Aufsatz 
Rede des Oberlehrers Bräuning. Gehalten am 27. Januar 1912 anläßlich der Geburtstagsfeier Kaiser Wilhelms II
Entstehung
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3. Für den Stipendienfonds stiftete Herr Kirschbaum 50. Mk. Die Sparkasse Hom- burg überwies der Schule 100. Mk.

4. Dle Stiftung zum Besten würdiger und bedürftiger Schüler ist bis zum Schlusse des Jahres 1911 auf 1477 Mk. angewachsen. Die Jahreszinsen des Fonds werden, da ihr Betrag noch nicht hoch genug ist, einstweilen dem Kapital hinzugefügt. Wir hoffen, dass durch gütige Spenden, die wir von Freunden unserer Anstalt erbitten, der Zeitpunkt nahe gerückt wird, wo ein Schüler durch Auszahlung der Zinsen unterstützt werden kann.

5. Heinrich Hammelmann-Stiftung. Bei der Schlussfeier am 5. April 1911 wurde aus den Zinsen des Stiftungskapitals dem Oberprimaner Friedrich Schick eine Prämie verliehen. Das Kapital, bei der hiesigen Amtssparkasse auf Buch Nr. 12059 angelegt, belief sich am 1. Januar d. J. auf 1054 Mk. Der Errichter der Stiftung, Herr Heinrich Hammelmann, ist am 3. März 1911 entschlafen. Die Schule bewahrt ihm, ihrem Wohltäter, ein ehrendes Andenken.

Für alle Geschenke, die im Laufe des letzten Schuljahrs unserer Anstalt gemacht worden sind, sage ich den gütigen Gebern hiermit nochmals im Namen der Schule den verbindlichsten Dank.

DII. IHlitteilungen für die Schüler und deren Eltern.

1. Eltern, die über die Leistungen oder das Verhalten ihrer Söhne mit einem Lehrer Rücksprache nehmen wollen, werden gebeten, sich hierzu in den durch Anschlag bekannt gemachten Sprechstunden einzufinden. Aufserdem wird den Eltern sehr empfohlen, sich oft die Hefte ihrer Kinder zu Hause vorlegen zu lassen, um zu prüfen, ob die Arbeiten sauber und gut geschrieben sind, und ob die Leistungen den Anforderungen genügen oder nicht. Wenn die Leistungen mangelhaft sind, muß rechtzeitig für Beseitigung der Lücken im Wissen gesorgt werden. Im letzten Vierteljahr ist es dazu meistens zu spät. Die Mit- glieder des Lehrerkollegiums lehnen es ab, dann erst Nachhilfestunden zu übernehmen.

Ferner werden die Eltern gebeten, die Lektüre ihrer Kinder zu überwachen. Eine jetzt leicht zugängliche Schmutz- und Schundliteratur stiftet, wenn es an Beaufsichtigung fehlt, großen Schaden bei der heranwachsenden Jugend. Durch Verbrecherromane wird die jugendliche Phantasie in ungesunder Weise so aufgeregt, daß die für geistige Arbeit nötige Ruhe völlig gestört wird. Den einzelnen Altersstufen angemessene bildende und anregende Lektüre wird den Schülern durch die verschiedenen Abteilungen der Schüler- bibliothek geboten.

Recht dringend bitten wir die Eltern, ihre Kinder nicht an den Genuss geistiger Getränke zu gewöhnen, weil daraus eine Schädigung für Körper und Geist entsteht und die Kinder zum Lernen untüchtig werden. Insbesondere ist es für die Gesundheit jugendlicher Personen entschieden nachteilig, wenn sie sich gewöhnen lange im Wirtshaus zu sitzen, Tabak zu rauchen und Bier zu trinken. In der Bekämpfung dieser Unsitten müssen Schule und Elternhaus Hand in Hand gehen. Sehr wünschenswert ist es, daß die Mäntel und Regenschirme der Schüler farbig gezeichnet werden, damit Vertauschungen vermieden werden.

2. Wir bringen in Erinnerung, daß für die Gymnasiasten von Sekunda an aufwärts in zwei wöchentlichen Lehrstunden wahlfreier Zeichenunterricht und ebenso für die Realschüler neben den pflichtmäßigen Stunden Unterricht im Lincarzeichnen erteilt wird. Denjenigen Schülern, die sich der Technik, dem Studium der Naturwissenschaften, der Mathematik oder der Medizin widmen wollen, wird dringend empfohlen, an diesem Unterricht