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nehmungen. Den Bemühungen solcher Männer, die, zum Theil selbst Mitglieder des Rathes der Stadt, ihren Einfluss auf Förderung der Sache von Seiten der Behörden ausübten, sei es ge- lungen die Zinsenbenutzung und später den Besitz des Vermächtnisses von 24,986 fl. zu erhalten, das der edle Schöffe v. Uffenbach dem reichsstädtischen Magistrat als dem Universalerben seiner ganzen Verlassenschaft zum Besten des Gemeinen Stadtwesens übergeben hatte. Aber wie verdient auch der Dank sei, den man diesen eifrigen Menschenfreunden schulde, ohne die rege und opferfreudige Theilnahme der Bürgerschaft wäre ein so rasches Aufblühen der Musterschule doch nicht möglich gewesen. Und diese Theilnahme sei am wirksamsten in dem unbedingten Ver- trauen gewesen, das die Familien der Schule und ihren Lehrern gern schenkten, indem sie ihre Kinder ihnen anvertrauten. Die Direktoren der Schule, die auf kürzere oder längere Zeit die Leitung in Händen hatten, sodann mit Dank erwähnend, schildert der Redner die Verdienste des bei der Feier gegenwärtigen Direktors, Herrn Dr. Eiselen, der unter so schwierigen Ver- hältnissen und unter so gewaltigen politischen und socialen Umgestaltungen eine fast zu grosse Schulgemeinschaft mit unermüdlicher Sorge glücklich zu dem nun erreichten Ziele geführt habe. Mit freundlich anerkennenden Worten übergab er hierauf die Schule dem neu ernannten Direktor und dem Collegium der Lehrer und Lehrerinmen. Zum Schluss sich an die Schülerinnen wendend. empfahl er ihnen, das Andenken an die treffliche Frau, die uns den herrlichen Dichter geschenkt, und deren Namen die Schule fortan tragen solle, zu ehren und in sich lebendig zu erhalten, und schloss mit dem herzlichen Wunsche, dass recht viele Elisabethen aus dieser Schule her- vorgehen möchten!
Der nunmehrige Direktor nahm hierauf das Wort und sagte: Aus den Händen der höchsten Behörden dieser Stadt empfange ich ehrerbietig und tiefergriffen diese altehrwürdige, nun selbständig gewordene Bildungsanstalt unserer weiblichen Jugend zur Leitung in diesem Prachtbau, ihrer neuen Heimat. Ich gelobe in meinem Namen und im Namen unseres gesammten Lehrercollegiums, sowie aus dem Herzen der hier versammelten Schülerinnen: wir wollen freudig und ernst zusammenwirken und unsere ganze Kraft ein-— setzen, damit die Mädchen-Musterschule in ihrer neuen Gestalt als Elisabethenschule als eine Pflanzstätte gesunder Geistes- bildung und edler Gesittung blühe und gedeihe bis in die fernsten Zeiten, zur Ehre Gottes, zur Freude unserer geliebten Vaterstadt und zum Heil und Segen des deutschen Vaterlandes! 3
Mit folgender Ansprache begrüsste er dann die Festversammlung:
Hochverehrte Versammlung!
Aufgethan sind endlich die Pforten des herrlichen Baues, der fortan als eine der ersten Bildungsstätten unserer Stadt das Theuerste, was wir besitzen, unsere Kinder aufnehmen soll; eingezogen in seine Hallen sind im Festgewande und in Festesfreude Lehrer und Lernende und harren ernstbewegt des Beginnens ihrer Arbeit. Das erste Wort, das zu dieser Arbeit ruft, es soll ein Dankgebet sein, das wir aus innerster Seele emporsenden zu dem ewigen, treuen Gotte, der segnend seine Hand gehalten hat über den Bauleuten, dass der mächtige Bau nun dasteht fest und zweckmässig und das Auge durch die Harmonie der Theile und Schönheit des Ganzen erquickend. In Demuth und Vertrauen flehen wir zu ihm, dem Gott der Kraft und der Liebe, dass sein Geist nun walte in diesem Hause, die Lehrenden begeistere zu freudigem, gewissenhaftem


