Aufsatz 
Ein Jahrhundert aus der Geschichte der höheren gelehrten Schulen Fuldas : 1734-1835 : Festschrift zur Feier des 50. Stiftungsfestes des jetzigen Königlichen Gymnasiums zu Fulda am 25. Mai 1885 / von Prof. Jakob Gegenbaur
Entstehung
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dem wird das seitliche Ausweichen der Mauern durch unter dem Gewölbe der Kirche sowie oben im Plafond der Aula angebrachte Verankerungen verhütet.(Progr. 1878 S. 14).

Nach der Umwandlung des Hochstifts in ein weltliches Fürstentum wurde das ganze Schul- gebäude der Jesuiten nebst dem päpstlichen Seminar als Kaserne benutzt; die Stadt wurde später veranlasst, auf ihre Kosten noch ein neues Stockwerk darauf zu setzen. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude als baufällig, auch nicht mehr geeignet für eine Kaserne angesehen, und die Stadt hat dasselbe von der Kriegsverwaltung kürzlich angekauft. Nach Aufhebung der Universität wurden die Räumlichkeiten für das Lyceum und einige Klassen des Gymnasiums hergerichtet, während die an- dern in dem Bibliotheksgebäude untergebracht waren. Ausser der Wohnung des Direktors, die im linken Flügel lag, war vorzugsweise der rechte Flügel bestimmt im 3. Stock für das physikalische Kabinet und zu einer Wohnung für den Professor der Mathematik, die zuerst Heller und später Arnd inne hatte; im mittleren Stock befanden sich die drei Jahrgänge des Lyceums und im un- teren Stock, wie noch jetzt, die Wohnung des Pedellen. Ein eigenes Konferenzzimmer für die Lehrer gab es nicht; sie kamen gewöhnlich in der Wohnung des Direktors zusammen oder hielten wie die Peripatetiker ihre Besprechungen im Hofe wandelnd ab. Das jetzige Klassenzimmer der Obertertia war viele Jahre hindurch lediglich für den Musikunterricht und das der Untertertia für den Zeichenunterricht bestimmt.

Im nördlichen Flügel im dritten Stock lag die Wohnung des Lyceumsrentmeisters. Dieselbe nahm die ganze Nordostseite ein, mit Ausnahme der westlichen Hälfte des jetzigen Klassenzimmers der Quinta, welche zur Abbüssung von Karzerstrafen für die Lyceisten bestimmt war. Wie sich aus einem Beschlusse der Kurf. Regierung vom 5. Dez. 1833 an den Studien-Kommissar Prof. Schell ergiebt, wurde der Karzer auch zu anderen Zwecken benutzt; in dem Dekretedas Besserungs- Verfahren wider den Lyceums-Rentmeister betreffend, wird der Studien-Kommissar benachrichtigt, dass die Regierung über den Gebrauch des Karzers für die Dauer von 14 Tagen bis 4 Wochen verfügt habe..

Das weite Auseinanderliegen der Schulzimmer von der Bibliothek bis an das Lycealgebäude führte zu vielen Klagen und Beschwerden, und es kam dann endlich dazu, dass der linke Flügel ganz für Lehrzwecke hergerichtet und die Klassen aus der Bibliothek hinweggenommen wurden. Es lagen nunmehr im linken Flügel unten die Vorbereitungsschule und die erste Klasse, darüber im zweiten Stock die zweite und dritte Klasse des Gymnasiums; die Zimmer nach dem Stadtgraben im 2. Stock blieben für Gesang und Zeichnen bestimmt, und oben im 3. Stock wofint⸗ der Lyceums- rentmeister bis zum Jahre 1835.;.