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Darum beantragte der Unterzeichnete, um für alle Fälle gedeckt zu sein, die Herren Kandidaten Schiel(für neuere Sprachen und Erdkunde) und Dühring(für Mathematik) zur Erstehung bez. zur Fortsetzung des Probejahres dem Schiller-Realgymnasium zuzuweisen.(Genehmigt für Schiel durch Min.-Ver. vom 13. III. 1909, für Dühring durch Min.-Ver. vom 16. IV. 1909; dem Rektor des König Albert-Gymnasiums, Herrn Oberstudienrat Prof. Dr. Gerth, der die Versetzung des Kollegen Dühring freundlichst erlaubte, sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt).
Mit Schluß des Schuljahres erfuhren die Anmeldungen einen weiteren Zuwachs. Der Bericht- erstatter erbat daher die Erlaubnis, die für Unter-Tertia Gemeldeten bereits am 6. IV. einer vor- läufigen Prüfung unterziehen zu dürfen. Nach ihrem Ergebnis genehmigte der Rat der Stadt Leipzig die Teilung dieser Klasse, gleichzeitig die Versetzung des Oberlehrers Herrn J. Gebhardt an das Schiller- Realgymnasium als Klassenlehrer der III’B, sowie daß Kandidat Dühring den mathematischen, Kan- didat Schiel den französischen und erdkundlichen Unterricht in dieser Klasse vikariatsweise übernähmen. Die Verordnung vom 16. IV. 1909 brachte diesen Maßnahmen die Zustimmung der obersten Behörde.
Am 1. April 1909 wurde der Berichterstatter durch Herrn Ober-Bürgermeister Dr. Dittrich als Rektor des Schiller-Realgymnasiums in Pflicht genommen; gleichzeitig wurde ihm das Dekret des Königlichen Ministeriums ausgehändigt, das seine Ernennung bestätigt.
Die folgende Zusammenstellung nennt die Lehrer, mit denen nunmehr das Schiller-Realgymnasium in sein erstes Schuljahr eintreten sollte, in der Reihenfolge ihres Dienstalters:
Rektor Prof. Dr. Walther Bernh. Schmidt(für Naturwissenschaften, zunächst in sämtlichen 7 Klassen der Schule).
Geboren 1853 in Leipzig, Schüler des Teichmannschen Instituts in Leipzig, dann der Fürsten- und Landes- schule in Grimma. O. 1874— 0. 75 einj.-Freiw. beim 8. Inf.-Rgt.„Prinz Johann Georg“ N. 107; dann Student der Naturwissenschaften an der Universität Leipzig. O. 1879— 0. 81 Assistent am physikalisch-chemischen Laboratorium der Universität, auf Grund einer Dissertation„über die Einwirkung der schwefligen Säure auf einige Mineralien und Gesteine“ promoviert als Dr. phil. im Sommer 1880, Staatsexamen im Herbst desselb. J.; O. 1881— 0. 82 Assistent an der Universitäts-Bibliothek in Leipzig, M. 1881— O. 82 gleichzeitig Probandus an der Petrischule in Leipzig, O. 1882 nichtständiger Lehrer an der Thomasschule, vom 1. 7. 1882 Oberlehrer ebenda; 1901 wurde ihm von Sr. Majestät dem Könige Titel und Rang als Professor verliehen; in seinem Militärverhältnis ist er Oberleutnant d. L. a. D.
Prof. Dr. Richard Schmertosch von Riesenthal(Klassenlehrer der IIIa).
1864 in Leipzig geboren. besuchte er die Thomasschule und studierte nach Beendigung seines einjährigen Militär- dienstes bis Ostern 1890 an der Leipziger Universität die klassischen Sprachen, Deutsch und Geschichte. Nachdem er mit der Abhandlung:„de Plutarchi sententiarum quae ad divinationem spectant origine“ promoviert hatte, bestand er die Staatsprüfung und ging als Probekandidat an die Kreuzschule nach Dresden. Dort und später am Realgym- nasium zu Annaberg sowie an den Realschulen mit Progymnasien zu Glauchau und Pirna war er als Vikar tätig. An der zuletzt genannten Anstalt wurde er 1893 als ständiger Lehrer angestellt. 1903 siedelte er nach Leipzig über, nachdem er hier an der II. Realschule Anstellung gefunden hatte. Später ging er an das städtische Realgym- nasium über und erhielt 1908 den Professortitel. Seit Ostern 1909 ist er am Schiller-Realgymnasium tätig.
Prof. Dr. Paul Starke(für Mathematik und Physik).
Geboren 1861 in Leipzig, absolvierte er hier Ostern 1880 die Petrischule, widmete sich darauf dem Studium der Mathematik an der Universität Leipzig, bestand im Dezember 1884 die mathematisch-physikalische Staats- prüfung, promovierte mit der Abhandlung„Uber die Messung von Schallstärken“ und war von Michaelis 1885 bis dahin 1891 zunächst wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, dann Assistent am physiologischen Institut der Universität, später wissenschaftlicher Lehrer an der Realschule in Meißen, Ostern 1898 ständiger Lehrer an der III. und Ostern 1901 Oberlehrer an der IV. Realschule in. Leipzig. Ostern 1907 bestimmte ihn das Königl. Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts zur Teilnahme an einem Kursus am Königl. Meteorologischen Institut in Dresden. Unter dem Datum des 23. November 1908 wurde ihm von Sr. Majestät dem Könige der Professortitel verliehen. Ostern 1909 wurde er an das neugegründete Schiller-Realgymnasium berufen.


