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ſie vermöge und wolle raſcher und leichter als das Gymnaſium für den praktiſchen Lebensberuf vorbereiten und Kenntniſſe mittheilen, die ſich unmittelbar verwerthen laſſen, berichtigen und der Ueberzeugung Eingang verſchaffen, daß gerade dann nicht für die Schule, ſondern für das Leben ge⸗ gelernt und ein höherer Grad von Brauchbarkeit erreicht wird, wenn die für die Zwecke des Lebens nöthigen Kräfte ihrem Weſen und ihrer Beſtimmung nach, an und für ſich ſelbſt aus⸗ gebildet werden. Die Schule dient dem Leben und achtet auf ſeine Anforderungen, das beweiſt die Exiſtenz gerade der Realſchulen und die Einrichtung ihres Lehrplans: aber ſie hat es mit der Jugend zu thun und kann bei ihr zu der Bildung, welche die einzelnen Berufsarten erfordern, nur den allgemeinen und dauernden Grund legen wollen. Alle Berufsbildung muß ſich auf freie menſchliche Bildung des Geiſtes und des Gemüthes gründen.
Zu der Beſonderheit des Begriffs der Realſchule gehört, daß ſie vorzugsweiſe auf das Objektive und Poſitive gerichtet iſt und deſſen Aneignung fordert. Es kommt daher für das Ge⸗ deihen der Reallehranſtalten alles darauf an, daß ſie dies richtig verſtehen und der Gefahr aus⸗ weichen, welche in der Beſchäftigung mit dem Reichthum des realen Lebens und mit empiriſchem Wiſſen liegt, wenn dabei nicht die Erkenntniß geſchärft wird, daß der tiefere Grund alles Realen in dem geiſtigen Gehalt und Werth der Dinge liegt, und daß die ſichtbare und ſinnliche Welt auf der unſichtbaren und geiſtigen ruht. Daß der Menſch die Herrſchaft über die Erde ſich an⸗ eigne und die Kräfte der Natur ſich unterthan mache, gehört zu ſeiner gottgeordneten Beſtimm⸗ ung und Ehre. Der Unterricht der Realſchule ſoll an ſeinem Theile dazu helfen, daß in dem heranwachſenden Geſchlecht die Befähigung, dieſer Beſtimmung zu entſprechen, ausgebildet werde; aber er ſoll es demſelben zugleich zum Bewußtſein bringen, daß die Aufgabe des Lebens darin nicht beſchloſſen iſt, und durch die befreiende Macht wahrer Bildung ihm einen Schutz gegen die geiſtige Unfreiheit gewähren, zu welcher eine falſche Auffaſſung der großen Aufgabe führt.
Der eigenthümliche Vorzug, den die Realſchule erſtrebt, beſteht darin, daß ſie bei ihren Zöglingen den Sinn bildet und ſchärft, die Dinge der Anſchauung richtig zu beobachten und aufzufaſſen, und in der Mannigfaltigkeit derſelben das Geſetz zu erkennen, daß ſie daher nament⸗ lich in den mathematiſchen und Naturwiſſenſchaften und im Zeichnen mehr erreicht, als den Gymnaſien vorgeſetzt iſt, auch mit den gegenwärtigen Kulturzuſtänden eine nähere Bekanntſchaft vermittelt. Dies wird aber nur dann ein wahrhafter Vorzug ſein, wenn bei den Zöglingen der Realſchulen zugleich ein wiſſenſchaftlicher Sinn geweckt und ihre Kenntniß des Stoffes begleitet iſt von Achtung vor der Wiſſenſchaft und von der Erkenntniß deſſen, was alles Leben trägt und zuſammen hält..
Der Lehrkurſus der Realſchule ſchließt für die meiſten Schüler welche ihn durchmachen, die wiſſenſchaftliche Vorbildung ab: das Gymnaſium weiſ't über ſich hinaus auf die Univer⸗ ſität, wo die Mehrzahl der Gymnaſialabiturienten die wiſſenſchaftliche Vorbereitung für den


