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fester verknüpfte. Seine poetische Laufbahn, der ich leichter folgen konnte, als seiner philosophischen, hat auch unser Wesen noch fester an einander gefesselt.“
Als Schiller nach langer Abwesenheit seine schwäbische Heimath wieder betrat, konnten seine Jugendfreunde, die ihn so lange nicht gesehen, am besten den sänfti- genden und veredelnden Einfluss, welchen die Ehe auf sein Wesen äusgeübt hatte, bemerken. An die Stelle vormaliger Nachlässigkeit im Anzuge war eine anständige Eleganz getreten, seine ganze Erscheinung athmete Hoheit und Würde. In guten Stunden des Besserbefindens, in welcher Fülle ergoss sich sein Geist! wie liebevoll zeigte sich sein weiches, theilnehmendes Herz! wie sichtbar drückte sich in allen seinen Reden und Handlungen sein edler Character aus! selbst seine Scherze waren voll Würde! Kurz, er war ein vollendeter Mann geworden. Schiller selbst fühlte lebhaft, wie viel er seiner Frau verdanke. Die Innigkeit ihrer Liebe, ihr kindlicher und reicher Geist gaben ihm die Ruhe und Harmonie, die er unter den niederdrückenden Eindrücken seiner Krankheit wohl nicht hätte finden können. Der blosse Gedanke, dass sie um ihn sei, erweckte ihm Freude. Dieser Empfindung hat er selbst einen schönen Ausdruck gegeben.
Mächtig seid ihr(so redet er die Frauen an) durch der Gegenwart ruhigen Zauber, Was die stille nicht wirkt, wirkt die rauschende nie. Kraft erwart' ich vom Manne, des Gesetzes Würde behaupt' er. Aber durch Anmuth allein herrschet und herrsche das Weib, Manche zwar haben geherrscht durch des Geistes Macht und der Thaten, Aber dann haben sie dich, höchste der Kronen entbehrt, Wahre Königin ist nur des Weibes weibliche Schönheit, Wo sie sich zeige, sie herrscht, herrschet blos, weil sie sich zeigt.
Gewiss, wenn unser Auge mit Wehmuth auf dem Lebensbilde des Dichters weilt, wenn wir den unaussprechlichen Reiz empfinden, den die Betrachtung eines erhabnen Characters gewährt, müssen wir dankbar auch seiner Frau und Göthes gedenken; dieser erhabne Sinn, welchen der Dichter in sich ausbildete, musste sich seinen Werken ein- prägen, und war er ein wirklicher Dichter, denselben Sinn in seinem Volke wecken; dadurch, dass er dies that, ist Schiller der nationalste unter unsern grossen
Dichtern.


