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Die Festrede handelt von dem Sonst und Jetzt des hiesigen Gymnasiums und des Gymnasialunterrichts überhaupt.*)
Die beglückwünschenden Ansprachen eröffnete der Vertreter der Universität Mar- burg, Herr Geheime Regierungsrat Professor Dr. Schmidt. Er überreichte eine latei- nische Glückwunschadresse und erinnerte daran, dass die Universität Marburg und das Gymnasium zu Weilburg in derselben Zeit gegründet und von demselben Geiste getragen, immer in mannigfacher Beziehung zu einander gestanden hätten. Dann erwähnte er zwei der früheren Lehrer, den Direktor Fr. Tr. Friedemann, dessen Paränesen, und den Professor Joh. Phil. Krebs, dessen Antiharbarus allgemein bekannt seien, und schloss mit dem Wunsche, dass die Anstalt wie bisher so auch in Zukunft stets ein gymnasium antiharbarum sein möge. Der Direktor dankte für die freundlichen Worte und gedachte eines früheren Schülers der Anstalt, des bekannten Philologen C. F. Hermann, der vor 70 Jahren von hier zur Universität abgegangen sei und später als Professor in Mar- burg gelehrt habe. Im Jahre 1840 habe er zu seinen Füssen gesessen und erinnere sich mit aufrichtigem Danke seines Unterrichts, der ganz besonders auf die Ausbildung späterer Gymnasiallehrer berechnet gewesen sei..
Herr Geheime Regierungsrat Professor Dr. H. Usener von Bonn, ein früherer Schüler der Anstalt und in Weilburg geboren, überreichte eine dem Gymnasium gewid- mete Schrift:„Der heilige Theodosios, Schriften des Theodoros und Kyrillos, Leipzig, Teubner 1890“ und gedachte in der ihm eigenen pietätvollen Weise seiner Schulzeit und seiner hiesigen Lehrer. Der Direktor sprach ihm seinen herzlichen Dank aus für die wert- volle Gabe und die dem Gymnasium stets bewiesene Anhänglichkeit, die sich auch dadurch bethätige, dass er die von hier nach der Universität Bonn abgehenden Schüler stets freund- lich aufnehme und väterlich berate, und schloss mit dem Wunsche, dass es ihm noch lange mit ungeschwächter Kraft und mit demselben glänzenden Erfolge wie bisher im Dienste der Wissenschaft und in seinem akademischen Lebrerberufe zu wirken vergönnt sein möge.
Nach Usener brachte als Vertreter der höheren Schulen des Regierungsbezirks Herr Direktor Dr. Wernecke von Montabaur seine Glückwünsche dar; Herr Professor Otto von Wiesbaden und Herr Professor Hillebrand von Hadamar überreichten als Abgesandte ihrer Anstalten Votivtafeln, Herr Direcktor Matzat eine Festschrift der hie- sigen Landwirtschaftsschule, Herr Oberlehrer Gropius eine dem Gymnasium zum heu- tigen Jubelfeste gewidmete„Griechische Vorschule““.
Ausser diesen mündlichen Begrüssungen, auf die der Direktor dankend erwiderte, waren auch noch eine grosse Zahl schriftlicher Glückwünsche eingegangen. Se. Hoheit der Herzog Adolf von Nassau, dem von dem Festkomité in dankbarer Erinnerung an die von Ihm selbst und Seinen Vorfahren der Anstalt zugewandten Fürsorge von der Feier Kenntniss gegeben worden war, sandte durch den Präsidenten der Herzogl. Finanz- kammer, Freiherrn v. Dungern, ein Dank- und Glückwunschschreiben. Sr. Excellenz der Herr Minister v. Gossler, dem eine Einladung zugegangen war, hat, wie er in seiner Antwort sagt, die Feier mit dem aufrichtigen Wunsche begleitet, dass sie der alt- ehrwürdigen Anstalt zum Segen gereichen und dass dieser beschieden sein möge, Gottes- furcht, Vaterlandsliebe und geistige Bildung auch den kommenden Geschlechtern bis in
*) Da dieselbe teilweise die dem vorigen Programm beigegebene Festschrift:„Zur Geschichte des Gymnasiums in den letzten 50 Jahren“ ergänat, lasse ich sie unten p. 21 vollständig abdrucken.
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