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dert, seinen Unterricht zu erteilen. Herr Patschovsky musste nach den Herbst- und Weihnachtsferien wegen häuslicher Angelegenheiten eine Woche aussetzen und wird uns auch 14 Tage vor Schluss verlassen.
Montag den 9. April wird der Todestag des Hochseligen Kaisers Wilhelm I. durch eine Schulfeier begangen werden, bei welcher Herr Dr. Gundlach eine Ansprache halten wird.
Bericht über die Feier des 350 jährigen Bestehens des Gymnasiums.
Der Gedanke, das 350 jährige Bestehen des hiesigen Gymnasiums zu feiern, wurde von früheren Schülern angeregt, die bei dieser Gelegenheit ihre Anhänglichkeit an die Anstalt beweisen wollten und zugleich ihre Kommilitonen wiederzusehen und mit ihnen in der Erinnerung an die Schulzeit fröhliche Stunden zu verleben hofften. Nachdem die Sache mehrfach auch in der Presse besprochen war und bei der Weilburger Bürgerschaft lebhaften Anklang gefunden hatte, beschloss das Lehrerkollegium, die Genehmigung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums einzuholen und die ersten Schritte zur Einleitung der Feier zu thun. Das Provinzial-Schulkollegium erklärte sich damit einverstanden, dass der letzte Schultag des Sommerbalbjahrs, Donnerstag der 14. August, zum Festtage be- stimmt werde. Um die Kosten zu bestreiten, bewilligte der Gemeinderat einen Zuschuss von 400 M., ausserdem wurden noch etwa 1000 M. durch freiwillige Beiträge der Bürger und Beamten der Stadt aufgebracht. Ein Festkomité, an dessen Spitze der Bürgermeister, Herr Schaum, trat, entwarf darauf folgende Festordnung:
Mittwoch den 13. August: Abends um 6 ½ Uhr Schüler-Konzert in der Aula. Von 8 Uhr an geselliges Beisammensein bei Baurhenn vor dem Landthor. Donnerstag den 14. August: Vormittags 8 ½ Uhr Gottesdienst in der evangelischen Kirche, 10 Uhr Fest-Aktus in der Aula. Nachmittags ½ 2 Uhr Fest-Essen im„Deutschen Haus.“ Nach- mittags 4 Uhr Gartenfest für die jüngeren Schüler auf„Webers Berg“. Abends 8 Uhr Ball im Görtz'schen Saale, für die daran nicht teilnehmenden Herren gesellige Zusammen- kunft. Freitag den 15. August: Rundgang um die Stadt, Frühkonzert im„Felsenkeller“ und Ausflug.
Einladungen ergingen an die vorgesetzten Behörden, an die Universität Marburg, an die höheren Schulen des Regierungsbezirks, an die früheren Lehrer und Schüler der Anstalt, insbesondere an die Abiturienten der letzten 50 Jahre und aus älterer Zeit, soweit sie noch zu ermitteln waren.
In festlichem Schmucke erwartete die Stadt am 13. August die auswärtigen Gäste. Manche konnten schon dem Schau- und Preisturnen der Schüler, welches das Gymnasium von 11—1 Uhr mittags veranstaltete, beiwohnen. Es fand auf dem Turn- und Spielplatz an der Lahn statt und hatte bei günstigem Wetter einen durchaus befriedigenden Verlauf. Die Schüler leisteten was in ihren Kräften stand; aus jeder Klasse wurde Einer mit einem Preise bedacht.
Das Schüler-Konzert begann um 6 ½ Uhr in der Aula nach folgendem Pro- gramm: I. Teil: 1. Hymuus für gemischten Chor, von Silcher; 2. Ein Tag in den Alpen, Klavierstück von Krug; 3. Ich habe den Frühling gesehen, Quartett, Volkslied; 4. Adagio
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