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Geſang auf ſein Anſuchen von den Geſchäften der Rendantur und Rechnungsführung entbunden und dieſe vom 7. Okt. ab dem Oberlehrer Dr. Drygas übertragen. Zugleich wurde ihm für die der Anſtalt ge⸗ leiſteten treuen Dienſte ſeitens der vorgeſetzten Behörde Dank und Anerkennung ausgeſprochen.— Bald darauf legte er auch die Stelle des Geſanglehrers nieder, und an ſeiner ſtatt wurde durch Verf. vom 15. Okt. S. 6739 der Domorganiſt Ferd. Rübſam mit der Erteilung des Geſangunterrichts vom 1. Nov. ab beauftragt.— Der 75jährige, bis zu ſeiner Erkrankung ſtets rüſtige Greis erlag den Folgen ſeiner Krankheit am 7. Januar 1896 und wurde am 10. Januar unter Teilnahme ſämtlicher Lehrer und Schüler zur Gruft geleitet. Kurz zuvor war ihm noch(laut Verf. vom 23. Dezember§. 8492) der Adler der Inhaber des Königl. Hausordens von Hohenzollern verliehen und von dem Unterzeichneten am 24. Dezember überreicht worden. Friede ſeiner Aſche!—
7. Durch Verf. vom 21. December S. 8452 wurde Prof. Otto Range, der ſeit Oſtern 1890 an unſerer Anſtalt pflichttreu und erfolgreich gewirkt hat, zum 1. April 1896 an das Königl. Gymnaſium zu Wiesbaden verſetzt. Das hieſ. Lehrerkollegium begleitet den geſchätzten Amtsgenoſſen mit ſeinen beſten Wünſchen.
8. Durch Verf. vom 27. Dec. S. 8557 wurde an deſſen Stelle Prof. Dr. Anſelm Braun von dem Gymnaſium zu Hadamar an das hieſige vom 1. April 1896 ab verſetzt.
Profeſſor Dr. Anſelm Braun, latholiſch, iſt geboren zu Fulda am 9. Jan. 1845. Er abſolvierte Oſtern 1864 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und ſtudierte zu München und Marburg klaſſiſche Philologie und Geſchichte. Nach ſeinem vor der Prüfungskommiſſion zu Marburg am 27. Januar 1868 abgelegten Examen wurde er unterm 20. Februar 1868 dem Gymnaſium zu Hanau zur Ableiſtung des Probejahres zugewieſen und im Herbſt 1868 mit der Verſehung einer Lehrerſtelle an dem Realgymnaſium zu Wiesbaden beauftragt. Zu Oſtern 1869 kam er als Hülfslehrer nach Dillenburg, wurde an dem dortigen Gymnaſium Oſtern 1872 definitiv angeſtellt und von da im Herbſt 1885 als Oberlehrer an das Gymnaſium zu Hadamar verſetzt.— Profeſſor iſt er ſeit dem 3. März 1893 und Rat vierter Klaſſe ſeit dem 10. April deſſelben Jahres.
Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums während des verfloſſenen Schuljahres war im allgemeinen weſentlich günſtiger als in dem voraufgehenden. Die meiſten Lehrer erfreuten ſich im Sommer⸗ halbjahr einer ſteten Geſundheit. Nur der Oberlehrer Sonne mußte zum Gebrauch einer Badekur im An— ſchluß an die Sommerferien vom 1. bis 6. Juli beurlaubt werden und außerdem wegen Unwohlſeins an 6 weitern Tagen im Auguſt und September ſeinen Unterricht ausſetzen; desgleichen der Oberlehrer Hoffmann wegen eines Fußleidens an 3 Tagen.— Auch im zweiten Semeſter war Oberlehrer Sonne an 7 und Oberlehrer Hoffmann an 3 Tagen aus gleichem Grunde dem Unterricht entzogen. Doch erlitt dieſer dadurch keine erhebliche Störung, ebenſowenig wie durch den einzelnen Lehrern(Range, Weſener, Frye) aus beſonderem Anlaß erteilten mehrtägigen Urlaub.— Für den anfangs November an heftigem Bronchialkatarrh und Aſthma erkrankten Lehrer Rathmann wurde durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 23. November(S. 7564) in dem Schulamtskandidaten Abel gegen entſprechende Remuneration ein geeigneter Vertreter beſtellt. Der Auftrag desſelben dauerte bis Ende Dezember, da mit Beginn des letzten Quartals der ꝛc. Rathmann ſeinen Unterricht wieder aufnehmen konnte.— Über die Erkrankung des Geſang— lehrers und Rendanten Kantor Geſang und deren Ausgang iſt oben ſchon berichtet worden.


