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Klassenzimmer im Kellergeschoss hat wie das Lehrzimmer für Physik und dasjenige für Chemie eine Länge von 10,5 m. Die 1,20 m breiten Thüren sind sämtlich so angebracht, dass der Eingang sich auf der Kathederseite befindet. Dadurch wird zugleich erreicht, dass nirgends Klassenzimmerthüren im Gange einander gegenüber liegen. Die Klassenzimmer sind mit einer 1,50 m hohen Holzbekleidung versehen; sie enthalten drei Reihen zweisitzige (RKettig'sche) Bänke von je 1,20 m Breite mit festen Sitzen, und zwar sind in keinem Zimmer mehr als 40 Plätze vorgesehen. Die Gänge zwischen den Bänken sind im Mittel 69 cm breit, der Gang an der Fensterseite ist 85 cm, derjenige an der inneren Seite 116 cm breit. Die Bänke sind in verschiedenen Abmessungen angefertigt und mit Nummern versehen. Die Nummer bezeichnet die Grôsse der Schüler, für welchen die Bank bestimmt ist. Es sind Bänke von Nr. 1 bis Nr. o vorhanden, wobei die Nummern bis 9 die mittleren Ziffern der Schüler- grösse in cm ausgedrückt bedeuten. So sind z. B. im OIIIa entsprechend der Grösse der Schüler 4 Bänke für Schüler von 140— 149 cm(Nr. 4), 7 Bänke für solche von 150—159 cm(Nr. 5), 7 Bänke für solche von 160— 160 cm(Nr. 6) und 2 Bänke für Schüler von 170—179 cm (Nr. 7) Grösse vorhanden. Ein Maassstab an dem Thürpfosten jedes Klassenzimmers ermöglicht das Messen der Schüler und das schnelle Einordnen derselben in die Bänke.
Vor den Bänken zieht sich die ganze Vorderwand entlang die 1 m breite, o,3o m hohe Pritsche hin, über der die Tafel an der Wand fest angebracht ist und auf welcher an der Fensterseite der 1,62 m lange Lehrertisch steht, der zugleich auf beiden Seiten je 0.38 m breite und 0,54 m tiefe Schränkchen enthält. Die feste Wandtafel besteht aus drei Teilen: einer festen Tafel, 4 m lang und Im hoch, und zwei je 1 qm grossen, seitlich verschiebbaren Tafeln. Letztere können zugleich als Anschauungsmittel für 1 qm dienen. Es sind demnach im ganzen 6 qm Schreibfläche vorhanden*). Die Anlage gewährt die Möglichkeit, eine Fläche von 2 dm zu verdecken, so dass Kartenskizzen und sonstige Zeichnungen von einer Stunde zur anderen stehen bleiben können, ohne stôrend auf den anderen Unterricht einzuwirken.
Auf der Rückseite des Zimmers befindet sich ein in die Wand eingelassener Schrank von 2,50 m Hôéhe, 1,20 m Breite und o,4s m Tiefe, der ausser den kleinen Klassengeräten wie Dreieck, Lineal, Zeigestock u. dergl. die Bücher der Schülerbibliothek der Klasse aufnehmen soll. Wo die Dicke der Wand nicht ausreicht, ist ein beweglicher Schrank aufgestellt.
Die Fenster, 2,40 m breit, 2,92 m hoch, sind dreiteilig; ausser den Seitenflügeln können die mittleren Oberfenster geöffnet werden. Sämtliche Lehrzimmer sind mit Zugvor- nängen ausgestattet, die nach Süden gelegenen Zimmer ausserdem mit verstellbaren Jalousieen.
Die Zimmerdecke ist in allen Klassenzimmern mit einer Windrose geschmückt.
Alle Klassenzimmer, bis auf dasjenige im Untergeschoss, sind mit Linoleum belegt.
Zum Aufhängen der Karten und Bilder hat jede Klasse einen Kartenhalter(„Königs Kartenschoner“).
*) Die Tafel sitzt in einem starken, an der Wand befestigten Rahmen, der zugleich die Führung für die beiden, je 1 qm grossen Tafeln bildet, die sich auf Rollen mit Kugellagern leicht und geräuschlos hin- und herschieben lassen. Unterhalb des Rahmens ist in der ganzen Länge ein schmales Brett zum Auflegen von Kreide, Lineal und Zirkel angebracht. An beiden Enden dieses Brettes befinden sich Kasten zum Einlegen der Schwämme. Die Tafeln sind aus zartfaserigem Holze hergestellt und von Schleenstein& Holzapfel in Cassel angefertigt.


