die Anordnung des Inhalts blieb. Der Preis betrug 20 Sgr. Der Umschlag wurde gelb. Von 1877 ab erschien es jährlich achtmal. Ein Jahr darauf erhielt das Kursbuch die jetzige Anordnung der Fahrpläne in 5 einzeln herausnehmbare Abteilungen aus verschiedenfarbigem Papier. Dazu traten 1879 die schnellsten Reiseverbindungen zwischen Berlin und wichtigeren Orten des In- und Auslandes mit Fahrpreisangabe. Schon ein Jahr zuvor erhielt es den Titel„Reichs-Kursbuch“. Seitdem blieb die Einrichtung wesentlich dieselbe, es wurde nur ununterbrochen verbessert und vervollständigt bis zu seiner jetzigen Gestalt. Die jetzt üblichen Ausgabetermine sind seit 1895 eingeführt. Von den 128 Seiten der ersten Ausgabe ist es mit den Reise-Anzeigen auf etwa 1000 Seiten angeschwollen.
3. Herstellung.
Die Art der Herstellung ist eine ungemein schwierige und verwickelte, ¹) besonders für die Mai-Ausgabe. Dabei sind nur 11 ständige Beamte mit der Herstellung beschäftigt, weil die gröſste Sachkenntnis und höchst sorgfältige Kleinarbeit in gemeinsamen Wirken eine gröſsere Zahl von Beamten ausschlieſst. Die geringsten Anderungen in einem Fahrplane ziehen gröſsere nach sich. Wird z. B. die Abgangszeit eines Schuellzuges Berlin— Frankfurt/Main verschoben, so sind etwa 150 andere Anderungen notwendig. Die Reichsdruckerei, in der oft in den Wochen vor dem Erscheinen der Mai- und Oktoberausgaben bis 60 Schriftsetzer arbeiten, und die mit 31 Maschinen(darunter Doppel- schnellpressen) druckt, steht dann fortwährend durch Boten mit dem Kursbureau in Verbindung. ²) Die Depeschen mit Anderungsaufträgen aus dem In- und Auslande überstürzen sich oft, selbst während der Drucklegung laufen noch Depeschen ein. So ist es dann nötig, noch derselben Ausgabe einen Nachtrag beizufügen. Dazu kommt noch die Arbeit des Buchbinders. Spätestens ein bis zwei Tage vor dem 1. Mai muſs das Kursbuch überall erscheinen. Gleich nach der Fertigstellung der Mai-Ausgabe geht es an die Ausarbeitung der Juni-Ausgabe. Man sieht, es ist ein schwieriges Stück Arbeit, aber eine Arbeit, auf deren Erfolg das deutsche Reich stolz sein kann, denn ein Werk wie unser Reichs-Kursbuch sucht man vergeblich in anderen Ländern.
4. Einteilung.
A. Der Umschlag. Der gelbe Umschlag trägt auf der 1. Seite den Titel:„Reichs-Kursbuch. Übersicht der Eisenbahn-, Post- und Dampfschiff-Verbindungen in Deutschland, Osterreich-Ungarn, Schweiz, sowie der bedeutenderen Verbindungen der übrigen Teile Europas und der Dampfschiff- Verbindungen mit auſsereuropäischen Ländern“. Auſserdem gibt der Umschlag die Nummern der Ausgabe und ihre Erscheinungszeit an. Ferner weist er darauf hin, daſs jede Abteilung des Buches besonders geheftet und leicht herauszulösen ist. Die 2. Seite des Umschlages gibt Anweisungen zum Gebrauch des Buches. Von diesen mögen vorläufig nur die Wichtigsten(No. 2, 3, 4, 5, 6, 10) hier erwähnt werden, die anderen werden teils durch die praktischen Aufgaben erläutert, teils in einem besonderen Abschnitte berührt werden.
Zu 2. Die Ermittelung des Reiseweges wird durch die dem Kursbuche beigefügte Eisenbahn-Ubersichtskarte(Siehe II, 2 und 3 der vorliegenden Abhandlung) erleichtert.
¹) Siehe die Denkschrift des Kursbureaus und den Aufsatz von A. O. Klaufsmann in der„Woche“.
²) Während der letzten 5 Tage vor dem 1. Mai 1905 waren 23 Schnellpressen, darunter 11 Doppelmaschinen mit 2 Cylindern, mit Kursbuchformen belegt. Die Auflage betrug üher 28 000 Exemplare, wozu iber 1 ½ Millionen Papier- bogen gebraucht wurden, die ein Gewicht von 23 000 kg. hatten.


