Aufsatz 
Die Lehrer des Gymnasiums von 1835 bis 1885
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1y

vor, als unsere Anstalt, die zwar alljährlich am 4. Februar das Andenken an Hrabanus feiert und auch im Jahre 1856 die Feier tausendidhriger Erinnerung an den hochverdienten Vorsteher der Klosterschule Fulda besonders festlich begangen hat, doch ein eigentliches Datum ihres Geburts- kages wie die Schwesternanstalten in Marburg, Hersfeld, Hanau, Kassel und Rinteln sonst nicht nachweisen kann. Das Datum der jüngsten(i. e. fünften) Phase ihres an Wandelungen so reichen Daseins hingegen, wie auch der unmittelbar vorhergehenden, steht aktenmässig fest. Auch hat- es an sich eine Berechtigung diesen letzten Teil einer langen Kette gesondert für sich zu be- trachten, wenn auch der Zusammenhang mit den früheren, teilweise anders beschaffenen Stücken nicht zerrissen werden soll.

So wird denn also, da der 25. Mai in diesem Jahre auf Pfingstmontag fällt und am 23. die kurzen Pfingstferien beginnen, diese Semisdkularfeier am 22. Mai festlich begangen werden, und ich erlaube mir einstweilen im Namen des Lehrerkollegiums für diese Feier, zu welcher seiner Zeit noch durch eine besondere Festschrift Einladung ergehen wird, im voraus um geneigte Teil- nahme zu bitten und insbesondere den Wunsch auszusprechen, dass sich an derselben namentlich auch frahere Lehrer und Schüler der Anstalt recht zahlreich beteiligen möchten. Ausser einem OSentlichen Schulaltus in der Aula und voraufgehendem Festgottesdienste ist für den Nachmittag resp. Abend ein Festessen oder ein Festkommers in Aussicht genommen, sowie eventuell für den folgenden Tag ein gemeinschaftlicher Ausflug in die Rhön.

Zugleich aber wurde der Gedanke angeregt, es möge auch auf ein bleibendes Andenken an diesen Tag Bedacht genommen werden, und man war der Meinung, dass dieses wohl nicht besser als durch Gründung einer Jubildums-Stiftung fuür wohlbegabte, aber unbemittelte Schüler der An- stalt geschehen könnte.

Indem ich mich daher vertrauensvoll an alle wende, die zur Förderung eines so schönen Werkes etwas beizutragen bereit sind, richte ich ganz besonders an die ehemaligen Schüler der Anstalt die herzliche Bitte, dass sie ihre Beihülfe zur Erreichung eines gedeihlichen Zieles uns nicht versagen mögen.¹) Namentlich aber ergeht an alle, welchen dieses Programm speziell über- sandt wird und dahin gehören u. a. sämtliche in den beiden folgenden Verzeichnissen aufgeführten Lehrer und Abiturienten der Anstalt während der Jahre 1835 1885, soweit ihre Adresse bekannt ist das freundliche Ersuchen, ihr Interesse an der Feier des 50. Geburtstages unseres Gymnasiums in der einen oder andern Weise zu bekunden und sich zur Teilnahme an derselben anzumelden. Einem jeden, welcher dieser Bitte nachkommt, wird demnächst das spezielle Fest- progamm mit der oben(Anm. 3) erwähnten umfangreicheren Festschrift des Herrn Prof. Gegen- baur rechtzeitig zugesandt werden, während von demjenigen, welcher in keiner Weise auf diese erste Einladung etwas erwidert, angenommen wird, dass er der Sache gleichgültig gegenüberstehe und die zweite Zusendung nicht wünsche.

Fulda, am 19. März 1885. Der Königl. Gymnasial- Direktor Dr. Goebel.

¹) Zur Entgegennahme von Beiträgen für den erwähnten Zweck sowie zu weiterer Auskunftertei- lung sind ausser dem Unterzeichneten auch die übrigen Lehrer der Anstalt gerne bereit.