Aufsatz 
Geschichte der Realschule zu Bad Wildungen 1900-1925. Denkschrift zu 25jährigen Bestehen der Städtischen Realschule zu Bad Wildungen
Entstehung
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1917 ab wurden alle Uuterrichtsſtunden auf den Vormittag zuſammengelegt. Geſchah dies zunächſt, um Erſparniſſe in der Heizung zu er⸗ zielen, ſo empfahl es ſich doch auch mit Rück⸗ ſicht auf die zahlreichen auswärtigen Schüler, welche nun mit den Mittagszügen wieder in ihre Heimatsorte gelangen können und ſo eher die nötige Zeit behalten für ihre häuslichen Aufgaben. Die in den letzten Jahren ſich vorbereitende Neuregelung des geſamten höheren Unterrichtsweſens machte dann dieſe Vereini⸗ gung der Unterrichtsſtunden auf den Vormittag zur Regel, um die Nachmittage ganz für die häusliche, möglichſt auch freigewählte Arbeit der Schüler, ſowie für ihre körperliche Ertüch⸗ tigung freizumachen. Je ein von Schulauf⸗ gaben freier Nachmittag der Woche wurde zu⸗ gleich für den geregelten Spielbetrieb der Schule beſtimmt. Im Zuſammenhang mit dem Lehrerabbau, wenn auch nicht durch ihn allein veranlaßt, erfolgte dann von Oſtern 1924 ab eine merkliche Herabminderung der wöchentlichen Stundenzahl, ohne daß jedoch die Ziele des geſamten Schulunterrichts damit weſentlich nied⸗ riger geſteckt werden ſollten. Gleichzeitig wurde den Schulen aufgegeben, ihren Lehrplan und ihr Lehrverfahren nach den RNichtlinien der Denk⸗ ſchrift des Miniſters für Volksbildung vom März v. J. allmählich umzuſtellen. Im be⸗ ſonderen wird dabei eine engere Verbindung der bisher getrennten Unterichtszweige und eine Gewöhnung der Schüler an ſelbſtändige Mit⸗ arbeit auch im Unterricht angeſtrebt(Konzen⸗ tration⸗ undArbeitsuntericht). Genauere Vor⸗ ſchriften darüber ſind in den neuen Lehrplänen zu erwarten, welche Oſtern 1924 zunächſt nur für die neugeſchaffenen Schulformen der Deut⸗ ſchen Oberſchule und der Aufbauſchule erlaſſen wurden, für Oſtern 1925 aber auch für die anderen Schulgattungen herausgegeben werden ſollen. Einſtweilen iſt hier noch alles im Fluß und perſönlicher Erwägung und Erprobung der einzelnen Lehrer, bezw. der Lehrerkollegien, an⸗ heimgeſtellt. Sobald wieder eine gewiſſe Klä⸗ rung eingetreten ſein wird, ſollen die Eltern unſerer Schüler durch die von Oſtern d. J. ab wieder erſcheinenden Jahresberichte, wie durch mündliche Darlegungen in Elternverſammlungen über dieſe für das Elternhaus wie für die Schule gleich bedeutungsvollen Neuerungen näher unterrichtet und zu eigener Mitarbeit aufgefordert werden

Auch in den Lehrbüchern für die Hand

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der Schüler werden im Zuſammenhang damit tiefergreifende Aenderungen eintreten. Doch brachten auch die hinter uns liegenden 25 Jahre hierin ſchon manchen Wechſel. Im Religions⸗ unterricht wurde die früher gebrauchteBibliſche Geſchichte von Oſtermai erſetzt und ergänzt durch das Oſtern 1917 eingeführte Hilfsbuch für den evangeliſchen Religionsunterricht von Marx und Tenter. An Stelle der Vollbibel war für die Oberklaſſen ſchon von Anfang an das bib⸗ liſche Leſebuch von Völker und Strack in Ge⸗ brauch. Die deutſchen Leſebücher von Hopf und Paulſiek(Muff) wurden von Oſtern 1906 an durch die von Liermann erſetzt. Daneben wurden 1912 die grammatiſchen Hilfsbücher von Menſing eingeführt. Im franzöſiſchen Unterricht wurden ſtets die Lehrbücher von Kühn u. Diehl(ſeit Oſtern 1906 vereinigt) ge⸗ braucht. Im Engliſchen war zunächſt Uaus- knecht, The English Student in Gebrauch, ſeit Oſtern 1911 das Lehrbuch von Dubislav und Boek. In der Geſchichte diente nach Knaake(Alte) und Eckertz(Deutſche Geſchichte) von Oſtern 1912 ab das Lehrbuch von Pfeiffer als Lernbuch für die Schüler. Daneben wurde die Anſchaffung des Geſchichtsatlaſſes von Putzger, ſpäter wenigſtens in der kleinen Aus⸗ gabe, verlangt. Für die Erdkunde hielten wir bisher an Supans deutſcher Schulgeographie feſt. Als Schulatlas waren die kleinere und größere Ausgabe des Lüddecke⸗Haack ſeit Oſtern 1903 an Stelle der Atlanten von Debes ge⸗ treten. Doch wurden in den Kriegs⸗ und Nachkriegsjahren auch andere Atlanten zuge⸗ laſſen. Dem mathematiſchen Unterricht dienten bisher die Rechenhefte von Böhme und Böhme⸗ Scheffer, Bardey, ſeit Oſtern 1902 Matthieſen für Arithmetik und Algebra, Spieker für Geo⸗ metrie, das Heftchen von Reidt für Trigono⸗ metrie und Stereometrie, für das logarithmiſche Rechnen die Tafeln von Schlömilch. Im natur⸗ geſchichtlichen Unterricht traten an die Stelle der Lehrbücher von Woſſidlo ſeit Oſtern 1909 die von Schmeil; in der Phyſik und Chemie wurden die Bücher von Waeber Oſtern 1902 bezw. 1903 durch die von Koppe⸗Husmann und Schreiber erſetzt. Für den Geſangunterricht waren lange die Liederſammlung von Kaulbach, daneben ſeit Oſtern 1907 das Chorliederbuch von Palme in Gebrauch. Für die im Werden begriffene Neugeſtaltung des geſamten Unter⸗ richts ſind bereits eingeführt die deutſchen Leſe⸗ bücherLebensgut des Verlages von Dieſterweg