— 20—
Professor Dr. Von Gimborn sah sich im März durch Krankheit genötigt, um einen längeren Urlaub nachzusuchen. Leider sollte ihm dieser die erhoffte Genesung nicht bringen. Am 17. April verschied er in Stuttgart, wo er sich einer Operation hatte unterziehen wollen. An seiner Beisetzung, welche am 19. April stattfand, nahmen die in den Ferien hier anwesenden Lehrer und Schüler teil. Von der Wertschätzung und Verehrung, welche der Entschlafene in allen Kreisen der Bevölkerung genoss, zeugte das grosse Trauergeleite zur letzten Ruhestätte, bei dem sich besonders viele seiner ehemaligen Schüler befanden.
Mit dem Professor Dr. von Gimborn schied ein Mann von hoher wissenschaftlicher Bildung, ein Lehrer von seltener Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue, ein Kollege von selbstloser, aufrichtiger Gesinnung aus unserer Mitte. Vom Jahre 1876 bis zu seinem Tode hat er mit unermüdlichem Eifer und grossem Erfolge an dem hiesigen Gymnasium gewirkt. Bei seinen Amtsgenossen und bei seinen zahlreichen Schülern ist ihm ein ehrenvolles Andenken gesichert.
Am 9. Juni geleiteten Lehrer und Schüler des Gymnasiums den Oberlehrer a. D. Professor Dr. Schunck, welcher von 1853— 1892 an unserer Anstalt als Lehrer tätig gewesen waxr, zur letzten Ruhestätte.
Am Abend des 9. Juni traf die erschütternde Kunde ein, dass Seine Königliche Hoheit Fürst Leopold von Hohenzollern
nach kurzer Krankheit unerwartet in Berlin verschieden war. An der tiefen und aufrichtigen Trauer, welche Stadt und Land bei dieser schmerz- lichen Nachricht erfüllte, nahmen auch wir herzlichen Anteil. Die Anstalt be- trauert in dem entschlafenen Fürsten einen hohen Gönner, der für ihre Ent- wicklung stets das wärmste Interesse an den Tag legte und ihr viele Be- weise Seiner Huld und Gnade erzeigt hat. Das Andenken an Ihn wird bei uns stets ein gesegnetes sein.
Bei der Überführung der Leiche vom Bahnhof zur letzten Ruhestätte am 16. Juni nahmen die Schüler mit umflorter Fahne in der Nähe der Erlöserkirche Aufstellung, um dem Hochseligen Fürsten die letzte Ehre zu erweisen. Am 4 Juli fand seitens des Gymnasiums in der Erlöserkirche ein feierliches Requiem statt, welchem auch Seine Hoheit der Fürst Wilhelm von Hohenzollern und Seine Königliche Hoheit der Kronprinz Ferdinand von Rumänien beiwohnten.


