Zurück, daß ich zuletzt euch noch umarmen kann. Die Kinder gehen.
Meda tritt in den Porticus vor ihrem Hauſe und
bleibt, an den Altar gelehnt, ſinnend ſtehen.
Dritte Sceue.
Chor. Wo ſtürzet die Mänade
8⁵⁰ Blutdürſtig hin, getrieben Von Liebesgluth? Was ſinnt ſie In blinder Wuth für Unthat? Ihr Blick, von Zorn erreget, Iſt ſtarr, und furchtbar werfend 855
Das Haupt umher im Trotze, Droht Rache ſie dem König. Wer hält ſie für verbannt?
Es glüh'n im Roth die Wangen, Dann weicht das Roth der Bläſſe;
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In ſtetem Wechſel wahrt ſie Nicht lang dieſelbe Farbe. Sie taumelt unſtät flüchtig, Wie dort die Tigermutter, Der man die Jungen raubte, Im Wald am Ganges raſt.
Es kann in Haß und Liebe
Medea ſich nicht zähmen.
Jetzt wüthen Haß und Liebe Zugleich.— Was wird geſchehen? Wann wird aus Hellas' Fluren Die Kolcherin, die ſchlimme,
Sich wenden und befreien
Von Schrecken Land und Herrſcher? Nun, Phöbus, treib' den Wagen Hin mit verhängtem Zügel.
Die holde Nacht verberge
Das Licht, ihr Bote Hesper Verſenk' den Tag der Furcht.
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Erſte Scene.
Ein Bote. Chor.
Bote, angſtvoll hereinſtürzend. Wehl! Alles iſt verloren; nieder ſank das Reich. 880 Zugleich in Aſche liegen Kind und Vater da. Chor. Wodurch getäuſcht?
849.
Wildes Ungeſtüm war die charakteriſtiſche Cigenſchaft der Dienerinnen des Bacchus.
Bote.
Wodurch man Herrſcher oftmals täuſcht,
Durch Gaben. Chor. Sag' doch, welchen Trug enthielten die? Bote.
Noch ſtaun' ich ſelber, und obgleich die That geſcheh'n, Halt' ich ſie kaum für möglich.
875. Kreon's oben geäußerte Beſorgniß theilend, wünſcht der Chor das Ende des Tages herbei, den Medea noch in Korinth verweilen darf.
877. Hesper, der Abendſtern.


