ausgebrochene Krieg bewirkte leider die vor⸗ läufige Aufhebung des endgültigen Baube⸗ ſchluſſes. Die mißlichen wirtſchaftlichen Ver⸗ hältniſſe der Nachkriegsjahre veranlaßte dann eine weitere Verzögerung. So kam es, daß die Realſchule nun auf 25 Jahre ihres Beſtehens zurückblicken kann, ohne noch die längſt not⸗ wendigen ausreichenden Arbeitsräume gewonnen zu haben.
Es leuchtet ohne weiteres ein, daß in die⸗ ſem langen Zeitraum die Verhältniſſe immer unhaltbarer geworden ſind, nicht nur für die Realſchule ſelbſt, ſondern mindeſtens ebenſo für die mit ihr zwangsweiſe zuſammenhauſende Stadtſchule. ie gemeinſam benutzten Unter⸗ richtsräume(die Aula, als Geſangsklaſſe, die Turn⸗ halle) bieten kaum noch Raum für die immer mehr gewachſene Zahl der darin abzuhaltenden Unterrichtsſtunden. Von den gemeinſamen Knabenaborten ſchweigt man beſſer. Für den Zeichenunterricht der Realſchule wurde im Jahre 1909 eine Döckerſche Schulbaracke neben dem Schulgebäude aufgeſtellt, welche nun auch ſchon auf ein für einen ſolchen Bau ehrwürdiges Alter zurückblickt. Für den geſamten phyſikaliſch⸗ chemiſchen Unterricht der Realſchule(und höheren Mädchenſchule!) muß der Klaſſenraum der UlIl mitverwandt werden, was einen häufigen
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Klaſſenwechſel mit all ſeinen mißlichen Begleit⸗ erſcheinungen zur Folge hat. Von den übrigen Klaſſenräumen der Realſchule ſind nur zwei ausreichend groß, ja mehr als das, während die anderen drei eng und, zumal ſie nach Süden liegen, leicht überhitzt ſind. Beſondere Samm⸗ lungsräume ſind nicht vorhanden, man mußte ſich behelfen mit der ſchon erwähnten Abtren⸗ nung von Endſtücken der drei Flure, durch welche dieſe nicht nur beſchränkt, ſondern auch des freien Durchgangs von Luft und Licht be⸗ raubt werden.
Nach alledem wird jeder Freund der Real⸗ ſchule— und dazu ſollten alle Bürger Wil⸗ dungens ſich mit Stolz zählen— mit dem Lehrerkollegium und den Eltern der Schüler ſich nur in dem Wunſch vereinigen können, daß die Einſicht in die geſchilderte Notlage die heu⸗ tige Stadtvertretung recht bald zu dem Ent⸗ ſchluß beſtimmen möchte, den ſo lang durch mißliche Verhältniſſe hinausgeſchobenen Bau eines eigenen Realſchulgebäudes nun endlich durch⸗ zuführen und damit beiden ſtädtiſchen Schulen die Möglichkeit weiterer gedeihlicher Entfaltung, Lehrern und Schülern aber geſunde und die Schaffensfreudigkeit hebende Arbeitsräume zu geben.


