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Karl Freiherr von Piesport ward zu Schöllkripp im Erzbistum Mainz den 24. Juni 1716 ge- boren, wurde im päpstlichen Seminar zu Fulda ausgebildet; trat 1735 in den Benediktiner- Konvent, worauf er noch 1744 mit seinem Freunde, dem Freiherrn Damian v. Ritter zur weiteren Ausbildung die Universität Salzburg bezog; er war der bedeutendste Gelehrte des Benediktiner-Konvents und der hervorragendste und begabteste Mann, der berufen war, die Geschicke der höheren Schulen zu leiten. Er wurde 1743 als öffentlicher und ordentlicher Professor an der Adolphiana zuerst der Theologie und 1746 auch der Theologie ernannt. Die Worte seines Biographen sind höchst be- zeichnend:„Fuerunt sane ea aetate complures in monasterio Fuldensi homines sapientissimi, qui optimarum artium studia colere ac pro viribus promovere operae pretium duxerint: at vero, qui pro maiore industria aut vehementiore in bonas disciplinas amore cum Carolo de Piesport comparari possit, et elegantiam doctrinae cum vitae probitate felicius coniunxerit, neminem fuisse contendunt“.
Nicht allein durch seine Gelehrsamkeit und Gewandtheit in der Darstellung, der Schärfe seiner Beweisführung, sondern auch durch seinen Eifer, seinen Fleiss, seine fortgesetzten Studien ward er ein Vorbild der Jugend. In das Jahr 1749 fallen seine Schriften: Loca difficiliora novi testamenti und Notae ad librum St. Augustini de utilitate credendi; 1753 wurde er geist- licher Rat und zugleich ecclesiae cathedralis theologus; 1756 Offizial; 1758 Kapitular und unter Heinrich VIII von Bibra 1760 Provinzial und Superior in monasterio ad St. Salvatorem und 1762 Vizepräsident der fürstlichen Regierung. In allen diesen Amtern erwarb er sich durch seine per- sönliche Liebenswürdigkeit, durch seine Klugheit und seine Gewandtheit in der Führung der Ge- schäfte, sowie durch seine Gelehrsamkeit und Frömmigkeit ein weit über die Grenzen des Fürsten- tums hinaus gehendes Ansehen und vor allem die volle Zufriedenheit und Unterstützung seines Fürstbischofs. Insbesondere durch seine Bemühungen gelangte die Schule der Benediktiner im Konvent wiederum zu neuer frischer Blüte; es gingen aus dieser Schule eine Reihe von Männern hervor, welche als Professoren an der Adolphiana entweder als Philosophen und Theologen, oder als Mathematiker und Physiker mit Erfolg wirkten. Dahin gehörten: Kolumban Becker aus Nie- derroda, Professor der Physik und Mathematik an der Adolphiana, starb 1807. 2) Sturm Bruns, Professor am Gymnasium, aus Fulda, starb 1779. 3) Peter Böhm aus Fulda, Professor der Kirchen- geschichte, später Bibliothekar und geistlicher Rat, starb am 12. Februar 1822. Ein Zeitgenosse sagt von ihm bei seinem Tode:„Seine Wissenschaften wurden bloss von seiner Rechtschaffenheit übertroffen und diese durch das ruhige Hinblicken jenseits des Grabes gekrönt. Welch ein Ver- lust! Eine Zierde Fuldas!“ 4) Placidus Dickert von Salmünster, Professor der Mathematik an der Universität(1796). 5) Konrad Eberth, Professor der Kirchengeschichte an der Adolphiana und 1780 Praeses studiorum, geistlicher Rat und Mitglied des Konsistoriums. 6) Paul Gegenbaur aus Hammelburg, Professor der Philosophie an der Universität, starb am 1. Februar 1821 als Pfarrer auf dem Johannisberge im Rheingau. 7) Egid Heller von Reulbach, Professor der Physik und Naturgeschichte an der Adolphiana 1791. 8) Bardo Herberth von Zirkenbach, Professor des kanonischen Rechts an der Universität. 9) Quinibert Mihm von Zitters, geb. den 27. Jan. 1755, Professor der Moral und praktischen Philosophie, 1779 der Logik, 1796 wirklicher geistlicher Rat, starb als Stadtpfarrer und Dechant zu Hünfeld 1811; er war an die Stelle Karl Schalks getreten, der anfangs Schüler des Jesuiten-Gymnasiums war, dam 1776 in den Benediktiner-Orden eintrat,


