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kurz zuvor an die Spitze des Schulamtes berufenen Stadtrat, Herrn Dr. Ackermann, und aus der Mitte der Stadtverordneten Herrn Prof. Dr. Bennewitz. Herr Stadtrat Dr. Ackermann hat seitdem in seinem verantwortungs- und arbeitsreichen Amte auch unserer jungen Schule bereits soviele Beweise seiner wohlwollenden Fürsorge gegeben, daß wir ihm zu größtem Danke verpflichtet sind. Und auch Herrn Prof. Dr. Bennewitz als Referenten in Schulsachen vor den Herren Stadtverordneten hat das Schiller-Realgymnasium in der letzten Zeit soviele Arbeit gebracht, daß es ihm gleichfalls großen Dank schuldet. Beiden Herren nach Schluß der Feier als Führer durch die Räume der Schule dienen zu können, war dem Berichterstatter eine besondere Freude.
Den Königsaktus leitete der erste Satz aus dem italienischen Konzert für Klavier von J. S. Bach ein, den Herr Kantor Hänßel auf dem der Schule von der Stadt zum Geschenk gemachten Irmler'schen Konzertflügel vortrug. Im Mittelpunkte der Feier stand, umrahmt von vaterländischen Liedern(„Dem König Heil“ für ein- und dreistimmigen Chor mit Klavierbegleitung von W. Hänßel) und Gedichten(vorgetragen von dem Sextaner Freytag und dem Obertertianer Wiese), die Festrede des Prof. Dr. Schmertosch von Riesenthal. Der Vortragende sprach, ausgehend vom Geschlechtsnamen des hohen Geburtstägers, über die Entstehung unserer deutschen Familiennamen. Indem er zur Freude der Schüler die im Schiller-Realgymnasium vertretenen Schüler- namen seiner Rede zu grunde legte, führte er den Nachweis, daß diese Namen meist von der Herkunft, dem Be- sitze, der Beschäftigung, dem Rufnamen oder von sonstigen Eigentümlichkeiten der ersten Namensträger abzuleiten
seien. Einige Namen ließen sich nur mit Zuhilfenahme slavischer Dialekte erklären und sind im Deutschen nur mundgerecht gemacht worden.
Die Feier schloß mit dem vierhändigen Klaviervortrag der Jubelouvertüre von C. M. v. Weber und der ge- meinsam gesungenen Hymne, in der sie ausklingt.
Nach den Pfingstferien wurde die erste Revision sämtlicher Arbeitshefte der Schüler durch den Berichterstatter vorgenommen.
In dieser Zeit konnte auch der erste Katalog unserer Schüler-Bibliothek nach der von Dr. Reuther gelieferten Unterlage und das erste Schüler-Verzeichnis nach den Aufstellungen von cand. Schiel autographisch vervielfältigt und den Schülern zugänglich gemacht werden. Auch wurden die angeschafften Karten und Pläne von Oberlehrer Dr. Meyer mit Aufschrift versehen und aufgestellt.
Am 6. Juli unternahm die Schule den ersten gemeinsamen Spaziergang.
Auf verschiedenen Anmarschlinien wanderten die Klassen nach Schkeuditz, wo sie gegen Mittag zu einfachem Mahle im„Waldkater“ zusammentrafen. Der Nachmittag war Spielen und Leibesübungen im großen Wirtsgarten und auf den angrenzenden Wiesen gewidmet. Um die Leitung der Spiele haben sich sämtliche Kollegen, besonders der Turnlehrer Striegler, verdient gemacht. Den Siegern in den Wettspielen wurden Schleifen in den Schulfarben mit aufgedrucktem Datum verliehen. Bei günstigem Wetter und froher Stimmung verlief der Tag ohne jede Störung.
Aus Anlaß der 500 jährigen Jubelfeier der Landesuniversität war durch Verordnung des König- lichen Ministeriums der Beginn der Sommerferien auf den 31. Juli hinausgeschoben worden. Auch dem Berichterstatter ist es vergönnt gewesen, als Vertreter seiner Schule an sämtlichen Veranstaltungen des imposanten Festes teilzunehmen. Ein Teil der Schülerschaft durfte bei dem Festzuge Spalier bilden.
In der Andacht, mit der nach Abschluß der großen Ferien am 6. September die Schule wieder eröffnet wurde, führte Oberlehrer Gebhardt die Gedanken der Schüler zurück in die Stimmung aus der Zeit des Großen Krieges und des Tages von Sedan. Die zur Prinnerung an diesen Tag vom Rate der Stadt Leipzig für Schüler der oberen und mittleren Klassen der höheren Schulen gütig ver- willigten Prämien— die einzigen, die wir zur Zeit austeilen können— erhielten am Schiller-Real- gymnasium aus IIIa: Schmertosch und Mauersberger, aus IIIbA: Dörfel und Reichardt, aus IIEB: Tunger und Besser.


