In Folgendem geben die beiden ersteren ihren Lebenslauf.
1. Dr. Georg Friedrich Kinkelin, geboren den 15. Juli 1836 in Lindau am Bodensee, evangelischer Confession, erhielt den ersten Unterricht in der Lateinschule seiner Yaterstadt, absolvirte nach zweijährigem Aufenthalt, das Progymnasium in Augsburg, nach ebenfalls zwei- jährigem Besuche die Kreis-Gewerbschule, ging dann 1854 auf die polytechnische Schule nach München, bezog 1855 für zwei Semester die Universität Berlin als cand. math. Die folgenden „wei Jahre verbrachte er als Hospitant des mathematisch-physikalischen Seminars und der Liebig'- schen Vorlesungen an der Universität München. Im Herbst 1858 erwarb er sich am Maximilians- Gymnasium das Gymnasialabsolutorium und verblieb nun, sich im ersten Jahre noch mathematisch- physikalischen Studien, in den folgenden Jahren dem Studium der Chemie, Naturgeschichte und Geologie widmend, an der Universität München bis Herbst 1861. Während seines Aufenthaltes in Mänchen functionirte er als Assistent am mineralogischen Practicum und als II. Assistent am chemisch-pharmaceutischen Laboratorium der Universität. Nachdem er den Staatsconcurs für Naturgeschichte und Chemie gemacht, verbrachte er das Jahr 1861/62 als Hilfslehrer an der Gewerb- und Handelsschule in Lindau. Bis Ostern 1864 war er als I. Assistent am chemisch- technischen Laboratorium des eidgen. Politechnicums in Zürich thätig und übernahm von hier aus die technische Leitung einer chemischen Fabrik in Berlin. Im Mai 1867 trat er wieder in den Lehrstand zurück, als Hauptlehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an der Bezirks- schule in Zofingen im Canton Aargau.— Im Frühjahr 1873 übernahm er die Lehrstelle für Naturwissenschaften an der Realschule 2. Ordn. und höheren Töchterschule der israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. Im Mai 1874 wurde er in Basel zum Doctor philosophiae promovirt und Ende 1874 vom preussischen Unterrichtsminister vom Examen pro facultate docendi dispensirt. Im Januar 1875 erhielt er die Berufung als ordentlicher Lehrer an die höheren Schulen, zunächst in Verwendung an der Muster-Mädchen- und Knabenschule dahier und trat demgemäss im Oktober 1876 als Lehrer der Naturwissenschaft an der Elisabethenschule in Thätigkeit, nachdem er schon während des Sommers 1876 neben seiner Thätigkeit an der israeliti- schen Realschule den chemischen Unterricht in Prima und Obersecunda und den mineralogischen Unterricht in Ober-Secunda der Knaben-Musterschule versehen hatte. Im Wintersemester 1876/77 war er ausserdem noch thätig als Lehrer der Naturgeschichte an der Ober- und Untersecunda und Obertertia der Musterschule.
2. Eduard Joseph Nüller, geboren den 17. März 1851 zu Ellenhausen, Regierungs- Bezirk Wiesbaden, besuchte das Seminar zu Montabaur und die Kunstakademie in Düsseldorf. Er war an der Elementarschule in Hildscheidt, Niederlahnstein und an der Realschule in Schwal- bach angestellt. Mit dem 1. April 1876 wurde er als ordentlicher Lehrer an den hiesigen Schulen aungestellt.
Als ausserordentliche Lehrerinnen wurden im Herbst 1876, nachdem sie Probelectionen in der Vorschule gehalten hatten, angestellt: 1. Emma Kühner, 2. Marie Klump, 3. Eva Becker; die letzte wurde für das Winterhalbjahr an die Englische Fräuleinschule gesetzt.
Aus dem Lehrercollegium sind im Herbst 1876 ausgetreten:
1) Friedrich Ludwig August Bohnemann, als ordentlicher Lehrer im Herbst 1874 angestellt; im Herbst 1876 ging er in gleicher Eigenschaft an die höhere Töchterschule in Cöln.
2) Dr. Julius Röll, als Lehrer der Naturwissenschaften und der Mathematik provisorisch angestellt im Herbst 1874, ging im Herbst 1876 als ordentlicher Lehrer an die höhere Töchter- schule in Darmstadt.


