Rede
des Herrn Professor Dr. Max Haesecke gehalten am 10. März 1913 bei der Schuffeier
zur Erinnerung an den Seburtstag der Königin Luise, sowie an die Gründung
der preußischen Landwehr und an die Stiftung des Eisernen Kreuzes.
Meine lieben Schüler!
Es ist mir der ehrenvolle Auftrag zuteil geworden, bei unserer heutigen Schulfeier, die der Erinnerung an Preußens unvergeßliche Königin Luise sowie an die Gründung der preußischen Landwehr und an die Stiftung der so bedeutungsvollen Kriegsauszeichnung des Eisernen Kreuzes gewidmet ist, durch einen kurzen Rückblick in die Vergangenheit auch in euren jugendlichen Herzen einen Widerhall derjenigen Empfindungen zu erwecken, die vor nunmehr hundert Jahren unsere Väter und Großväter erfüllt und so gewaltig bewegt haben. Sind wir doch mit der letzten Jahreswende in einen Zeitabschnitt getreten, der durch erhebende Erin- nerungen bedeutsamster Art, sowie durch deren mannigfache Beziehungen zur Gegenwart und nicht zum wenigsten durch einen hiermit nahe gelegten Ausblick in die Zukunft ein weihevolles, zugleich aber auch ein ganz besonders ernstes Gepräge erhält.
Der heutige Gedenktag, der Geburtstag der Königin Luise, ruft uns ja nicht nur die Persönlichkeit dieser edlen Fürstin in Erinnerung, sondern vor allem die einstige große Not unseres Vaterlandes, die in ihrem verklärten Bilde verkörpert uns vor die Seele tritt. Der preußische Staat, von der strahlenden Höhe friderizianischen Kriegs-


