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Prüfung:„Rede über die heutigen Vermehrer und Feinde unserer Muttersprache“ von Hillenbrand; zur dritten Prüfung erschien:„Verteidigung unserer Lehrart in der lateinischen Sprache;„vorzugs- weise gerichtet gegen die Vorwürfe, als ob das Lateinische vernachlässigt würde. Es heiszt darin: „wir lehren die lateinische Sprache nicht aus der Grammatik, weil wir keine Sprachkünstler bilden wollen, sondern die Grammatik aus der Sprache, um Sprachkundige zu erziehen, und geben Bei- spiele zur Bildung des guten Geschmacks. Nach Form und Inhalt ist diese Abhandlung wie die vorhergehende, wenn sie auch in der von Pfaff aufgestellten Reihenfolge fehlt, ebenso wie die zu den Herbstprüfungen 1877 erschienene:„Von der Hartnäckigkeit der Kinder“, vom Direktor Hillenbrand, von dem auch im Jahre 1778 zwei Abhandlungeu stammen, die ebenfalls wie alle folgenden ohne Namen des Verfassers erschienen sind. Es sind dieses:„Was wird zu einer Lobrede erfordert?“ mit einer kurzen rhetorischen Abhandlung und„vom Krinomenon oder dem Hauptsatze eines Auf- satzes“. Die Abhandlungen Hillenbrands sind meistens polemischer, doch niemals persönlicher Natur, die eine namentlich zur Verteidigung der Lehrart der lateinischen Sprache richtet sich gegen einen „nagelneuen Erziehungsplan, der sich eigne für Zöglinge, die man zum Pflugziehen, zur Mastung, zum Stiergefecht, das ist nur zum Gebrauche des Körpers nährt“.
Das Jahr 1779 bringt eine Abhandlung von Friedrich Klippmiller über den Einfluss der mathemati schen Wissenschaften auf das bürgerliche Leben. Klippmüller war auch Lehrer an der städtischen Schule und Landgeometer. Ignaz Dorn, Prof. der Mathematik, schrieb: Calculus de- cimalis ad usum tironum concinnatus. Christoph Beau, Lehrer der deutschen Sprache, behandelte den Unterschied zwischen Poesie und Prosa und Herrlein erörterte die Frage: Was ist die neue Lehrart? Dann folgte Hillenbrand mit der Abhandlung:„Ob es ein gewisses Zeichen eines ge- bildeten Volkes sei, wenn bei ihm die schöne Wissenschaft und Kunst blühe?“ Die Abhandlung im Jan. 1780 von Prof. Christian Dietrich enthielt eine Verteidigung des öffentlichen Unterrichts in der Historie, mit dem Motto aus Cicero: Nescire quid ante, quam natus sis, acciderit, est, semper esse puerum. Zur zweiten Prüfung erschienen ohne Angabe des Verfassers: Muster sinnreicher Ausdrücke zur Bildung des Witzes. Zur dritten Prüfung teilte G. Lohr„Gedanken über die Lehr- art der lateinischen Sprache“ mit. Zum Schluss des Schuljahres wurde Horatii ars poëtica ad usum Gymnasii veröffentlicht. Zum Beginn des Jahres(1781) wurde die oben erwähnte„Allgemeine Ordnung für die niederen Schulen“ veröffentlicht, sodann folgten die Abhandlungen von W. Ignaz Riegel, Prof. der Rhetorik:„Ewas von der Bildung des guten Geschmacks in Briefen“; von Meyer, Prof. der Naturlehre, über die Naturgeschichte; von NHillenbrand: M. Valerii Martialis Epigram- mata selecta. In usus discipulorum. Collect. 1. u. 2. Im Januar 1782 schrieb B. Herrlein:„Uber die äsopische Fabel nach Theorie und Muster“; im Mai liess Hillenbrand die Collect. 3. der Epigrammen folgen; im Juli teilte Ign. Dorn mit:„Scientia proportionum explanata“, und den Schluss des Jahres macht eine Abhandlung Hillenbrands:„Über Erziehungsschriften der Alten“. Der zweite Teil dieser Abhandlung erschien 1783 und diesem folgte:„Die Lobrede auf die Deutschgelehrten“; den Schluss des Jahres machten Calculi trigonometrici, pars I, ohne Angabe des Verfassers.
Merkwürdigerweise findet sich in beiden erhaltenen Sammlungen kein Exemplar eines Pro- gramms von 1784; in 1785 haben sie so kleines Format angenommen, dass statt der Abhandlung eine Stelle aus Quinctilian 1,3„Vom Nutzen der öfteren Prüfungen“ und 1786 ein Kompendium


