Aufsatz 
Der Neubau der Oberrealschule II zu Cassel / von Heinrich Arnolt
Entstehung
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Empore der Aula zu liegen, andererseits unterbrochen. Das Gewölbe ist mit einfachen Stuck- gliederungen versehen, welche ebenso wie die Fenster, Türen und Rolljalousien der Gurtbögen weiß gehalten sind. Eine ansprechende Ausmalung der einzelnen Gewölbefelder(weiße Rosetten auf blauem Grunde) erhöht die Gesamtwirkung des Raumes. UÜber den unteren rechteckigen Fenstern sind noch ovale Oberlichter angeordnet, welche entsprechend den unteren Fenstern mit Antikglas und Glasmalerei versehen sind. Die Ausstattung des Gesangsaales, der auch zu Lichtbildervorträgen benutzt wird, besteht im wesentlichen aus einem Flügel, einem sehr wertvollen Projektionsapparat, einem Projektionsschirm und den Verdunkelungsvorrichtungen für die Fenster.

Milchtrinkerraum. Die Einrichtung einer Milchküche ist bei Casseler Schulen zuerst im neuen Realgymnasium in der Wilhelmshöher Allee ausgeführt worden, hat sich aber hier so bewührt, daß eine gleiche Anlage für die Oberrealschule sehr erwünscht erschien. Der Milch- trinker- und Frühstücksraum liegt im Untergeschoß nahe der Turnhalle, ist also vom Erdgeschoß aus bequem zu erreichen und außerdem vom Spielhof aus direkt zugänglich. Der Raum hat einen ringsherumgehenden 1,80 m hohen abwaschbaren Sockel aus Olfarbe erhalten. Die Aus- stattung besteht aus drei großen Tischen nebst, Bänken und Stühlen, einem Tresen, einem Gas- kocher und drei Gläserregalen für je 64 Gläser. Die Regale ermöglichen in hygienisch ein- wandfreier Weise die Aufhängung der Gläser mit der Offnung nach unten und die Ableitung des Tropfwassers in besondere Gefäße. Die Milch wird in gut verschlossenen Flaschen von ¼ Liter Inhalt bezogen und teils kalt verabfolgt, teils vorher in Töpfen aus verzinktem Eisenblech auf dem Gaskocher erwärmt.

Fahrradraum. Zum Fahrradraum, der im Untergeschoß liegt, gelangt man vom Spiel- hof aus auf einer Treppe, neben der eine Rampe zum Herabführen der Räder angelegt ist. In den Räumen sind Gestelle zur Aufbewahrung von 90 Rädern angeordnet. Zum Anschließen der Räder an die Gestelle sind Vorkehrungen getroffen. Daß außer diesem Raum ein zweiter für die Fahrräder der Lehrer bestimmt ist, war bereits früher erwähnt.

Fachwissenschaftliche Räume. Eine Beschreibung der neuen Einrichtungen für den naturwissenschaftlichen Unterricht erfolgt von anderer Seite; hier sollen nur die allgemeinen bau- lichen Ausführungen beschrieben werden. Zu den fachwissenschaftlichen Räumen gehören der Raum für Karten- und Anschauungsmaterial im ersten Obergeschoß, der indessen wesentliche bau- liche Vorkehrungen nicht enthält, die Räume des Zeichenunterrichtes, ferner des physikalischen, chemischen und naturkundlichen Unterrichtes.

Die im zweiten Obergeschoß nach Norden gelegenen Zeichensäle sind 14,64 1 8,08 bzw. 13,35 6,45 m groß. Die Fenster sind so verteilt, daß im allgemeinen für je zwei Reihen von Zeichentischen ein Fenster vorhanden ist. Der Zweck dieser Anordnung liegt in der Möglich- keit, einzelne durch Vorhänge abgetrennte und durch je eine Lichtquelle beleuchtete Abteilungen zu schaffen; in diesen soll die Bildung von mehr als einem Schlagschatten bei Modellen ver- hütet werden. Die Vorhänge der Fenster können in jeder Höhenlage horizontal festgestellt, werden. Zu der Ausstattung der Zeichensäle gehören außer den besonders konstruierten Zeichen- tischen und Hockern die schwarzen Tafeln aus Holz, die silbergrauen Aluminiumtafeln und Glastafeln, ferner die Schränke zur Unterbringung der Zeichenmaterialien und Reibbretter, in denen jede in Betracht kommende Klasse einen besonderen verschließbaren Raum erhalten hat, und endlich ein Schrank zur Aufbewahrung der Zeichnungen und mehrere Modellständer mit verstellbarer Platte. Für Waschgelegenheit ist in beiden Sälen Sorge getragen. Neben den Zeichensälen sind zwei reichlich große Modellzimmer angeordnet. Die Möbel aller Räume sind gleichmäßig behandelt.