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Medea. Am rechten Orte immer iſt der kühne Muth.
Amme.
Nicht zeigt aus unſ'rer Trübſal Hoffnung einen Weg. Medea.
Wer nicht kann hoffen, möge doch verzweifeln nicht.
Amme.
Fern ſind die Kolcher; Treue hat nicht dein Gemahl, 165 Und von ſo großen Schätzen blieb dir übrig nichts.
Medea.
Medea blieb. Hier ſiehſt du Erd' und Meer vereint, Und Waffen, Feuer, Götter und der Blitze Strahl.
Amme. Den König fürchte. Medea., König war mein Vater auch. Amme. Nicht Waffen ſcheu'ſt du? Medea. Nein, ſelbſt erdentſproſſ'ne nicht. Amme. 170 So ſtirb. Medea. Ich wünſch' es. Amme. Flieh'! Medea. Schon reute mich die Flucht. Medea. Medea flieh'n? Amme.
Biſt Mutter doch.
190. Geh’ u. ſ. w. Dies ruft Kreon einem Diener zu.
Medea.
Du ſiehſt, für wen.
Amme. Du ſäumſt zu flieh'n? Medea. Ich flieh'; doch räch' ich mich zuvor.
Amme.
Der Rächer wird dir folgen.
Medea. Aufſchub find' ich wohl.
Amme. Zähm' deine Worte; ſpar', Unſinn'ge, jetzt das Droh'n ¹75 Und dämpf' den Zorn. Es ziemt, der Zeit zu fügen ſich.
Medea. Es kann das Schickſal Schätze rauben, nicht den Muth. Doch horch! von weſſen Pochen tönt das Burgthor jetzt? Ha, Kreon ſelbſt, der ſtolze Griechenherrſcher iſt's.
Zweite Scene. Kreon. Medea.
Kreon tritt mit Gefolge aus dem Thore des Palaſtes;
die Amme zieht ſich zurück.
Kreon.
Des kolchiſchen Aeetes unheilvoller Sproß, ¹180 Medea, weicht aus meinem Reich noch immer nicht? Sie brütet etwas; kund iſt ihre Liſt und That. Wen ſchont denn jene, oder wen läßt ſie in Ruh? Ich wollte tilgen eilends mit dem Stahl die Peſt, Die ſchlimme, doch des Eidams Fleh'n erweichte mich. Geſchenkt iſt ihr das Leben; ſicher zieh' ſie hin Und löſ' das Land vom Schrecken. Sieh', da lenkt ſie wild Den Schritt heran und naht zur Anſprach' drohend ſich.
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O haltet, Diener, ſie vom nahen Zutritt fern Und heißt ſie ſchweigen. Königliches Machtgebot ¹90 Lern' endlich ſie ertragen. Geh', ſchaff' eilig fort Das wilde Scheuſal, das mir längſt ſchon ſchrecklich iſt.


