln decken können. Vielleicht darf ich wohl- habenden ehemaligen Schülern und jetzigen Freunden unserer Anstalt auch einmal den Gedanken einer Stiftung nahelegen, aus deren jährlichen Zinsen, je nach den Bestimmungen des Stifters, dann Werke aus dem besonderen Lieblingsgebiete des Stifters, sei es schöne Literatur oder Kunst, Geschichte oder Religionskunde, Erdkunde oder Technik, anzuschaffen wären. Jedenfalls aber kann ich diese Sätze über die Bedeutung der Geschenke in der Geschichte unserer Schülerbücherei nicht schließen, ohne auch hier dem Herrn Prof. Dr. Großmann
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