Aufsatz 
Der Neubau der Oberrealschule zu Kassel und die Feier der Einweihung
Entstehung
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Die natur wissenschaftlichen Zirnmer.

Oberlehrer Dr. Karl Völker.

Die naturgeschichtliche Sammlung nebst einem besonderen Lehrzimmer für Naturgeschichte befindet sich im Dachgeschosse. Das Lehrzimmer liegt zwischen den beiden Sammlungszimmern und ist durch je eine Schiebethür mit diesen verbunden. Ersteres misst in der Länge 8,37 m, in der Breite 5,88 m, letztere dagegen haben eine Länge von je 12,62 m und eine Breite von je 7,02 m.

Das Lehrzimmer ist einfenstrig, mit Oberlicht versehen und vermag bis zu 40 Schüler zu fassen. Ausgestattet ist dasselbe mit einem Experimentiertisch, einem Zeiss'schen Projektionsapparat, einer Verdunklungsvorrichtung, einer Gasglühlichtflamme und drei elektri- schen Flammen, deren Ausschalter in der Nähe des Projektionsapparates handlich angebracht ist, damit der Lehrer während der Verdunkelung des Zimmers schnell Licht machen kann. Ausserdem ist Gasanschluss für einen Bunsenbrenner, Wasserleitung nebst einem Ausguss vorhanden, wie ferner zum Aufhängen von Anschauungsbildern eine einfache aber praktische Vorrichtung an der Tafelwand angebracht ist. In dem Experimentiertisch befindet sich sämtliches Zubehbr zu dem Projektionsapparat, auch werden in demselben für ge- wöhnlich die zum Projizieren vorhandenen mikroskopischen Präparate aufbewahrt. l)er Projektionsapparat ist auf einer Pritsche von solcher Hôhe aufgestellt, dass die Achse des Strahlenkegels bei gewohnlicher Stellung der Lichtquelle die Mitte der besonders geebneten Projektionswand trifft.

Beide Sammlungszimmer sind einfenstrig, mit je 2 Gasglühlichtflammen und je elektrischen Flammen versehen. Das eine derselben enthält eine reichhaltige Vogelsammlung. Die in verglasten Kästen untergebrachten Vögel stehen systematisch geordnet auf besonderen Holzgestellen, während die übrigen gestopften Vgel in 2 Glasschränken und auf einem Tisch unter Glasaufsatz aufgestellt sind. Ausserdem befindet sich zur Zeit in diesem Zimmer noch ein Glasschrank mit Skeletten und Knochen verschiedener Tiere, ein Schrank mit Mineralien und Gesteinen aus der Provinz Hessen-Nassau,(Mineraliensammlung siehe chemische Sammlung), ein Schrank zum Aufbewahren von Gebrauchsgegenständen, ein grosser Blechkasten, in welchem durch Schwefelkohlenstoff unter Wasserabschluss Gegenstände der Sammlung von zerstörenden Insekten befreit werden, sowie ein grosser und ein kleiner Arbeitstisch.

In dem anderen Sammlungszimmer sind alle übrigen Tiere der Sammlung in s Glas- schränken und auf einem Tisch unter Glasaufsatz untergebracht. Herbarien und andere botanischen Anschauungsmittel befinden sich in einem besonderen Schranke, während Blüten- und Fruchtmodelle nebst einer Fruchtsammlung zur Zeit auf einem Tisch unter Glasaufsatz stehen. Für weiteren Bedarf zum Unterbringen von Modellen und Gebrauchsgegenständen stehen 3 Schränke zur Verfügung, während in 2 kleineren Schränken eine Insektensammlung und eine solche von Schnecken, Muscheln und Versteinerungen untergebracht sind. Zwei grosse Arbeitstische nebst einem Tisch mit aufgesetztem Pult und einem Büchergestell ver- vollständigen das Ganze.