Aufsatz 
Bericht über die Eröffnung des Schiller-Realgymnasiums in Leipzig. - Eröffnungsrede
Entstehung
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Sammlung, 2800 Mark für die botanisch-zoologische Sammlung, 2800 Mark für die chemisch-minera- logische Sammlung, 1800 Mark für zwei Projektionsapparate mit fahrbaren Tischen, Widerstand, Ampèremeter, Schirm und Verdunkelungseinrichtung, 1000 Mark für Diapositive nach vorhandenen Negativen des Berichterstatters, 300 Mark für die Ausstattung einer Dunkelkammer, 2000 Mark für Anlage eines Schulgartens, 200 Mark für Apparate zur Wetterbeobachtung, 1200 Mark für Karten, Reliefs, Globen, astronomische Apparate, 400 Mark für eine Modellsammlung für den Zeichen- unterricht.

Da das Schiller-Realgymnasium seine erste Untersekunda Ostern 1910 erhält und der physika- lische Unterricht erst mit dieser Klasse einsetzt, ist die Einrichtung der ihm dienenden Räume zu- letzt, im Herbst vor. J., beendet, die physikalische Sammlung daher noch nicht vollständig beschafft worden. Eine Aufzählung des zurzeit bereits Vorhandenen würde ein unzureichendes Bild geben; es sei daher erlaubt, die Berichterstattung über diesen Teil der Sammlung bis zum nächsten Jahres- bericht auszusetzen. Sofort auszustatten war dagegen das Chemiezimmer, da der Berichterstatter den Versuch machen sollte und wollte, mit dem Chemieunterricht nach dem sogen. Döbelner Lehrplan schon in Obertertia zu beginnen.

Auf die Bitte des Unterzeichneten war in der Verwendung der für die Sammlungen zur Ver- fügung stehenden Mittel einige Bewegungsfreiheit zugestanden worden; im allgemeinen aber haben sich die vorgeschlagenen, oben angeführten Sätze einhalten lassen, und was das Wesentlichste ist eine Uberschreitung der Gesamtsumme ist nicht nötig gewesen. Dabei dürften die nun vor- handenen Schau- und Demonstrationssammlungen für den ersten Bedarf wohl genügen. Gewiß weisen sie noch manche empfindliche Lücke auf; diese werden sich aber allmählich im Rahmen der etats- mäßig zur Verfügung stehenden Mittel beseitigen lassen. Fraglich ist dies nur bei der physikalischen Sammlung, und einer Anschaffung für sich waren solche Apparate und Gerätschaften vorzubehalten, die, für chemische, biologische und physikalische Schülerübungen bestimmt, in oftmaliger Wieder- holung vorhanden sein mußten. Vorgreifend darf vielleicht schon hier mit dem aufrichtigsten Danke erwähnt werden, daß für Gerätschaften zu chemischen und biologischen Schülerübungen mit Einschluß mehrerer Mikroskope noch vor Schluß des Berichtsjahres auf Grund einer ins einzelne gehenden Aufstellung weitere 1500 Mark außerordentlich bewilligt worden sind. Daß der Unterzeichnete sich verpflichtet gehalten hat, möglichste Sparsamkeit walten zu lassen, soweit sie mit den ins Auge ge- faßten Zwecken zu vereinbaren war, mag dabei ausdrücklich bemerkt werden.

Die Mitglieder des neuen Lehrerkollegiums wurden nach den Anträgen des Berichterstatters in der Hauptsache von anderen städtischen Schulen Leipzigs her berufen.(Das Nähere hierüber lassen die nachher im Zusammenhang folgenden biographischen Notizen der Herren erkennen). Durch Verordnung des Königlichen Ministeriums vom 17. II. 09 wurde die Versetzung des Herrn Dr. Herm. Reuther, bisher Vikar am Gymnasium Dresden-Neustadt, als wissenschaftlicher Lehrer ans Schiller- Realgymnasium genehmigt, durch Verordnung vom 19. III. aber die Zusammensetzung des Kollegiums überhaupt unter Bestätigung der Wahl der bisherigen Volksschullehrer, der Herren Hänßel, Weißenborn und Striegler zu ständigen Fachlehrern am Schiller-Realgymnasium. Die gleiche Verordnung genehmigte die eingereichte Stundenverteilung für das Schuljahr 1909/10.

Am Aschermittwoch, den 24. II. 1909, fand in den gastlich dargebotenen Räumen der Thomas- schule die vorläufige Aufnahmeprüfung für die Sexta des Schiller-Realgymnasiums statt, die schon jetzt ergab, daß zwei unterste Klassen zu bilden waren.

Da auch die Zahl der Anmeldungen für Unter- und Obertertia immer mehr stieg, mußte mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die eine oder die andere Klasse gleichfalls noch geteilt würde.