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rhetoricarum tabularum und Rhetorices pars 1., Inventio, mitgeteilt wird. Das letzte von 1786 ent- hält:„Andeutungen zur Beurteilung der Geschichtsschreiber“; sodann„über christliche Klugheit nach ihren Quellen, Ausübung und Bewegungsursachen“.
Es fällt dies in die Zeit, wo die Mittel zur Unterhaltung der Lehrer nicht mehr recht aus- reichten, weshalb schon Hillenbrand nach jüngeren und wohlfeileren Kräften sich umsah und einen Teil der erledigten Stellen selbst zu versehen suchte. Diese Programme bestehen nur aus einem Quartblatt, das zu 4 Oktavseiten eingebogen ist; sie enthalten Prüfungsordnungen. Ob später auch diese nicht mehr ausgegeben worden sind, oder ob man es nicht mehr der Mühe wert fand solche aufzubewahren, oder ob sie sonst verloren gegangen sind, ist nicht zu sagen. Nur die Festschriften von 1785 und 1789 finden sich noch vor. Dieselben sind von B. Herrlein: Rede auf das bevorstehende doppelte Jubiläum zweier fuldaischer Abte: das 1000jährige vom seligen Tode des hl. Sturmi, unseres ersten Abtes, und das fünfzigjährige vom geistlichen Leben Sr. hochfürst- lichen Gnaden Heinrichs VIII. von Bibra, unseres hochwürdigsten Bischofs, gnädigsten Fürsten und Herrn und 83. Abtes; die zweite ist der Wahl Adalberts III. von Harstall(1788) und der Weihe desselben(1789) gewidmet.
Da diese Programme gar keine persönlichen Nachrichten über den Ab- und Zugang der Professoren enthalten, auch sonst keine Aktenstücke vorhanden sind, woraus dies nachgewiesen werden könnte, und bei den Prüfungen nur die Lehrgegenstände, aber niemals der examinierende Lehrer genannt wird, so ist eine neue Ernennung späterer Lehrer nur dann zu erkennen, wenn sich eine Programmabhandlung mit ihrem Namen unterschrieben findet. Aber auch diese Programm- sammlungen, die eine auf der Bibliothek des Gymnasiums, die andere auf der Landesbibliothek, sind lückenhaft. Das eine nur lässt sich mit Bestimmtheit angeben, wer 1774 die Professoren waren, weil die Namen derselben, mit Ausnahme des Professors der Mathematik, in dem fürstlichen Edikte vom 23. Sept. 1774 genannt sind. Die Nachfolger und der Wechsel der Professoren hat nur vereinzelt aus spärlichen Quellen zusammengestellt werden können. Lehrer der deutschen, lateinischen und griechischen Sprache in der ersten Klasse war Gerhard Lohr, Klerikus, von 1790 an Stadtpfarrer in Hammelburg; in der zweiten Klasse Weltpriester Jakob Zoeifel; Französisch un- terrichtete in der dritten und vierten Klasse Hofkammerrat Pagerieinspektor und Haushofmeister Johann Baptist Meyer; Religionslehre und Kirchengeschichte lehrte Joseph Schramm, Subregens des bischöflichen Seminars, in allen vier Klassen; er wurde 1787 Hospitalpfarrer, 1789 Frühmesser in Geisa, 1790 Pfarrer in Grossentaft; er starb den 1. Mai 1819. Den Unterricht in der Rhetorik in der 3. und 4. Klasse gab Weltpriester Joseph Fleischütz, Ubersetzer der Vulgata(1778 bis 1781); er wurde 1781 von Fulda nach Freiburg berufen und zu seinem Nachfolger Prof. Igna⸗ Riegel ernannt. Riegel blieb bis zum Jahre 1793 Professor, dann wurde er Pfarrer zu Kämmerzell, wo er 1802 starb. Lehrer der Dichtkunst war Sturmi Bruns; er schrieb das Leben des hl. Sturmius zur Feier des 1000jährigen Todestages desselben(1773); er starb schon 1779. Sein Nachfolger war Balthasar Benedikt Herrlein als Professor der Poetik, der deutschen Sprache und 1787 auch der Geographie. Herrlein wurde 1790 Pfarrer in Dippach, woselbst er im Juni 1809 starb.
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