Aufsatz 
Schiller als nationaler Dichter. Gedächtnisrede auf den hundertjährigen Geburtstag Friedrich Schillers, gehalten am 10. November 1859
Entstehung
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XI

stattfinden könne. Ia Zukunft soll dies allemal 2 Monate vor Ablauf jedes Biennii geschehen..

Berlin, den 14. Januar, Magdeburg, den 18. Januar. In der über die Abiturienten- prüfungen der Gymnasien und der Realschulen erlassenen Instruction ist bestimmt wor- den, dass ein Zeugniss der Nichtreife nur auf Verlangen des Geprüften oder seiner Angehörigen ausgestellt werden soll. Sofern diese im Fall der nicht bestandenen Abiturientenprüfung es vorziehen, statt eines Zeugnisses der Nichtreife ein gewöhnliches Abgangszeugniss zu verlangen, ist ihnen solches nicht vorzuenthalten, in dasselbe jedoch am Schluss die Bemerkung aufzunehmen, dass der betreffende Schüler an der Abiturien- tenprüfung Theil genommen und sie nicht bestanden habe.

Berlin, den 13. Februar, Magdeburg, den 20. Februar. Da der 19. April dieses Jahres als der dreihundertjährige Todestag Philipp Melanchthon's auch für die evan- gelischen Schulen Deutschlands ein Tag dankbarer Erinnerung ist, so wird den Direc- toren der evangelischen Lehranstalten, welche der Bedeutung des Tages durch eine besondere Schuſteier einen Ausdruck zu geben wünschen, dazu die Ermächtigung ertheilt.

Chronik der Schule.

Den 29. April 1859 nahm der Lehrcursus des Sommer-Semesters seinen Aufang.

Der 5. Mai, der Tag, an welchem der Verſasser dieser Schulnachrichten vor 25 Jahren sein Amt als Director des Domgymnasiums angetreten hatte, wurde ihm durch das ausgezeichnete Wohlwollen seiner hohen Vorgesetzten, sowie durch die Freundschaft treuer und bewährter Amtsgenossen und die Liebe ehemaliger, wie Fogenwürkiger Schüler zu einem Festtage gemacht, dessen er stets mit der innigsten Freude eingedenk sein wird; und er fühlt sich gedrungen auch noch bei dieser Gele- genheit Allen seinen verbindlichsten und herzlichsten Dank dafür darzubringen. Schon am Abende des 4. Mai wurde ihm von seinen gegenwärtigen lieben Schülern ein solenner Fackelzug gebracht. In der Frühe des eigentlichen Festtages begrüsste ihn zuerst der Sängerchor unter Leitung des Herrn Musikdirector Claudius, sang den Choral-„Auf Gott und nicht auf meinen Rath u. s. w.“ und trug unter Anderem auch eine von dem Primaner Deubel gedichtete und von dem Musikdirector componirte lateinische Ode vor. Dann brachten ihm seine verehrten Amtsgenossen ihre Glückwüusche und überreichten ihm in ihrem und eines alten, treuen Freundes, des Herrn Prof. Brei- tenbach in Wittenberg, Namen ein schön gebundenes Exemplar von Becker's römischen Alterthümern, sowie Herr Dr. Holstein noch besonders den ersten Theil einer von ihm verfassten Geschichte des hiesigen Domgymnasiums. Seine Primauer erfreuten ihn mit einer von dem Primus omniam Hermann Korn aus Eckolstädt gedichteten latei- nischen Ode und einer kostbaren Stutzuhr, die übrigen Schüler mit schönen silbernen Leuchtern. Sodann sprach im Namen der früheren Naumburger Schüler in höchst eist- und gemüthvoller Weise Herr Pastor Lange aus Schochwitz bei Eisleben, der älteste der Naumburger Schüler des Directors, seine Glückwünsche aus, und die Mit- deputirten überreichten ihm auf einem äusserst werthvollen silbernen Theebrette folgende auch von einem alten lieben Schüler, dem Gymnasiallehrer Dr. Seidler in EZittau, einem Sohne des trefflichen August Seidler, gedichtete lat. Ode: