II. 3 Stunden wöchentl.
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Nibelungenlied und der Gudrun, die Frithjofſage, mit Erläuterungen der deutſchen und nordiſchen Mythologie(nach Findeklees Mythologie der alten Völker). Im zweiten Jahre: Geſänge aus Homers Odyſſee und Ilias nach der Ueberſetzung von Voß, mit Er⸗. läuterungen der griechiſchen Mythologie(nach Findeklee). b. Memorieren und Vortragen von ca. 24 beſtimmten Gedichten im zweijährigen Curſus, vorzugsweiſe Balladen von Bürger, Schiller, Uhland und Göthe. Hieran anſchließend wird das Wichtigſte über Metrik und Poetik durchgenommen. c. Grammatik. Wiederholentliche Uebung des Penſums der Ouarta. Satz⸗ und Conjunctionslehre. Belehrung über ſynonimiſche Unterſchiede und Wortbildung. d. Stilübungen. Hiſtoriſche Darſtellungen, Beſchreibungen von Natur⸗ und Kunſtgegenſtänden, Vergleichungen, freundſchaftliche und Geſchäftsbriefe, kleine Abhand⸗ lungen; außerdem Disponierübungen und Inhaltsangaben geleſener Stücke. Alle 3 Wochen einen Aufſatz zur häuslichen Correctur.
a Leſen und Erklären proſaiſcher und poetiſcher Abſchnitte in dem Leſebuche von Hopf und Paulſiek für Secunda. Unter des Lehrers Anleitung wurden bisher an einem Abend wöchentlich die intereſſanteſten Werke unſerer Klaſſiker geleſen. In den letzten Jahren wurden auf dieſe Weiſe mit den Schülern durchgenommen: Göthes Hermann und Dorothea und Götz von Berlichingen, Iphigenie auf Tauris, Egmont, Taſſo; Schillers Trilogie Wallenſtein, Wilhelm Tell, die Jungfrau von Orleans, die Glocke, der Gang nach dem Eiſenhammer,(letztere beide auch memoriert und vorgetragen); Leſſings Minna von Barn⸗ helm, Nathan der Weiſe; Voß' Luiſe.— Um den Schülern auch eine Bekanntſchaft mit den alten griechiſchen Klaſſikern zu vermitteln, wurden in paſſenden Stunden in den beiden letzten Jahren geleſen: Antigone und Oedipus auf Kolonos von Sophokles; die Sieben vor Theben und der gefeſſelte Prometheus von Aeſchylos; Medea und Iphigenie in Tauris von Euripides und die berühmteſten Reden von Demoſthenes.— b Memorieren und Vortragen während des zweijährigen Curſus von ca. 16 ausgewählten Gedichten aus Hopf und Paulſieks Leſebuch für Secunda, von Bruchſtücken aus den geleſenen Dramen, ſowie Repetition früher gelernter Gedichte. Wiederholung und Erweiterung der Metrik und Poetik. Biographiſche Skizzen der bedeutendſten deutſchen Klaſſiker werden an geeigneten Stellen gegeben. c. Grammatik: Verkürzung der Sätze, die Parentheſe, Periodenbau. Belehrung über ſynonimiſche Unterſchiede und Wortbildung; Wortfamilien. Ueberſicht der Wortformen⸗ und Satzlehre. d. Stilübungen: Inhaltsangaben größerer Abſchnitte aus der Lektüre, ebenſo im Anſchluß an die Lektüre Charakterſchilderungen, Sprichwörter, Themata geſchichtlichen und naturhiſtoriſchen Inhalts, ſowie leichtere Abhandlungen. Alle 3 Wochen einen Aufſatz zur häuslichen Correctur. In den letzten Jahren ſind folgende Themata bearbeitet worden: Die Sprache des Frühlings; die Leiden vom chriſtlichen und heidniſchen Stand⸗ punkte aus betrachtet; ein Glückstag, Charakteriſtik des Grafen und des Retters in Bürgers Gedicht„der brave Mann“; Inhaltsangabe des Dramas„Götz von Berlichingen“; die Vor⸗ fabel zu Leſſings Nathan; Erläuterung des Liedes von Marx. Schneckenburger„Die Wacht am Rhein“; von welcher Seite lernen wir in der erſten Scene von Schillers Wallenſtein den Haupthelden des Dramas kennen? Die wichtigſten Momente im Leben Cäſars; Ge⸗ dankengang des Liedes von der Glocke; ſchmiede das Eiſen ſo lange es glüht; Tells Haus und ſeine Bewohner; der Graf von Habsburg nach Schiller und der König in Uhlands Gedicht„Des Sängers Fluch“; die Morgenſtunde hat Gold im Munde; Charakteriſtik des Piccolomini in Schillers„Wallenſtein“. Die Reiſe, ein Bild des menſchlichen Lebens; welche Umſtände beförderten Handel und Schifffahrt der Phönicier; Wiege und Sarg; Cid, eine Charakterſchilderung; Winter und Greiſenalter; vorgethan und nachgedacht hat manchen in groß Leid gebracht(Chrie); Noth entwickelt Kraft; Jäger, Fiſcher und Ackerbauer mit Bezug auf Schillers„das Eleuſiſche Feſt“; Iphigenie auf Tauris(Gedankengang); In⸗ haltsangabe verſchiedener Romanzen in Herders Cid u. a. m.
Um den Schülern mehr Gelegenheit zu geben, ſich im freien Vortrag zu üben, wurde nicht nur bei Ertheilung des Geſchichtsunterrichts hierauf Rückſicht genommen, ſondern auch


