Aufsatz 
Geschichte der Realschule zu Bad Wildungen 1900-1925. Denkschrift zu 25jährigen Bestehen der Städtischen Realschule zu Bad Wildungen
Entstehung
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in Frankfurt a. M., in Ausſicht genommen und ſum Teil Whon genehmigt das engliſche Lehr⸗ uch mit Grammatik v. Grund⸗Schwabe, die Geſchichtslehrbücher v. Pinnow, das erdkundliche Arbeitsbuch von Schwarz, das Rechenbuch für höhere Schulen von Fiſcher und das anſchließende mathematiſche Unterrichtswerk von Lietzmann⸗ Zühlke, das Lehrbuch der Phyſik von Roſenberg und die Hefte von JödeDer Muſikant(Nr. 36

).

Die Realſchule war von jeher auch bemüht, den Unterricht nicht nur auf das geſprochene Wort und den geſchloſſenen Klaſſenraum zu be⸗ ſchränken, ſondern ihn durch reichliche Verwen⸗ dung von Lehr⸗ und Anſchauungsmitteln aller Art zu beleben und durch unmittelbare Beleh⸗ rung in der Natur und an Erſcheinungen des Außenlebens zu ergänzen. Dieſem Zweck diente u. a. der regelmäßig wiederholte Beſuch der ſtädtiſchen Gasanſtalt, der Zuckerfabrik in Wabern und anderer gewerblicher Betriebe, neuerdings auch des Großkraftwerks bei Borken. Beſonders ergiebige Gelegenheiten dazu bot ſeinerzeit der Bahnbau Wega⸗Buhlen(Sommer 1907) und der Edertalſperre(191113). In der Schule ſelbſt diente der Belebung und Ergänzung des Unterrichts ferner eine lange Reihe verſchiedener Vorträge, auch in franzöſiſcher Sprache, Licht⸗ bildern und Filmvorführungen, außerhalb der⸗ ſelben beſonders die Theaterfahrten der oberen Klaſſen zu Schüleraufführungen im Staats⸗ theater in Caſſel. SchillersTell wurde 1914, 1915 u. 1921 geboten, LeſſingsMinna v. Barn⸗ helm 1920, HebbelsNibelungen 1922, Schillers Maria Stuart und KleiſtsHermannsſchlacht 1924. Im Jahre 1913 konnten auch einige Schüler der oberſten Klaſſe an den vom deut⸗ ſceen Schillerbund veranſtalteten Nationalfeſt⸗ ſchele für die deutſche Jugend in Weimar teilnehmen.

Die körperliche Ausbildung der Schüler wurde von Anfang an eifrig gepflegt. Neben den planmäßigen Turnſtunden wurden im Sommer elegentlich Spiele im Freien vorgenommen.

m Winter wurden regelmäßig Stunden für freies Turnen unter Aufſicht von Lehrern an⸗ geſetzt. Seit dem Winter 1906/07 ſtand eine ſtädtiſche Eisbahn für den Schlittſchuhlauf, ſeit dem darauffolgenden Winter auch eine Rodel⸗ bahn zur Verfügung. Zum Baden mußten die Schüler anfangs den weiten Weg nach der Eder bei Wellen zurücklegen. In den Sommern von 1909 1910 unternahm der Direktor ſtattdeſſen

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Badefahrten mit ihnen zu dem ſtädtiſchen Schwimmbad in Fritzlar. Am 3. 7. 1911 wurde endlich auch hier eine ſtädtiſche Bade⸗ und Schwimmanſtalt eröffnet. Die Nachkriegs⸗ zeit brachte amtlich angeordnete Spielnachmit⸗ tage und Wandertage. Doch war das Wandern hier von jeher fleißig betrieben worden. Öfter führten auch mehrtägige Wanderfahrten große Scharen unſerer Schüler bis in den Thüringer Wald(1901), in die Rhön(1903), in das Sauer⸗ land(1905), in das Knüllgebirge(1906), zur Weſer, nach Pyrmont und in den Teuto⸗ burger Wald(1907 und 1911) und auf den Meißner(1914). In den Kriegs⸗ und Nach⸗ kriegsjahren erſchwerten die wirtſchaftlichen Ver⸗ hältniſſe dergleichen allgemeine Fahrten. Erſatz dafür boten jedoch zum Teil die Fahrten des 1910 an der Realſchule gegründeten Wander⸗ vogels und der nach und neben ihm neuerdings entſtandenen ſonſtigen Jugendvereinigungen(Ad⸗ ler und Falken 1921). Auch bildete ſich nun auf Anregung des Turnlehrers Dahms eine ſtarke Schülergruppe innerhalb des hieſigen Turnver⸗ eins; turneriſche Wettübungen, beſonders bei dem jährlich begangenen Schulfeſt fanden ſtatt, und auch an den neueingerichteten Reichsjugend⸗ wettkämpfen wie den Schlagballwettſpielen der preußiſchen höheren Schulen beteiligten ſich die Schüler der Realſchule eifrig und mit gutem Erfolge. Anerkannt und weiter angeregt wurde dieſer Eifer auch durch die zuerſt Oſtern 1922 im Rahmen der Schlußprüfung der Ull ab⸗ gehaltenen beſonderen Prüfung im Turnen.

Zur Förderung der Handfertigkeit der Schüler wurden von dem Zeichenlehrer der Realſchule Hoefer, welcher ſelbſt in den Som⸗ merferien 1912 an einem Ausbildungskurſus von Lehrern für Knabenhandarbeit in Leipzig teilgenommen hatte, ſeit dem Winterhalbjahr 1921/22 jährlich freie Handfertigkeitskurſe ver⸗ anſtaltet, an welchen ſich beſonders die Schüler der unteren Klaſſen zahlreich und eifrig betei⸗ ligten. Die erlangte Fertigkeit kam ebenſoſehr dem Elternhauſe wie der Schule zu ſtatten, für welche die kleinen Handwerker allerlei einfache Ausbeſſerungsarbeiten verrichteten und kleine Gebrauchsgegenſtände(Stundenpläne, Mappen, Bilderkäſten) verfertigten. Auch ſonſt ſuchte die Schule ihre Zöglinge auf verſchiedene Weiſe zur Selbſtbetätigung anzuregen. Was unſere Schüler beſonders in den Kriegsjahren im vater⸗ ländiſchen Dienſte leiſteten, verdiente eine beſon⸗ dere Darſtellung.