Aufsatz 
Bericht über die Eröffnung des Schiller-Realgymnasiums in Leipzig. - Eröffnungsrede
Entstehung
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mation von Laux aus IV(Im Vaterland' von Rob. Reinick). Violin-Vortrag von Rieseberg aus IIIa(Andante von Ch. Beriot). Deklamation von Schumann aus VIA(Deutsches Flottenlied von Reinh. Fuchs). Allgemeiner Gesang: Deutschland, Deutschland über Alles.

Die Schulfeierlichkeiten sind Lichtpunkte in einer langen Reihe ernster und stiller Arbeits- tage gewesen; wir haben uns um ihre Ausgestaltung besonders bemüht, weil wir hoffen, daß durch solche gemeinsame Erlebnisse das Band, das Schüler und Lehrer untereinander und mit der neuen, zunächst überlieferungsleeren Schule verbinden soll, leichter und fester sich knüpft.

Neben der laufenden Arbeit ist auch die Schulbibliothek in lang sich hinziehenden Erwägungen und Beratungen des Kollegiums zusammengestellt worden. Die Bücher, die wir wählten unter geflissentlichem Verzicht auf größere Werke, die nur vereinzelter Benutzung dienen würden, und die in einer Stadt wie Leipzig unschwer von andern Bibliotheken zu erlangen sind, stehen nun wohl- geordnet in dem lichten Bibliothekszimmer, der Zettelkatalog ist geschrieben, und alle Beteiligten genießen den wertvollen Besitz der Schule mit Freude in aufrichtiger Dankbarkeit. Endlich ist auch die Schulordnung ausgearbeitet und der Probedruck den vorgesetzten Behörden zur Genehmigung überreicht worden.

Wenn die mannigfaltige Arbeit mit dem ablaufenden Schuljahre hat bewältigt werden können, so ist dies nur möglich gewesen durch die aufopferungsvolle und einmütige Tätigkeit des Kollegiums, die auf den Berichterstatter er bekennt dies frei in schweren Tagen geradezu erhebend ge- wirkt hat.

Glücklich sind wir auch darüber, daß jeder schwerere Unfall uns in diesem ersten Jahre erspart geblieben ist. Der Gesundheitszustand der Schüler war ein vorzüglicher, und auch von den Kollegen haben nur Oberlehrer Hilbert(4 Tage) und der Berichterstatter(ziemlich 3 Wochen) versäumen müssen.

Das neue Schuljahr hat sich schon zeitig bemerkbar gemacht. Bereits Anfang November des verflossenen Jahres wurden Anmeldungen dafür entgegengenommen, und sie waren so zahlreich, daß schon damals genehmigt wurde, die künftige IIIb zu teilen. Im Januar dieses Jahres ist dazu der An- trag gestellt und genehmigt worden, auch die künftige Quarta zu teilen. Die am 9. Februar 1910 abgehaltene Aufnahmeprüfung für Sexta ergab zwei volle Klassen, ja die Schule sah sich in die bedauerliche Notwendigkeit versetzt, eine größere Anzahl Knaben abweisen zu müssen, denen unter anderen Verhältnissen Aufnahme gewährt worden wäre.

Nach alledem wird das Schiller-Realgymnasium in das neue Schuljahr um vier Klassen ver- mehrt(im ganzen mit 11 Klassen) eintreten; es werden also die Klassen Sexta bis mit Obertertia doppelt, die Untersekunda einfach geführt werden.

Die Zunahme an Klassen bedingte eine entsprechende Vermehrung der Lehrkräfte. Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurde auf Antrag des Berichterstatters beschlossen, mit Ostern 1910 Herrn Dr. Fritz Friedrich von der öffentlichen Handelslehranstalt in Leipzig als ständigen Lehrer für Geschichte und neuere Sprachen zu berufen. Dieser Beschluß fand am 7. Juli die Zustimmung der Herren Stadtverordneten.

Im Herbst 1909 genehmigten die städtischen Behörden die Berufung des Herrn Dr. Alfred Hiebel von der Realschule in Kamenz als nichtständigen wissenschaftlichen Lehrers für Naturwissen- schaften und Erdkunde. Hierzu erteilte das Königliche Ministerium durch Verordnung vom 28. De- zember 1909 seine Zustimmung..

Im Dezember vorigen Jahres verfügte der Rat der Stadt für Ostern 1910 die Versetzung des nichtständigen wissenschaftlichen Lehrers Herrn Dr. Burgkhardt von der Nikolaischule in Leipzig an das Schiller-Realgymnasium als Lehrer für Lateinisch, Deutsch und Geschichte.