Aufsatz 
Bericht über die Jubelfeier zum 25jährigen Bestehen des Realprogymnasiums zu Marburg a.d. Lahn
Entstehung
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2. Chorgeſang: Herr, unſer Gott, wie groß biſt Du! (Pſalm 8) von Joſeph Schnabel. Feſtrede des Rektors Dr. Hempfing. Empfang der Glückwünſche. 3. Chorgeſang: Herr Deine Güte reicht ſo weit! von A. E. Grell. Entlaſſung der Abiturienten und der aus U. II. mit dem Berechtigungsſchein ausſcheidenden Schüler vom Rektor Hempfing. 4. Chorgeſang: Preis und Anbetung; von H. Rinck. 5. Allgemeiner Chorgeſang: Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, Du reicher Herr, Dein Gnad und alls Vermögen In uns reichlich vermehr. Ach bleib mit Deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beſtändigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not.

Die Chorgeſänge Nr. 2, 3 und 4 wurden von dem Sängerchor der Schüler unter Leitung des Herrn Lehrer Haaſe ſehr exrakt und in höchſt entſprechender Weiſe a capella ausgeführt.

Nach Verleſung des 111. Pſalm von Herrn Pfarrer Schindewolf ſprach dieſer unter andächtiger Teil⸗ nahme der Anweſenden folgendes Gebet:

Lobe den Herrn meine Seele und was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Amen.

Vernehmet, im Herrn geliebte Feſtgenoſſen, zuerſt den Pſalm 111, eine Dankſagung für Gottes leib⸗ lichen und geiſtigen Segen.

Laſſet uns uns erheben und alſo miteinander beten: In heiliger Freude, du reicher und gütiger Gott, ſind wir in dieſer feſtlichen Stunde vor Deinem Angeſicht verſammelt zu Lob und Preis, zu Anbetung und Dank. Ja, zu Lob und Dank; denn Großes haſt Du an uns gethan, des ſind wir fröhlich. Fünf und zwanzig Jahre biſt Du nach Deiner unausſprechlichen Güte mit unſerer Schule geweſen und haſt ſie über Bitten und Verſtehen geſegnet. Aus kleinen Anfängen haſt Du ſie zu einer Anſtalt mit vielen Klaſſen und Schülern werden laſſen. Du haſt ſie durch ſchwere und durch gute Zeiten geführt. In mancher Gefahr, beſonders auch in dem verfloſſenen Schuljahr haſt Du ſie behütet und bewahrt. Nicht ohne Erfolg haſt Du die Schüler, die ihr anvertraut waren, arbeiten laſſen. Mit Deinem Segen begleitet haſt Du die Mühe und den Fleiß der Lehrer, die darin gearbeitet haben und noch in der Arbeit ſtehen. Geſegnet haſt Du den Rektor der Anſtalt in den vielen Jahren treueſter und gewiſſenhafter Mühewaltung, geſegnet auch die Behörden bei ihren Beratungen. Das alles iſt nicht unſer, ſondern Dein Werk; darum auch nicht uns, Herr, nicht uns, ſondern Deinem Namen gieb Ehre um Deine Gnade und Wahrheit. Und

treuer Gott, ſo bitten wir Dich: Sei fernerhin mit dieſer Anſtalt, laß ſie wachſen, blühen und gedeihen, und das alles um Deine Gnade und Wahrheit. Sei mit allen denen, die fernerhin ihre Kinder dieſer Anſtalt anvertrauen, laß ſie auch an ihrem Teile mit derſelben in einem Geiſte, dem rechten Geiſte arbeiten, damit fort und fort ein Geſchlecht unter uns auf⸗ wachſe, erfüllt mit ehrerbietiger Scheu vor allem, was heilig iſt. Sei mit all den Lernenden und laß bei treuem Fleiß ihre Arbeit nicht ungeſegnet bleiben, daß ſie wahre Chriſten und treue Bürger unſeres deutſchen Vaterlandes werden, feſt im Glauben an Gott, thätig in der Liebe zu den Brüdern, unverzagt und fröhlich in Hoffnung. Sei mit dem Rektor der Anſtalt und allen Lehrern, daß nicht durch Wort allein, ſondern auch durch That und eigenes Beiſpiel ſie mitarbeiten an dem großen Erziehungswerke unſeres geſamten deutſchen Volks. Sei mit all den vorge⸗ ſetzten Behörden und gieb ihnen rechte Weisheit, daß ſie ſtets das Wohl der Anſtalt im Auge behalten. Vor allem aber ſei mit dem Kaiſer und Könige unſeres Vaterlandes und ſegne alle ſeine Beſtrebungen für höhere und niedere Schulen, daß unſer ganzes deut⸗ ſches Volk mehr und mehr werde ein Volk der Gottes⸗ furcht, und daß Wahrhaftigkeit und Treue ſeine höchſte Ehre bleibe. Nicht nach dem Maaßſtabe unſerer Erfolge, wohl aber nach dem Maaß unſerer Treue und nach Deiner Gnade wolleſt Du uns alle dereinſt ſetzen in Deinem Reich um unſeres Herrn Jeſu Chriſti nlene andeſe Nanen wir Alles, was in dieſer re Herzen be baun unſere He zen wegt, zuſammenfaſſen und err unſer Gott, ſei uns freundlich und fördere das Werk unſerer Hände bei uns, ja das Werk unſerer Hände wolle er fördern. Amen.

Nach Vortrag des Chorgeſangs:Herr, unſer Gott, wie groß biſt Du! von Joſeph Schnabel, nahm der Unterzeichnete das Wort zu folgender Feſtrede:

Hochgeehrte Feſtgenoſſen; verehrte Kollegen, liebe Schüler! Nachdem wir auch an dem veugen feſt⸗ lichen Tage, wie es einer chriſtlichen Erziehungs⸗ und Bildungsanſtalt geziemt und von ihr befolgt wird, unſere Herzen und Hände in inbrünſtigem Gebet und Geſang zum Herrn, unſerm Gott, erhoben und ihm Lob und Dank in Ehrfurcht dargebracht haben, erfülle ich nun mit Freuden den mir gewordenen Auftrag, die hochanſehnliche Verſammlung im Namen des Lehrerkollegiums ergebenſt zu begrüßen und Ihnen Allen beſtens zu danken, daß Sie unſerer Einladung durch die Feſtſchrift freundlichſt gefolgt ſind. Sie bekunden damit das große Intereſſe, welches Sie alle an dem für unſere Anſtalt feſtlichen Tage nehmen. Es ſei mir daher denn auch erlaubt, gleich eingangs der Veranlaſſung zu der am Schluſſe dieſes Schul⸗ jahres veranſtalteten Schulfeier zu gedenken.

Wie vielen der hochverehrten Anweſenden ſchon

weil nun an Deinem Segen alles gelegen iſt, Du bekannt ſein wird, iſt die Vorgängerin unſerer gegen⸗