Aufsatz 
Festrede am Gedächtnistag des Todes Schillers
Entstehung
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Der Allerhöchste Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde seitens des Gymnasiums durch eine öffentliche Vorfeier am 26. Januar festlich begangen. Auch in diesem Jahre wohnten die Spitzen der Behörden, die Eltern der Schüler und zahlreiche sonstige Freunde und Gönner der Anstalt der Feier bei, so dass die Aula die Gäste kaum zu fassen vermochte. Die Festrede hielt der Oberlehrer Dr. Dehner. Am 27. Januar fand feierlicher Gottesdienst in der Gymnasialkirche statt.

Am 19. März, dem Feste des hl. Josef, führte der Religionslehrer Strobel 14 Schüler zur I. hl. Kommunion.

Die hl. Firmung empfingen 90 Schüler, und zwar, weil die Spendung des Sakra-

mentes hier in Sigmaringen in den Pfingstferien sattfand, an verschiedenen Orten.

25 Schüler wurden von Seiner Exzellenz dem Hochwürdigsten Herrn Erzbischof von Freiburg Dr. Th. Nörber im Münster zu Constanz gefirmt, die übrigen von dem Hoch- würdigsten Herrn Weihbischof Dr J. Knecht teils in der hiesigen Stadtpfarrkirche, teils in ihren Heimatorten

Am 19. Juli wohnte der Herr Dekan Bumiller von Ostrach im Auftrage des Erz- bischöflichen Ordinariates in Freiburg dem katholischen Religionsunterrichte in allen Klassen bei.

Der allgemeine Schulausflug fand vom herrlichsten Wetter begünstigt am 12. Juli statt Einige Klassen hatten sich die Burg Hohenzollern zum Ziel genommen, dem sie auf verschiedenen Wegen zustrebten; andere verbrachten den Tag an den Utfern des schwäbischen Meeres: die Untertertia ging nach Bodmann und der Insel Mainau, die Obertertia zum Hohen Twiel und nach Constanz, die Prima bestieg den bei Bregenz gelegenen Pfänder und besuchte Lindau und Friedrichshafen.

Die mündliche Reifeprüfung fand unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungs- und Provinzialschulrats Dr. Buschmann am 25. Juli statt, nachdem die Abiturienten in den Tagen vom 3.7. Juli die schriftlichen Prüfungsarbeiten angefertigt hatten. Die Oberprimaner erhielten sämtlich das Zeugnis der Reife.

Wegen der grossen Hitze fiel der Nachmittagsunterricht bezw. die letzte Morgen- stunde aus am 30. Juni, am 3., 4., 27. und 31. Juli.

Ein Tag von besonderer Bedeutung im Leben der Schule war der 9. Mai, der Gedächtnistag des Todes Schillers.

Die Büste des Dichters von frischem Grün umrahmt am Eingange der Aula auf- gestellt und drinnen sein lorbeerumranktes Bild(ein Geschenk der Oberlehrer Prof. Sextro und Dr. Mayer) sagten jedem Besucher, wem die festliche Veranstaltung galt, zu der sich eine grosse Zahl von Gästen eingefunden hatte, unter ihnen der Königliche Regierungs-Präsident Graf von Brühl und der Fürstliche Hofkammer-Präsident Graf Adelmann. Einen ganz besonderen Glanz verlieh der Feier die Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit des Fürsten Leopold von Hohenzollern, Höchstwelcher Seine Abreise nach Ems, wo Er leider vergeblich Genesung zu finden hoffte, um einen Tag verschoben hatte, um durch Sein persönliches Erscheinen Seinem oft betätigten Interesse für unser Gymnasinm erneuten Ausdruck zu geben., In huldvollen Worten sprach Höchstderselbe nach Beendigung der Feier seine Befriedigung über ihren Verlauf aus.