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stärke. Die Batterie ist in zwei Gruppen von je 30 Zellen unterteilt, die für gewöhnlich hinter- einandergeschaltet sind, aber auch parallel geschaltet werden können, sodaß bei 60 Volt Span- nung Ströme bis 100 Ampere entnommen werden können. Der Umformer befindet sich in einem großen hellen Kellerraum, die Akkumulatoren-Batterie ist in einem kleineren Raum da- neben aufgestellt. Im Maschinenraum steht auch die Ladeschalttafel. Diese ist mit den nötigen Schaltern, Meßinstrumenten und Sicherungen ausgestattet, und von ihr gehen die Leitungen nach den Räumen für Physik, Chemie und Biologie aus. Diese Sammlungen sind an die Akku- mulatoren-Batterie angeschlossen, desgleichen das Epidiaskop im Anschauungszimmer, das mit 30 Ampere brennt. An der Ladeschalttafel ist noch hervorzuheben der Minimal-Abschalter. Dieser tritt automatisch in Tätigkeit, wenn die Generator-Spannung unter die Batterie-Spannung sinkt; das mit diesem Schalter verbundene Amperemeter wirkt gleichzeitig als Signal-Instrument, in dem Falle, daß die Gesamtentladestromstärke 50 Ampere, bei Parellelschaltung der Batterie 100 Ampere erreicht. Der Zeiger des Amperemeters schließt dann einen besonderen Schwach- stromkreis, und an den verschiedenen Abnahmestellen ertönt eine Klingel. Schließlich dient dieses Amperemeter auch als Stromrichtungs-Anzeiger.
Lehrzimmer für Physik. Länge 9,50 m, Breite 7,05 m. Das Zimmer hat Südwest- Südlage, die beiden Fenster und die Balkontür sind mit einer Vollverdunkelungs-Vorrichtung von der Firma Kohl-Chemnitz versehen, ein Heliostatenrohr gestattet das Sonnenlicht durch einen Mauer-Heliostaten ins Zimmer zu bringen. Es sind 42 Sitzplätze vorhanden, die zwei- sitzigen Bänke stehen auf ansteigenden Zementstufen. Der Experimentiertisch ist 3,50 m lang, 80 cm breit und 90 cm hoch, besitzt eine glatte durchgehende Tischplatte ohne irgendwelche Einbauten; die Platte kann bequem abgehoben werden, sodaß die darunterliegenden elektrischen Leitungen eingesehen werden können. Im übrigen ist der Tisch nach dem Muster des im Neubau des hiesigen Realgymnasiums aufgestellten gebaut.(Vgl. Programm 1912, Nr. 565, Beilage, S. 18.) Die Experimentierschalttafel ist wie die gesamte Umformer-Anlage von der Firma Siemens& Halske in Berlin ausgeführt worden und gestattet folgende Stromarten, so- wohl am Tisch als auch an der Tafel selber, abzunehmen: Akkumulatorenstrom, Generator- strom— der Umformer kann auch vom Lehrzimmer aus angelassen werden—, Akkumulatoren- und Generatorstrom in Serie, Einphasenstrom und Drehstrom, und zwar können alle Stromarten außer Drehstrom sowohl reguliert durch den Universalregler als auch unreguliert abgenommen werden. Eine wertvolle Ergänzung der Schalttafel bildet der Drehstrom-Drehstrom-Experimentiertrans- formator, ein Geschenk der Firma Siemens& Halske, für das auch an dieser Stelle unser wärmster Dank ausgesprochen sei. Mittels dieses Transformators kann Drehstrom und auch Einphasenstrom von 10, 20, 40, 60, 80 und 100 Volt erzeugt werden, die Stern- und Dreieck- schaltung lassen sich sehr bequem damit zeigen. Sechs Steckdosen am Experimentiertisch gestatten die bequeme Abnahme aller Stromarten. Zur weiteren Ausrüstung des Lehrzimmers gehören noch ein kleiner Abzugschrank, eine fahrbare Doppelwandtafel, ein aufrollbarer Pro- jektionsschirm, ein Spiegel-Galvanometer und ein Abstelltisch, der in Höhe und Breite mit, dem Experimentiertisch übereinstimmt, sodaß er zu dessen Verlängerung dienen kann. Die Beleuchtung erfolgt durch vier große Lampen für indirekte Beleuchtung und drei in der Höhe verstellbare Pendellampen mit Abblendschirmen über dem Experimentiertisch.
Vorbereitungszimmer. Länge 4,31 m, Breite 7,05 m. Dieses Zimmer enthält einen Experimentiertisch von 3,50 m Länge in etwas einfacherer Ausführung wie der Tisch im Lehr- zimmer, ebenfalls durch drei Steckdosen an die Schalttafel angeschlossen, sechs Einzelschränk- chen für die Lehrer— diese Schranktischchen bilden wieder eine fortlaufende Tischplatte


