Aufsatz 
Bericht über die Feier des 350jährigen Bestehens der Anstalt
Entstehung
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für 3 Violinen und Klavier, von C. Schumann; 5. a. Die versunkene Krone, von Boenicke, b. Hinaus, ach hinaus, Volkslied, Quartette; 6. Romanze, F-dur für Violine, von Beet- hoven; 7. Die Heimat, Quartett, Volkslied; 8. Das Thal des Espingo, Männerchor mit Klavier, von Rheinberger. II. Teil: Die Reise des Prinzen Heinrich um die Welt, Schul- spiel mit Gesang, von Kipper.

Das Schulspiel von Kipper wurde von Schülern der Mittelklassen zur Aufführung gebracht.

Nach 8 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer im Baurhenm'schen Saale, um in ungezwungener Weise die letzten Stunden des Tages zu verbringen. Von auswürtigen Gästen hatten sich gegen hundert eingefunden, unter denen die Abiturienten aus den letzten Jahrzehnten die Mehrzahl bildeten. Doch fehlte es auch nicht an Schülern der Anstalt aus früherer Zeit. Der älteste war ein 84jähriger Greis, Herr Pfarrer a. D. Weygandt von Graevenwissbach, der im Jahre 1824 das Gymnasium verlassen hat. Der Direktor begrüsste die Versammelten, die sich des Wiedersehens ihrer früheren Mitschüler erfreuten, mit einer Ansprache, in der er die Jugendfreundschaft in ihrer Bedeutung für das ganze Leben, als eine Gottesgabe, die in heiteren und trüben Tagen sich bewähre, feierte. Darauf hiess der Herr Bürgermeister Schaum die Güäste willkommen. Dem folgten noch viele andere belebende Ansprachen. Auch an Gesang und Musik fehlte es nicht; der hiesige Musikverein erfreute in dankenswerter Weise die Versammlung durch eine Reihe vortrefflicher Vorträge.

Die Hauptfeier begann am andern Morgen um 9 ½ Uhr mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche, in welchem Herr Stadtpfarrer Moser, selbst ein früherer Schüler der Anstalt, über Joh. 15, 15 eine herzerhebende, weihevolle Predigt hielt und ausführte, wie dieser Jubeltag sein solle ein Tag dankbaren Rückblicks in die Vergangen- heit, da wir fröhlich bekennen: Der Herr hat unser Gymnasium erwählt und gesetzt, dass es hingehe und Frucht bringe; ein Tag demütigen Einblicks in uns selbst, da wir ernst- lich prüfen, ob solche Frucht bei uns geblieben, und ein Tag betenden Aufblicks nach oben, da wir vertrauensvoll Gottes ferneren Segen auf das Werk der Jugendbildung er- flehen.

Der Festaktus in der Aula, der um 10 Uhr seinen Anfang nahm, hatte folgen- des Programm: I. Teil. 1. Hymnus für gemischten Chor von Silcher; 2. Prolog, ge- dichtet von F. H., gesprochen von Primaner Wölffing; 3. Festrede des Direktors; 4. Beglückwünschende Ansprachen. II. Teil. 5. Gesang: Lobt den Herrn, Quartett von Rolle; 6. Lateinischer Vortrag des Primaners Wien:Qua via ac ratione ars scenica a Graecis inventa et perfecta sit; 7. Deklamation: Scene aus Aeschylus Persern v. 235 ff.: Ein Bote bringt der Mutter des Xerxes die Nachricht von der Niederlage bei Salamis, die Primaner Schmidt und Staubesand; 8. Gesang: Chor aus Odipus von Kolonos, von Mendelssohn; 9. Französischer Vortrag des Primaners Hirsch:Linfluence du drame antique sur celui des Français; 10. Deklamation: Sehnsucht nach Griechenland von- ranger, übersetzt von Legerlotz, Obersekundaner Moser; 11. Gesang: Chor aus dipus von Kolonos, von Mendelssohn; 12. Deutscher Vortrag des Primaners Kleinschmidt: Uber den Einfluss des griechischen Dramas auf das deutsche; 13. Deklamation: Scene aus Goethes Iphigenie(V. 3), die Primaner Schröder und Stahl; 14. Gesang: Dem Dreieinigen, gemischter Chor, von P. Schulz.