8. Tenarſolo: Preislied aus den„Meiſterſingern“. (Herr W. Lamb, Konzertſänger)
9. Spinnerlied: Ballade, Chor und Szene aus dem„Fliegenden Holländer“. Senta: Käte Braun, Hilde Röſer, Annie Theis aus Kl. 1b. Mary: Elſ. Kahl, Annelieſe Mohr aus Kl. Ib u. Hedwig Rach aus Kl. Ila. Erik: Herr W. Lamb, Konzertſänger.
Den Baldurflügel hatte uns die Fabrik von Ferdinand Schaaf in Frankfurt a. M.⸗ Bockenheim in freundlichſter Weiſe zur Verfügung geſtellt.
Am 27. September wurde das Sommerhalbjahr mit einer Andacht geſchloſſen und Fräulein Seßler aus dem Schuldienſt entlaſſen(ſ. oben unter 1).
Am 14. Oktober wurde das Winterhalbjahr durch eine Feier im Feſtſaal eröffnet; der Unter⸗ zeichnete ſprach darin von den tiefen Eindrücken, die er auf einer Reiſe nach Breslau, in der dortigen Jahrhundertausſtellung und in Zobten empfangen hatte.
Der 18. Oktober wurde auf Anordnung des Herrn Miniſters der geiſtlichen uſw. Angelegen⸗ heiten durch eine Schulfeier feſtlich begangen; Geſänge und Vorträge wechſelten ab, die Feſtrede hielt Herr Profeſſor Dr. Ellmer. Am Schluß der Feier verteilte der Unterzeichnete 5 Bücher, die vom Herrn Miniſter zur Verfügung geſtellt worden waren. Es erhielten Eliſabeth Koch(Ja)„Die große Zeit“ von Rethwiſch, Emilie Neunhöffer(IIb)„Die Befreiungskriege“ von Tanera, Elſ. Höpfner(IIIa), Grete Urban⸗Deiſter(IIIb) und Marie Sommer(Va)„Die Völkerſchlacht bei Leipzig“.— Außerdem beteiligten ſich 40 Schülerinnen aus unſerer IV. Klaſſe an dem großen Schülerkonzert in der Feſthalle, das geradezu glänzend verlief und bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck hinterließ.
Manchem mag es ſcheinen, als ob in dem vergangenen Jahr zu viel Schulfeſte gefeiert wurden. Und doch haben nach unſern Erfahrungen ſämtliche Erinnerungsfeiern an die Freiheitskriege einen tiefen Eindruck auf Schülerinnen und auf Lehrer gemacht. Aus dem Schrifttum keiner anderen Zeit weht uns ein ſo freiheitlicher, ſittlicher, todesmutiger Geiſt entgegen, der, in ſich gefeſtet und ſicher, durch nichts erſchreckt und entmutigt werden kann. Das Verſenken in die Schriften eines Arndt, Fichte, Schleiermacher u. a. iſt für uns wie ein Stahlbad, und es iſt bedauerlich— das drängt ſich jedem Lehrer auf, der ſich in dieſe Zeit vertieft—, daß wir auf unſeren höheren Schulen nicht Zeit genug haben, uns eingehend mit dieſer Zeit und mit ihrem Schrifttum zu beſchäftigen.
Am 19. Dezember hatten wir unſere übliche Weihnachtsfeier im Feſtſaal, die Anſprache hielt Fräulein Bathe. Vom 20. Dezember bis 2. Januar einſchl. dauerten die Weihnachtsferien.
Am 27. Januar wurde Kaiſers Gebürtstag in der üblichen Weiſe im Feſtſaal gefeiert. Die Feſtrede hielt Fräulein Oberlehrerin Hafkesbring über den Kaiſer als den Beſchützer der Wiſſenſchaften und den Begründer des Kaiſer⸗Wilhelm⸗Inſtituts.
Am 6. Februar veranſtaltete der Deutſche Patriotenbund eine Vorführung von Gemälden und Darſtellungen aus der Zeit der deutſchen Schmach und Erhebung. Zum Schluſſe wurden Bilder von der Einweihung des Völkerſchlachtdenkmals in Leipzig gezeigt. Die Klaſſen—VIII waren für die Darbietung dankbar, 140 Mk. wurden für das Denkmal eingenommen.
Am 18. Februar fand unſer diesjähriger Elternabend mit folgender Tagesordnung ſtatt:
1. Hemmungen im Schulleben.— Berichterſt. Fräulein Oberlehrerin Haaſe. 2. Beantwortung von Anfragen(Frauenſchule u. a.) 3. Der Umbau der Humboldtſchule und Beſichtigung der neuen Räume.


