ſchränken. Aber auch das von kirchlichen Anſtalten oder einzelnen Privaten innegehabte Land geht vielfach auf urſprüngliches Königsland zurück. Dieſer königliche Grundbeſitz iſt hier und da in größere, zuſammenhängende fisci organiſiert, wie Frankfurt und Tribur; auch einzelne Königshöfe und dörfer gibt es, bald einem nahegelegenen fiscus adminiſtrativ zugewieſen, wie Langen zu Tribur, bald in Vereinzelung. Auch ſolche heißen fisci. Doch mag wenigſtens der Gedanke erwähnt werden, daß der ſiscus Frankfurt, der nach dem Weistum der Dreieich von 1338 noch in den Bereich dieſer korestis fällt(er liegt faſt ganz rechtsmainiſch bis zur Nidda hin), vielleicht erſt ſpäter in die Dreieich einbezogen ſein kann, da für einen fiscus doch wohl in demſelben, wenn nicht in verſtärktem Maße alle die Rechte und Nutznießungen beſtanden, die für einen Forſtbannbezirk galten. Dann mag die Entwickelung den umgekehrten Verlauf genommen haben: wenigſtens der nördlichſte Teil der Dreieich links des Maines tritt in immer ſtärkere Abhängigkeit von Frankfurt ſelbſt, ſodaß er ſchließlich nicht ohne Grund ſaſt wie eine Pertinenz dieſes fiscus angeſehen worden iſt, wie wir ja auch ſonſt bei den großen ſisci ausgedehnte Waldungen als Zubehör finden(bei Aachen die„Eich“; bei dem Fiskus Quuningishaim= Kinzheim i. Elſaß: D. Karol. 84, a. 774: Waldgebiete ex marca fisco nostro Q.; bei der königlichen villa Schweighauſen den„heiligen Forſt“,¹) u. ſ. w.)
Das noch im ſpäten Mittelalter beſtehende Recht des Königs an dieſer korestis erwächſt alſo nicht aus der landesherrlichen Hoheit, ſondern aus dem königlichen Aneignungs⸗- und Verfügungsrecht über das desertum, das ſich zum Grundeigentum entwickelt mit Ausnahme der genannten Gebiete; aber es iſt nicht Grundeigentum der Perſon des jeweiligen Herrſchers, ſondern Reichsland, das Wald⸗ gebiet iſt„des riches walt“, nemus imperii. Es gibt in ihm fisci, er ſelbſt aber iſt kein fiscus, kein organiſiertes Wirtſchaftsgebiet, ſondern ein Nutzungsgebiet für Jagd, Fiſcherei, Weide, Holz⸗ nutzung uſw., und er iſt vor allem Koloniſationsgebiet, in dem jedoch Rodung und Siedelung an die Erlaubnis des Königs gebunden, natürlich auch erwünſcht iſt. Denn dieſem Zwecke der Innen⸗ koloniſation ſollen ja die forestes vor allem dienen. Das zeigt das oben bei Iſtrien gegebene Beiſpiel: Kolonen, welche„in publico“, in den loca deserta commanent; zeigt die Urkunde Childeberts II. für Maursmünſter, der einen Landſtrich de deserto ad excolendum et commanendum praeoccu- paverat, zeigt indirekt eine Urkunde Sigiberts(DD. 1I, 22): ut nullius umquam tempore vitae suae duaelibet persona ipsam forestem audeat irrumpere aut mansiones aut domos aedificare, nisi tantum modo illi servi Dei, was beſonders auf die Anlegung von Bifängen geht, die die pagenses nach der ihnen innewohnenden und früher auch berechtigten Rechtsanſchauung als in der „gemeinen Mark“(in dieſem Sinne als in„niemandes Land“) liegend, durchaus erlaubt anſahen und fleißig übten, beweiſt endlich poſitiv die bekannte Kapitularienſtelle mit der Anweiſung für die Beamten in den königlichen Forſten: et homines ibi maneant(„büan“) et plantent..... et ubicumque inveniunt utiles homines, detur illis silva ad stirbpandum, ut nostrum servitium immelioretur! Des Landes„Bau und Beſſerung“, alſo eine richtige Koloniſationsfrage iſt die Sorge der Herrſcher; ſie iſt aber auch eine wertvolle Einnahmegquelle durch die Forderung des Rottzehnten! Selbſtverſtändlich werden die ſpeziell zu Jagd- wie zu Weidezwecken beſtimmten Waldſtrecken bei ſtrenger Strafe von jeder Beſiedelung ausgeſchloſſen. Endlich dient auch die Foreſtis wie anderes Königsland zur Verſorgung der königlichen Getreuen, zur Austeilung von Lehen, von Land in Zeit—
¹) Heinrich Witte, der heil. Forſt....(Z. f. d. Geſch d. Oberrheins N. F. VII, 1897, S. 193 ff.). Die Kaiſerſtadt Hagenau iſt ſpäter Miteigentümerin dieſes Forſtes, wie Frankfurt eines Teiles der Dreieich. Nach Witte (S. 205) iſt der Forſt„Beſtandteil“ der regia villa Schweighauſen. Bei der gubernatio et defensio der Dreieich hat der kaiſerliche Beuuit des ehemaligen fiscus Frankfurt, der Schultheiß, neben dem Reichsvogt maſgobenbon Anteil. Vgl. z. B. FOB. I, 387. 735 954.


