Sammlung ausgeſtopfter Vögel, meiſt Stand⸗ und Strichvögel aus der waldeckſchen Ederniede⸗ rung, in 58 Käſten. Außerdem war der Ver⸗ walter der Sammlung, Studienrat Dr. Ortloff, mit Erfolg bemüht, durch Anregung des Sammel⸗ eifers der Schüler und der Gebefreudigkeit von Freunden der Schule, dieſe Sammlungen fort⸗ geſetzt auszubauen. Den phyſikaliſch⸗chemiſchen Apparat war ſchon Direktor Dr. Koch als Fach⸗ mann auf's beſte auszuſtatten bemüht geweſen, ſo daß hier verhältnismäßig geringe jährliche Mittel genügten, die Sammlung auf dem Lau⸗ fenden zu halten. Für den Zeichenunterricht wußte Zeichenlehrer Hoeſer mit beſcheidenen Mitteln eine Sammlung von zunächſt genügendem Umfange zu ſchaffen. Eine freundlichere Ge⸗ ſtaltung der Unterrichtsräume und Flure wurde erreicht durch die Beſchaffung einer großen Anzahl von Künſtlerſteinzeichnungen in paſſenden Rahmen, für welche der Ueberſchuß einer gemeinſam mit
der Stadtſchule im Winterhalbjahr 1910/11 ver⸗ anſtalteten Königin⸗Luiſen⸗Feier beiden Schulen die Mittel gab.
Wenn ſo die Lehrmittel der Schule im gan⸗ zen als ausreichend, z. Teil als reichhaltig und wertvoll bezeichnet werden können, ſo iſt es um ſo bedauerlicher, daß der Raummangel zu ganz ungenügender Unterbringung dieſer Schätze in engen Abſchlägen auf den Fluren nötigte, die es kaum erlauben, die Sammlungen vor Mäuſe⸗ fraß und zerſtörendem Staube zu ſchützen, außer⸗ dem natürlich die Erhaltung der Ordnung, ja die Benutzung fühlbar erſchweren. Ein großer Teil der ornithologiſchen Sammlung mußte in den Klaſſenräumen untergebracht werden, was natürlich recht bedenklich iſt und überdies den Wandraum wegnimmt für andere Zwecke. Wir kommen damit zu dem wundeſten Punkte unſe⸗ rer gegenwärtigen äußeren Schulverhältniſſe, der Raumfrage.
VIII. Die Schulräume.
Die ſtädtiſche höhere Knabenſchule, aus wel⸗ cher die Realſchule hervorging, war zunächſt in Mietsräumen des Jungheimſchen Hauſes, Weggerſtr. 15, untergebracht. Nach der Fertig⸗ ſtellung des neuen ſtädtiſchen Schulgebäudes am Breiten Hagen im Sommer 1897 wurde ihr das bisher von der Stadtſchule benutzte alte Schulgebäude am Kirchplatz zugewieſen, nachdem dieſer aus dem Jahre 1844 ſtammende Bau einigermaßen für ſeine neue Beſtimmung herge⸗ richtet war. Bei der Zuerkennung der Berech⸗ tigung im Jahre 1900 forderte die Aufſichts⸗ behörde natürlich die Schaffung ausreichender, den neuzeitlichen Anſprüchen genügender Räume für die neue Realſchule. Da ein Aus⸗ oder Um⸗ bau des alten Schulgebäudes keine durchgrei⸗ fende Verbeſſerung erwarten ließ, die Gemeinde aber zu einem zweiten Schulbau anderer dring⸗ licher Aufgaben wegen(Gasanſtalt, Waſſerlei⸗ tung, Schlachthaus, Kanaliſation) vorläufig nicht in der Lage war, begnügte ſich das Provinzial⸗ ſchulkollegium ſchließlich mit der einſtweiligen Unterbringung der Realſchule in einem urſprüng⸗ lich für die höhere Mädchenſchule und einige Vkolsſchulklaſſen beſtimmten Flügel der neuen Schule am Breiten Hagen, während der Stadt⸗ ſchule das alte Schulgebäude zurückgegeben
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wurde, das wenigſtens für die damals noch recht kleinen Klaſſen der höheren Mädchenſchule einſtweilen noch auszureichen verſprach. Für die eingeräumten Volksſchulklaſſen wurde Raum gewonnen durch das gleichzeitige Eingehen der Präparandenſchule. Der Umzug wurde im Sommer 1903 bewirkt. Natürlich war dieſe aus mehr als einem Grunde recht uner⸗ wünſchte Umlegung nur als ein Proviſorium für die nächſten 5— 10 Jahre gedacht. Nachdem alſo jene oben genannten ſtädtiſchen Anlagen geſchaffen und die Verzinſung und Abtragung der dafür aufgenommenen Anleiheſchuld geregelt war, kam die Stadtverwaltung auf den Plan der Schaffung eines eigenen Realſchulgebäudes zu⸗ rück. Im Frühjahr 1912 wurde ein dafür ge⸗ eigneter Bauplatz am Breiten Hagen gekauft und dann von Stadtbaumeiſter Berthold auf Grund der von dem Direktor aufgeſtellten Wünſche eine erſte Bauſkizze entworfen. Darauf be⸗ willigte der Gemeinderat am 22. November 1912 die Mittel für die Ausarbeitung eines genauen Bauplanes. Dieſer konnte nach mehrmaligen Abänderungen am 4. Auguſt 1914 vorgelegt werden und fand am 30. November 1914 mit Ermächtigung des Miniſters die Genehmigung des Provinzialſchulkollegiums. Der inzwiſchen


