Aufsatz 
Direktor Professor Dr. Otto Klein. Nekrolog
Entstehung
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Eine große Lücke entstand in dem Lehrkörper der jungen Anstalt durch den plötzlichen Tod des Direéktors. Am 29. Oktober morgens 10 Minuten vor 8 Uhr brach der schaffensfreudige Mann nur wenige Schritte vor dem Schulgebäude zusammen. Einige Lehrer und Schüler trugen den für ohnmächtig gehaltenen Direktor in die Wohnung des Pedellen, wo der herbeigerufene Arzt den bereits eingetretenen Tod fest- stellte. An diesem Tage fiel der Unterricht aus, denn Lehrer und Schüler waren infolge des tragischen Ereignisses wie gelähmt. Noch an demselben Tage wurde der Unter- zeichnete telegraphisch von der vorgesetzten Behörde mit der vorläufigen Wahrnehmung der Direktorialgeschäfte beauftragt. Am Mittwoch, den 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr fand die Beerdigung des Verstorbenen statt, und eine Stunde vorher wurden die Schüler zu einer Gedächtnisfeier in der Aula versammelt, bei welcher der Vertreter der staat- lichen Behörde, Herr Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser, der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Bürgermeister Hess, sowie der Unterzeichnete dem so früh verstorbenen Direktor anerkennende Worte widmeten und die Mahnung an die Schüler richteten, das Andenken des Entschlafenen durch stete, treue Pflichterfüllung zu ehren. Die Beteiligung an der Leichenfeier war eine überaus großeé. Die Lehrer der hiesigen höheren Schulen folgten fast ausnahmslos dem Sarge des Kollegen, und auch viele frühere Schüler sowie zahl- reiche Vertreter der Bürgerschaft nahmen an dem Trauerzug teil. Am Grab sprachen der amtierende Geistliche, Herr Pfarrer Grein, und Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser beredte Worte zum Gedächtnis des Entschlafenen, und Herr Bürgermeister Hess, Direktor Güth, sowie der Unterzeichnete legten mit Worten der Wertschätzung Kränze im Namen der durch sie vertretenen städtischen Behörde und der beiden Lehrerkollegien nieder. Auch die Schüler schmückten das Grab des geliebten Direktors mit prachtvollen Kränzen.

Der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 26. Januar durch einen Festaktus begangen, bei welchem Herr Oberlehrer Huffelmann die Festrede über den Heermeister Wolter von Plettenberg und seinen Kampf um die deutsche Ostseekolonie hielt.

An den Geburts- und Todestagen der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. gedachten die Ordinarien in ihren Klassen der Verdienste der beiden Herrscher.

Am 2. September fand zur Erinnerung an die Schlacht bei Sedan eine Schulfeier statt, bei welcher der Unterzeichnete die Festrede hielt.

Die Pfingstferien dauerten vom 1. bis 12. Juni; die Sommerferien vom 13. Juli bis 14. August; die Herbstferien vom 29. September bis 12. Oktober, die Weihnachtsferien vom 22. Dezember bis 8. Januar.

Der Gesundheitszustand war bei den Schülern ein günstiger, während mehrere Lehrer ihre Amtstätigkeit auf längere oder kürzere Zeit unterbrechen mußten.

Herr Oberlehrer Abt war zur Ableistung einer militärischen Ubung vom 19. Oktober ab auf 4 Wochen beurlaubt.

Am 5. Juli unternahmen die Schüler aller Klassen unter Führung ihrer Ordinarien Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung der Stadt.

An 5 Nachmittagen wurde wegen allzu großer Hitze der Unterricht ausgesetzt. Zum Zweck des Schlittschuhlaufens fiel der Nachmittagsunterricht zweimal aus.

Aim 26., 27., 28. und 20. November unterzog Herr Provinzialschulrat Dr. Kaiser die Schule einer eingehenden Revision.