Aufsatz 
Ein Jahrhundert aus der Geschichte der höheren gelehrten Schulen Fuldas : 1734-1835 : Festschrift zur Feier des 50. Stiftungsfestes des jetzigen Königlichen Gymnasiums zu Fulda am 25. Mai 1885 / von Prof. Jakob Gegenbaur
Entstehung
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Scharfsinn und Urteilskraft respektvoll Platz machten, besasz dieser für muntere Spässe auf- gelegte Mann auch mehr als eine jener Magistereigenschaften, die den Mutwillen der Schüler oft herausforderten. KAltere und jüngere Schüler wissen davon mancherlei zu erzählen. Petri stand mit vielen Gelehrten Deutschlands in regem Verkehr. Er starb am 11. Juli 1850.

Johann Friedrich Heinrich Jäneke wurde geboren zu Klein-Wusterwitz bei Brandenburg, wo sein Vater Amtmann war. Jäneke studierte auf den Universitäten Göttingen und Halle Theologie und Philologie. Nach vollendetem Studium nahm er eine Hauslehrerstelle bei dem Oberforst- meister von Hanstein in Allendorf a/W an, dessen zwei Söhne er vorbereitete, bis sie die Univer- sität Göttingen bezogen. Gleich bei dem Antritt dieser Stelle war Jäneke dem Pfarrer in Töpfen adjungiert worden. Da aber dieser seine Stelle noch immer versehen konnte, so trat er aufs neue in eine Hauslehrerstelle bei dem holländischen Major v. Baumbach zu Reichensachsen, nachherigem Oberstallmeister des Fürsten von Oranien. In dieser Stellung wurde er durch Patent des Fürsten von Oranien vom 11. Nov. 1805 als protestantischer Religionslehrer am Gymnasium und Schullehrer-Seminar ernannt. Auf dem Lehrplan des Gymnasiums für den Sommer 1805, ebenso wie für 1805/6 und 1806/7 steht er noch nicht als Lehrer, war also während dieser Zeit nur an der Vorbereitungsschule mit 6 St. beschäftigt. Unter dem 27. Januar 1806 erhielt er vom Fürsten von Oranien den TitelMagister. Sein Anstellungsreskript vom 22. Aug. 1806 setzt seine Besoldung von 300 fl. bar und an Naturalien 6 Mltr. Korn, 6 Mltr. Hafer, 4 Klafter Holz fest. Nach dem Tode des Direktors Meissner übernahm Jäneke die Redaktion des Fuldaer Intelligenzblatts gegen eine Vergütung von 100 fl. Durch Verfügung des Fuldaischen Konsistoriums vom November 1808 erhielt er 6 St. wöchentlich mehr am Gymnasium zu erteilen und dafür eine Vergütung von 100 fl.; dagegen wurde ihm wie allen anderen Professoren unter der französischen Administration der Naturalienbezug des Besoldungsholzes entzogen und nur eine Entschädigung von 7 fl. 30 kr. für die Klafter bewilligt, während der Marktpreis auf 12 fl. stand.

Im Schuljahre 1816/17 erteilte Jäneke an der Vorbereitungsschule Rechnen und Deutsch in je 2 Stunden und am Gymnasium in der I. und II. Klasse 4 St. Deutsch sowie in der I. Kl. 3 St. Rechnen. Im Jahre 1825 erhielt er den Auftrag, in fünf wöchentlichen Stunden als Katechet der Religion den Zucht- und Zwangsarbeitshaus-Gefangenen Unterricht zu erteilen gegen eine Ver- gütung von jährlich 60 fl. In demselben Jahre kam er auch als Lehrer an die Handwerkerschule mit 75 fl. Gehalt, aus welcher Stelle er 1839 mit Pension ausschied. Die Redaktion des Intelligenz- blattes hatte er schon 1816 aufgegeben, weil er noch neben der Redaktion die Rechnungsführung und Expedition zu besorgen hatte; an seiner Stelle erscheint der Rendant Höfle, früher auch Ly- ceumsrentmeister, als Redakteur des Wochenblattes. Nach der Verlegung des Schullehrer-Seminars nach Homberg wurden ihm durch den Minister Hassenpflug auch noch 30 fl. für den Ausfall der Stunden an diesem Institut abgezogen, und so sah denn dieser gutmütige Mann, der bereits ein Alter von 70 Jahren erreicht und sich mannigfach geplagt hatte, nach seiner Pensionierung am Gymnasium am 18. März 1835 mit trüben Gedanken der Zukunft entgegen. Die ihm anfangs bewilligte Pension von 300 fl. wurde infolge erhobener Reklamation 1837 auf 400 fl. erhöht. Jäneke starb im hohen Alter von 76 Jahren am 16. Jan. 1841.

Der am 11. Mai abgehaltenen Konferenz wohnten ebenfalls nur die fünf oben erwähnten Mit- glieder bei; es wurde zunächst beschlossen, die Anschaffung eines Konferenzprotokollbuchs zu be-